Südwestumfahrung

TCS ärgert sich über Verzögerungstaktik der Umweltverbände

Die Visualisierung zeigt den Südast von der Autobahn her.

Mit der Südwestumfahrung können die Fahrzeuge direkt zum Autobahnanschluss geführt werden.

Die Visualisierung zeigt den Südast von der Autobahn her.

Der Touring Club Schweiz ärgert sich über die Einsprache gegen die Südwestumfahrung Brugg, welche das Aargauer Stimmvolk deutlich angenommen hatte. Und er fordert die Umweltverbände auf, die Verhinderungspolitik aufzugeben.

Die Einsprache der Umweltverbände gegen die geplante Südwestumfahrung Brugg sorgt für Ärger bei der Sektion Aargau des Touring Clubs Schweiz (TCS): «Erneut soll ein Umfahrungsprojekt mittels Einsprachen gestoppt werden.»

In einer Medienmitteilung spricht der TCS von der «üblichen Verzögerungstaktik». Einmal mehr würden klare Volksentscheide nicht respektiert. Unter der Verhinderungspolitik leide in erster Linie die Bevölkerung von Brugg und Windisch, wird Thierry Burkart zitiert, der Präsident der TCS Sektion Aargau. So müssten betroffene Quartiere «wohl noch Jahre auf die ersehnte Entlastung vom Durchgangsverkehr warten». Die Situation sei vergleichbar mit derjenigen in Mellingen. Dort werde die Umfahrung seit Jahren von Umweltverbänden blockiert.

Die gleichen Parolen

Der TCS erinnert daran, dass das Aargauer Stimmvolk im Juni 2013 die Südwestumfahrung deutlich genehmigte. «Insgesamt 68,3 Prozent der Stimmberechtigten zeigten sich mit Brugg und Windisch solidarisch.» Der TCS Sektion Aargau fordert die Umweltverbände auf, demokratische Entscheide zu akzeptieren und einer raschen Umsetzung der Umfahrungsprojekte nicht weiter im Weg zu stehen.

Dass Rechtsmittel ergriffen würden, sei legitim, stellt der TCS Sektion Aargau klar. Aber: «Die Umweltverbände sind jedoch mit den gleichen in der Einsprache vorgebrachten Argumenten gegen die Südwestumfahrung Brugg im Grossen Rat wie auch in der kantonalen Volksabstimmung deutlich unterlegen», ist in der Medienmitteilung festgehalten. Anders ausgedrückt: Argumentiert werde in der Einsprache mit denselben Parolen. Das eigentliche Ziel sei wie immer eine Verzögerung des Vorhabens.

Für Daniel Moser, Stadtammann in Brugg und Präsident des Planungsverbands Brugg Regio, kommt die Einsprache der Umweltverbände nicht überraschend. Es handle sich um ein legitimes Prozedere, der Ball liege jetzt beim Kanton. Selbstverständlich sei es zulässig, sich für seine Überzeugung einzusetzen. Aber: «Es soll um die Sache gehen», betont Moser. Sonst bestehe die Gefahr, das Ziel vor lauter Details aus den Augen zu verlieren und sich im Kreis zu drehen.

Von Bedeutung sei es deshalb – wenn immer möglich – eine einvernehmliche Lösung zu finden. «Die Südwestumfahrung ist ein sehr wichtiges Projekt für uns», sagt Moser. «Wir sind froh, wenn es vorwärtsgeht.»

26 Einwendungen gingen ein

Zur Erinnerung: Nach der mehrjährigen Planungsphase lag das Bauprojekt für die Südwestumfahrung bis 23. Dezember 2014 öffentlich auf. Die Kantonalsektionen der drei Umweltverbände WWF, VCS und Birdlife erhoben gegen das Bauvorhaben Einsprache (die az berichtete). Sie stören sich primär an der gewählten Linienführung der Strasse, weil dadurch viel Natur zerstört werde. Ebenfalls bemängelt wird die Verkehrsentlastung in den Zentren, die gemäss den Umweltverbänden nur minimal ausfallen dürfte.

Insgesamt sind gegen die Südwestumfahrung 26 Einsprachen eingegangen, sagt Kantonsingenieur Rolf Meier vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt. Bei einer handelt es sich um eine Sammeleinwendung von 115 Einwohnern der Gemeinde Habsburg. Rund zwei Drittel der Einwendungen seien gegen die Ausgleichs- und Ersatzmassnahmen gerichtet, so der Kantonsingenieur. «Im nächsten Schritt werden wir die Einwendungen bearbeiten», fährt Meier fort.

Anschliessend erfolgen die Gespräche und Verhandlungen. Ursprünglich war für die Südwestumfahrung die Rede von einem Baubeginn ab 2016. «Natürlich verfolgen wir weiterhin diese Zielsetzung», hält Meier fest. Massgebend werde sein, ob die Einwendungsentscheide weitergezogen werden oder nicht. «Falls dies der Fall ist, rechnen wir mit einer Verzögerung des Projekts.»

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