Brugg/Windisch
Strassencafés hoffen auf einen schönen Sommer – Platz in Aarau und Baden ist teurer

Strassencafés sind bei den Gästen beliebt, aber nicht gratis für die Betreiber. Bei den Reglementen zur Nutzung des öffentlichen Raumes sind je nach Region Unterschiede zu beobachten.

Andrina Wiggli
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Das bekannte Bistro Irion auf dem Neumarktplatz lockt regelmässig Gäste an, und der Betrieb läuft gut.

Das bekannte Bistro Irion auf dem Neumarktplatz lockt regelmässig Gäste an, und der Betrieb läuft gut.

Andrina Wiggli

Strassencafés sind eine Bereicherung für die Stadt im Sommer. Sie bringen Leben in sonst leere Gassen und verbreiten Feriengefühl. Sein Restaurant auf Strassen und Plätze auszulagern, ist für den Betreiber nicht gratis. Für die Nutzung des öffentlichen Raums werden Gebühren gefordert. Die entsprechenden Reglemente zeigen regionale Unterschiede in der Höhe und dem Aufbau.

In Brugg und Windisch sind sie sehr ähnlich aufgebaut und preislich in derselben Höhe. Es gibt in beiden Reglementen die Differenzierung zweier Kategorien. Man unterscheidet zwischen den Hotspot-Gegenden – dem Neumarktplatz in Brugg und dem Campusgelände in Windisch – und dem übrigen Gebiet. Der Hotspot wird mit 80 Franken pro Quadratmeter und Jahr verrechnet, während die zweite Kategorie mit 60 Franken zu Buche schlägt.

Das Geschäft mit den Strassencafés ist stark witterungsabhängig. Bei einem verregneten Sommer lohnen sich die Gebühren nicht, denn die Gäste bleiben aus. Sobald sich die Sonne zeigt, ist aber auf ein Strassencafé nicht zu verzichten. Ohne Sitzplätze im Freien haben die Betreiber im Sommer keine Chance.

Gute Zusammenarbeit mit Gemeinde

Für die Betreiber sind diese Gebühren ein fixer Posten im Budget. Allerdings werden sie nur bei Nutzung des Platzes und nicht ganzjährlich verlangt. Daher müssen im Winter keine Gebühren bezahlt werden, sondern nur in den vereinbarten Sommermonaten.

Hasan Us führt die EG Bar in Windisch auf dem Campusgelände und ist zufrieden mit der Regelung. «Die Gartenwirtschaft läuft sehr gut und die Gebühren sind ok», sagt Us. Besonders die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Windisch steche positiv hervor, wie er erzählt. «Verglichen mit anderen Städten, finde ich die Gebühren in Ordnung», so Us weiter.

Verglichen mit Aarau und Baden ist die Region Brugg/Windisch preiswerter, wie ein Rechenbeispiel zeigt: 1200 Franken muss für 30 Quadratmeter in Windisch auf dem Campusgelände während sechs Monaten bezahlt werden. In Aarau kostet die gleiche Nutzung während der Sommersaison rund 1700 Franken. Und im Badener Zentrum muss gar mit 2880 Franken gerechnet werden.

Gebühren für nur wenige Stunden

«Die Leute möchten im Sommer draussen sitzen, aber ich brauche den Platz auf der Strasse nicht lange», sagt Vittorio Timpano der Trattoria Rotes Haus in Brugg. Er findet die Gebühren zu teuer, die Aussenplätze würden jeweils nur für einige Stunden und ausschliesslich bei schönem Wetter gebraucht.

Über tiefere Gebühren würde sich auch Rolf Irion vom Bistro auf dem Neumarktplatz freuen. «Es darf immer weniger sein», meint er dazu. Sein Strassencafé läuft gut, allerdings ist auch bei ihm das Wetter entscheidend. Bei schlechtem Wetter kommen zwar keine Gäste, die Gebühren sind trotzdem fällig. Die Gebühren seien vor einigen Jahren angepasst worden und blieben seither unverändert.

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