Brugg/Windisch

Strombojen in der Aare: Das Verhalten der Fische soll beobachtet werden

Projektleiter Philippe Ramuz mit einem Modell einer Stromboje im Massstab 1:10. (Archiv)

Projektleiter Philippe Ramuz mit einem Modell einer Stromboje im Massstab 1:10. (Archiv)

Die schweizweit erste Pilotanlage mit Strömungsturbinen soll in der Aare bei Brugg/Windisch Strom für rund 400 Haushalte produzieren. Der Einfluss für die Umwelt soll möglich gering gehalten werden. Geplant ist auch ein Monitoring für Fische.

Jetzt will es die IBB Energie AG definitiv wissen mit der Nutzung von Wasserkraft mittels sechs Strömungsturbinen. Die sogenannten Strombojen sollen in der Aare bei Brugg und Windisch zwischen Casinobrücke und Aaresteg die Fliessgeschwindigkeit des Flusses nutzen und rund 400 Haushalte mit Strom versorgen.

Entwicklung und Einsatz der Stromboje: Bericht für «Energy Globe Award», den Mondls Erfindung ebenfalls 2010 gewann.

Entwicklung und Einsatz der Stromboje: Bericht für «Energy Globe Award», den Mondls Erfindung ebenfalls 2010 gewann.

Die Stromboje wurde in Österreich erfunden und soll nun auch in der Schweiz getestet werden. Die IBB Energie AG hat beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) des Kantons Aargau ein entsprechendes Konzessionsgesuch für die Nutzung von sechs Strombojen in der Aare für 40 Jahre eingereicht.

Leistung je nach Wassermenge

Die an der Flusssohle befestigten Strömungsturbinen kommen ohne Wehranlagen wie Staumauern, Schleusen oder Dämme aus und nutzen die Fliessgeschwindigkeit des Wassers, indem sie vom Fluss angetrieben werden. Die Strombojen werden auf die besonderen Verhältnisse in der Aare bei Brugg und Windisch angepasst. Sie sind 6 Tonnen schwer, rund 11 Meter lang und weisen einen Rotordurchmesser von 2,5 Metern auf.

«Strom Boje 3» im Einsatz: Bei Hochwasser taucht sie unter und schützt sich so vor grossem gefährlichen Treibgut.

«Strom Boje 3» im Einsatz: Bei Hochwasser taucht sie unter und schützt sich so vor grossem gefährlichen Treibgut.

Der Strom soll von der Strömungsturbine über ein Unterwasserkabel zum Ufer geführt und ins Stromnetz der IBB Energie AG eingespeist werden. Funktioniert das auch bei tiefem Wasserstand, wie er in der Aare in den letzten Tagen anzutreffen war?

Arnold Meyer, BVU-Projektleiter bei der Abteilung Landschaft und Gewässer, sagt dazu: «Die Bojen sind mit einem Ankerpfosten befestigt und schwimmen im Fluss. Für die Stromproduktion braucht es grundsätzlich viel Wasser sowie eine starke Strömung.» Bei niedrigem Wasserstand werde einfach weniger Strom produziert und im Extremfall liege die Turbine auf der Flusssohle auf, so Meyer weiter.

Keine Gefahr für Schwimmer

Für Schwimmer und Bootsfahrer stellen die Strombojen keine Gefahr dar und können problemlos passiert werden. Grundsätzlich werde versucht, den Einfluss auf die Umwelt möglichst gering zu halten, schreibt das BVU in einer Medienmitteilung.

Da es sich um einen schweizweit einzigartigen Pilotversuch handelt, ist für die Betriebsphase ein Fisch-ökologisches Monitoring-Programm geplant. Dieses sieht laut Meyer vor, dass ein allfälliger Einfluss der Strombojen auf die Laichplätze und das Verhalten der Fische in den ersten Jahren genau beobachtet und dokumentiert wird.

Die Gesuchsunterlagen liegen vom 23. November bis zum 22. Dezember bei der Stadt Brugg und der Gemeinde Windisch öffentlich auf. Vorausgesetzt, dass beim Konzessionsverfahren alles rund läuft, können die sechs Strombojen gemäss Meyer in ein bis zwei Jahren in der Aare bei Brugg und Windisch installiert werden.

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