Brugg

Tiefenlager für radioaktive Abfälle: Sicherheit hat oberste Priorität

Die Co-Präsidenten der Regionalkonferenz Jura Ost, Peter Plüss (links) und Ueli Müller (rechts) sowie die Referenten Pascale Künzi, Meinert Rahn und Christa Dähler informierten über Stand des Evaluationsverfahrens Tiefenlager.

Die Co-Präsidenten der Regionalkonferenz Jura Ost, Peter Plüss (links) und Ueli Müller (rechts) sowie die Referenten Pascale Künzi, Meinert Rahn und Christa Dähler informierten über Stand des Evaluationsverfahrens Tiefenlager.

Die 11. Regionalkonferenz Jura Ost befasste sich mit einem künftigen Tiefenlager für radioaktive Abfälle: Die Evaluation ist ein mehrstufiger, komplexer Prozess, in den auch die Regionalkonferenzen der potenziellen Standortregionen einbezogen sind.

Im Rahmen der Plenarversammlung Jura Ost in Brugg wurde schwergewichtig über die aufwendigen Sicherheitsabklärungen informiert. Zu der von den Co-Präsidenten Ueli Müller und Peter Plüss geleiteten Versammlung erschienen 61 der insgesamt 97 Mitglieder der Regionalkonferenz Jura Ost, die für den ins Auge gefassten Tiefenlager-Standort Bözberg mit zuständig ist. Zu Beginn war zu erfahren, dass man sich in der laufenden Evaluationsphase 2 momentan in etwas ruhigerem Fahrwasser ohne anstehende Entscheide befindet.

Es wird damit gerechnet, dass bis Anfang 2015 die je zwei verbliebenen Standorte für schwach und für hoch radioaktive Abfälle bekannt sein dürften und dass die Region Jura Ost wegen ihrer von den zuständigen eidgenössischen Stellen beurteilten Eignung in die nachfolgende Endausmarchung der dritten Etappe kommt.

2017 könnte der weiterführende Entscheid fallen, und 2020 wäre der provisorische Standortbeschluss der projektierenden Nagra (Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle) möglich.

Dritte Etappe 2027 zu Ende?

Nach deren Gesuch für eine Rahmenbewilligung (2022 ?) wäre dann voraussichtlich 2027 die dritte Etappe zu Ende.

Auf dem Weg zu diesem Ziel mit Bestimmung eines definitiven Standorts werden noch viele vom Ensi (Eidgenössisches Nuklearsicherheitsinspektorat), weiteren eidgenössischen Institutionen sowie den Regionalkonferenzen begleitete Abklärungen bezüglich Sicherheit, technische Machbarkeit und sozioökonomische Auswirkungen nötig sein.

Unter dem Thema «Die sicherheitstechnischen Kriterien im Sachplanverfahren», referierte Meinert Rahn vom in Brugg domizilierten Ensi über die seit 2011 laufende Evaluationsphase 2, in welcher die unterirdischen Verhältnisse der möglichen Lagerstandorte in gegen 50 Punkten minuziös unter die Lupe genommen und miteinander verglichen werden. Zu den relevanten, auch im Gesamtzusammenhang betrachteten Indikatoren zählen die Eigenschaften des Wirtgesteins, die Langzeitstabilität, die Zuverlässigkeit der geologischen Aussagen und die bautechnische Eignung.

Für die Lagerung am besten geeignet ist eine möglichst wasserdichte Tonschicht. Pascale Künzi, Bundesamt für Energie, gab eine Einführung in die Tätigkeit der Fachgruppe SÖW, die sich mit den sozioökonomischen Einflüssen des Teilgebietes Oberflächenanlage befasst. In dieser Nutzwertanalyse werden die Auswirkungen auf Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft in den infrage kommenden Regionen untersucht. Die Resultate fliessen dann in die Entwicklungsstrategie ein.

Über Zusatzfragen der Region Jura Ost informierte Christa Dähler, Fachbegleiterin SÖW, und Robert Obrist, Vorsitzender der Fachgruppe SÖW, präsentierte das Ergebnis einer Umfrage unter Institutionen und Verbänden zum Thema «Vereinbarkeit Tiefenlager und regionaler Naturpark». Mit Blick auf den Jurapark ergab sich eine ganze Bandbreite von eher positiven bis zu strikt ablehnenden Stellungnahmen.

Meistgesehen

Artboard 1