Brugg

Südwestumfahrung Brugg: Vom neuen Kreisel gehts direkt zur Autobahn

Ein wichtiger Bestandteil der Südwestumfahrung ist der neue Kreisel Brugg West.

Ein wichtiger Bestandteil der Südwestumfahrung ist der neue Kreisel Brugg West.

Nach langer Planungsphase liegt jetzt das Bauprojekt für die Südwestumfahrung Brugg vor. Am Montagabend ist die Bevölkerung über den Stand der Arbeiten informiert worden. Verläuft alles reibungslos, kann im Frühling 2016 der Bau beginnen.

Der Verkehr nimmt zu, Staus sind in den Zentren von Brugg und Windisch an der Tagesordnung. Mit der geplanten Südwestumfahrung können die Fahrzeuge vom westlichen Aaretal direkt zum Autobahnanschluss geführt werden. Anders gesagt: Diese Anbindung an die Autobahn bringt sowohl eine Entlastung für den Bahnhofplatz und den Knoten Neumarkt in Brugg als auch für die Achse Schinznach-Bad–Scherz–Lupfig.

Mit der Südwestumfahrung kann der Durchgangsverkehr zum Autobahnanschluss geführt werden.

Mit der Südwestumfahrung kann der Durchgangsverkehr zum Autobahnanschluss geführt werden.

Nach der mehrjährigen Planungsphase ist ein Bauprojekt erarbeitet worden. Vom 24. November bis 23. Dezember findet die öffentliche Auflage statt. Grund genug für Behörden und Planer vom kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU), die Bevölkerung zu informieren. Red und Antwort standen in der Aula des Campus Brugg-Windisch am Montagabend: Daniel Moser, Stadtammann Brugg; Rosi Magon, Vizeammann Windisch; Rolf Meier, Kantonsingenieur; Marcel Voser, Projektleiter sowie Götz Timcke, Verkehrsplaner.

Wichtig für Schwerverkehr

Der Brugger Stadtammann Daniel Moser zeigte sich erfreut darüber, «dass wir uns mit der öffentlichen Auflage dem Bauprozess annähern». Er sprach von einem bedeutenden Projekt für die ganze Region, mit dem die Verkehrsprobleme – teilweise – gelöst werden könnten.

Kantonsingenieur Rolf Meier machte auf die heute bestehenden Engpässe aufmerksam. Die Erreichbarkeit der Agglomerationen sei beeinträchtigt, die Anbindung des unteren Aaretals an die Autobahn ungenügend – und dies, obwohl es sich um einen wichtigen Korridor gerade für den Schwerverkehr handle. Dieser Umstand verdiene eine grosse Aufmerksamkeit, fuhr Meier fort.

Projektleiter Marcel Voser wies auf die wichtigen Bestandteile des Vorhabens – unter anderem die beiden Kreisel – hin. Weiter ging er auf den umfangreichen Umweltverträglichkeitsbericht ein und betonte, dass für die tangierten Gebiete – mit Gehölz, Hecken oder Nassflächen – Ersatzmassnahmen und Ausgleichsmassnahmen getroffen werden müssen. Will heissen: Es entstehen neue Biotope oder Trockenstandorte. Wert lege die Projektleitung darauf, dass die Aufwertungen in der Region erfolgen. Eine Fussgängerverbindung entfällt, stellte Voser auf die entsprechende Frage aus dem Publikum fest. «Es werden aber zwei neue Verbindungen geschaffen.» Weiter zur Sprache kam der Knoten Aarauerstrasse. Laut dem Projektleiter wird mit der Verlängerung und Verbreiterung des Bahnübergangs sowie den Barrieren und der Lichtsignalanlage die Sicherheit deutlich verbessert.

Rund zweieinhalb Jahre Bauzeit

Ebenfalls erwähnt wurde das Thema Lärm. Kantonsingenieur Rolf Meier erinnerte an die strengen Vorschriften und tiefen Limiten. Die Auflagen würden kontrolliert und für sämtliche Liegenschaften eingehalten. Unter anderem werden stellenweise Lärmschutzwände erstellt.
Verläuft alles reibungslos, können nach der Bereinigung der Einwendungen, dem Landerwerbsverfahren und der Vergabe der Bauarbeiten im März 2016 die Tätigkeiten an der Südwestumfahrung an die Hand genommen werden. Gerechnet wird mit einer Bauzeit von rund zweieinhalb Jahren. Die Arbeiten finden grösstenteils abseits der bestehenden Verkehrswege statt, hielt Projektleiter Voser fest. Das Ziel sei eine minimale Verkehrsbehinderung. Überdies soll während der Bauzeit möglichst kein Schwerverkehr durch die Quartiere rollen.

Die Südwestumfahrung Brugg sei eine Basis, nicht aber das Ende der Verkehrssanierung, führte Kantonsingenieur Meier mit einem Blick in die Zukunft aus. Erst mit der Nordumfahrung könne eine Entlastung von bis zu 10 000 Fahrzeugen erreicht werden, was einer Halbierung des heutigen Verkehrs auf dem Neumarkt-Knoten entspreche.

46.45 Mio. Franken teuer

Zur Erinnerung: Die geplante Südwestumfahrung Brugg besteht aus einem rund 1500 Meter langen Westast und einem rund 1000 Meter langen Südast zwischen dem Gebiet Brugg-West/Wildischachen/Aarauerstrasse und dem Autobahnzubringer Hausen. Als Hauptmassnahme wird der Verkehr im Bereich eines neuen Kreisels Brugg West direkt zum Autobahnanschluss geführt. Weiter vorgesehen ist, den Knoten Aarauerstrasse auszubauen und den heutigen SBB-Bahnübergang Unterwerkstrasse abzubrechen.

Mit der Südwestumfahrung können der Bahnhofplatz Brugg, der Knoten Neumarkt sowie die Zürcherstrasse in Windisch vom Durchgangsverkehr aus dem westlichen Aaretal entlastet werden. Für das Vorhaben wird mit Kosten von 46,45 Mio. Franken gerechnet. Den Kredit bewilligte das Aargauer Stimmvolk im Juni 2013. Eingesehen werden können die Pläne vom 24. November bis 23. Dezember auf den Verwaltungen der Stadt Brugg sowie der Gemeinden Windisch, Hausen, Habsburg, Würenlingen und Riniken.

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