Villnachern

Trotz Lecks im Hauptschwimmbecken: In der Badi kann weiterhin geplanscht werden

Diese fünf Jungs freuen sich riesig über den runden Pool in der Badi.

Diese fünf Jungs freuen sich riesig über den runden Pool in der Badi.

Ein neuer Pool wertet seit wenigen Tagen die defekte Badi in Villnachern auf. Die IG Badi glaubt an die Zukunft des Freibads im Dorf und findet, dass zu wenig intensiv nach temporären Sofortmassnahmen gesucht wurde, um das Hauptbecken diese Saison zu eröffnen. Die AZ hat das derzeit speziellste Freibad im Aargau besucht.

Zwei Frauen aus dem Ostaargau haben es sich auf den Liegestühlen in der Badi Villnachern bequem gemacht. Dass das Hauptschwimmbecken wegen mehrerer Lecks die ganze Saison für die Badegäste geschlossen ist, haben sie erst vor wenigen Minuten erfahren. Doch das trübt ihre gute Stimmung an diesem Sonntagnachmittag nicht. Seit Jahren ziehen die Frauen die beschauliche Badi Villnachern grösseren Freibädern vor. Hier habe man genügend Platz und seinen Frieden, sagen sie und lachen.

Viel gelacht wird auch ein paar Meter weiter im vor wenigen Tagen aufgestellten runden Pool. Dieser hat einen Durchmesser von etwa siebeneinhalb Metern. Die IG Badi, die sich für den Erhalt der familienfreundlichen Infrastruktur einsetzt, hat an ihrer Generalversammlung beschlossen, diesen Pool zu kaufen. Fünf Jungs vergnügen sich im Wasser. Beaufsichtigt werden sie von Vjollca Kurmekaj. Für sie ist es die vierte Saison als Badmeisterin. Viele Leute seien schon traurig, dass dieses Jahr nur das kleine Kinderplanschbecken und der runde Pool in Betrieb sind, so Vjollca Kurmekaj. «Die aktuelle Situation mit der Badi Villnachern ist natürlich äusserst unglücklich», ergänzt Präsident Thomas Märki von der IG Badi auf Nachfrage der AZ. «Wir wurden durch den Gemeinderat früh über den Wasserverlust und die eingeleiteten Massnahmen informiert.»

Die IG Badi zählt rund 180 Mitglieder, das entspricht gut 10% der Bevölkerung von Villnachern. Nach dem Auffinden eines ersten Lecks und der erfolgreichen Reparatur an einer Leitung war die IG Badi zuversichtlich, dass die Badi nach der Covid-19-Freigabe geöffnet werden kann. Die IG bot Hand, das Badi-Team aufgrund der zusätzlichen Corona-Auflagen zu unterstützen, und startete einen Helferaufruf. Alle hoffen, dass die Badi nicht geschlossen wird.

Das Schwimmbecken verliert über 60'000 Lieter Wasser pro Tag.

Das Schwimmbecken verliert über 60'000 Lieter Wasser pro Tag.

Gemeinderat hat IG in die Arbeitsgruppe eingeladen

Die vom Gemeinderat beschlossene Massnahme sind im Dorf ein Gesprächsthema. An der GV der IG vor wenigen Tagen stand die Frage im Raum, ob man die bekannten Badi-Probleme seitens des Gemeinderats nicht viel früher hätte angehen müssen. «Wahrscheinlich ist, dass das zweite Leck sowieso erst kurz vor der Eröffnung der Badi bemerkt worden wäre», sagt ­Märki. Bei allem Verständnis für den reduzierten Badi-Betrieb aufgrund des massiven Wasserverlusts ist die IG der Ansicht, dass bei der Problemerfassung zu wenig intensiv nach einer – temporären – Sofortmassnahme gesucht wurde. Der Gemeinderat hat die IG Badi zur Einsitznahme in die Arbeitsgruppe eingeladen. ­Diese plant die nächsten Schritte. «Unsere Zielset­zungen sind, dass die Sanierungsmassnahmen bezahlbar bleiben, dass Varianten gebildet werden und dass die Arbeiten zügig vorangehen», sagt Thomas Märki.

Das von der IG organisierte Ponyreiten und das Zelten in der Badi zum Sommerferienende werden wie geplant stattfinden. Im Badi-Restaurant will Wirt Ruedi Steigmeier verschiedene Veranstaltungen durchführen.

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