Strassenbau

Südwestumfahrung Brugg: Drei Umweltverbände erheben Einsprache

Ein wichtiger Bestandteil der Süswestumfahrung ist der neue Kreisel Brugg West.

Ein wichtiger Bestandteil der Süswestumfahrung ist der neue Kreisel Brugg West.

Am 46,45 Mio. Franken teure Bauprojekt kritisieren WWF, VCS und Birdlife die Linienführung, unter der vor allem die Natur zu leiden habe. Die Umweltverbände glauben auch nicht an die gewünschte Verkehrsentlastung in den Zentren Brugg und Windisch.

Die Einsprachefrist für die Südwestumfahrung Brugg ist am Dienstag abgelaufen. Die Kantonalsektionen der drei Umweltverbände WWF, VCS und Birdlife – mit der jeweiligen Unterstützung des schweizerischen Verbands – haben gemeinsam gegen das 46,45 Mio. Franken teure Bauprojekt Einsprache erhoben.

Mit der geplanten Südwestumfahrung soll der Durchgangsverkehr vom westlichen Aaretal direkt zum A3-Anschluss Brugg respektive ins Birrfeld geführt werden.

Als Hauptmassnahme werden die Verkehrsströme im Bereich eines neuen Kreisels Brugg West über den Süd- und West-Ast Richtung A3-Anschluss geführt.

Als zweite Massnahme entsteht eine neue Verbindung sowie auf der Kreuzung Aarauerstrasse ein breiterer, mit Barrieren und Lichtsignalanlage gesicherter Bahnübergang, sodass er mit Lastwagen befahren werden kann. Der heutige SBB-Bahnübergang Unterwerkstrasse wird abgebrochen und steht nur noch dem Langsamverkehr zur Verfügung.

Grosse Strasse für kleine Abkürzung

In ihrer Eingabe gegen dieses Bauvorhaben stören sich die drei Umweltverbände WWF, VCS und Birdlife primär an der gewählten Linienführung, weil dadurch sehr viel Natur zerstört werde.

Die Rede ist von drei Hektaren Wald, die gerodet werden müssten, und einem Naturschutzgebiet, in dem stark bedrohte Arten leben. Tonja Zürcher vom WWF Aargau sagt: «Offenbar wurde die Linienführung so gewählt, dass das Bauland möglichst geschont wird. Nun muss die Natur leiden.»

Weiter machen die Umweltverbände geltend, dass sie nicht verstehen, warum eine so grosse Strasse für eine relativ kleine Abkürzung gebaut werden muss. Dadurch könnten die Zentren Brugg und Windisch nämlich höchstens minimal entlastet werden.

Verkehrsmanagement sollte umgesetzt werden

Als das Stimmvolk im Juni 2013 über die Südwestumfahrung zu befinden hatte, ging man von einem umfassenden Massnahmenpaket inklusive Nordumfahrung Windisch, Verkehrsmanagement sowie dem Bau des Baldeggtunnels aus.

Doch im Herbst 2013 wurde klar: Der Baldeggtunnel mit der Variante Umfahrung Siggenthal wird nicht umgesetzt, weil er zu viel koste und zu wenig bringe. «Auch bei der Nordumfahrung Windisch ist unklar, ob sie je kommt. Auf jeden Fall ist das Projekt sehr umstritten», ergänzt Zürcher vom WWF.

Die aus ihrer Sicht stärkste Massnahme wäre das Verkehrsmanagement, das seit zehn Jahren ein Thema sei, aber immer wieder verschoben werde. Die Umweltverbände würden es deshalb begrüssen, wenn das Verkehrsmanagement vorgezogen oder wenigstens das gesamte Paket auf einmal aufgelegt würde.

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