Schinznach

Trotz schlaflosen Nächten gibt es guten Wein

Kellermeister Heinz Simmen (l.) und Geschäftsführer Hans Peter Kuhn sind stolz auf die 2017er-Weine.

Kellermeister Heinz Simmen (l.) und Geschäftsführer Hans Peter Kuhn sind stolz auf die 2017er-Weine.

Die Weinbaugenossenschaft Schinznach ist trotz Frostnächten mit dem Vorjahr zufrieden. Dank vermehrt geschnittener Frostreserven hielt sich der Schaden in Grenzen.

In Schinznach-Dorf sind lachende Gesichter zu sehen, wenn es um das Weinjahr 2017 geht. Nachdem das Jahr 2016 kein gutes für die Weinbaugenossenschaf Schinznach war, es gab eine Ernteeinbusse von rund 38%, können die Genossenschafter mit dem letzen Jahr zufrieden sein.

Und das, obwohl vor einem Jahr zwei Frostnächte die Weinbauern fast rund um die Uhr auf Trab hielten. In den Nächten vom 19. und 20. April wurden Tiefstwerte von –5 Grad Celsius gemessen. «Die Frostnächte bescherten uns einige schlaflose Nächte», so Kellermeister Heinz Simmen. Denn solch tiefe Temperaturen können bereits eine riesige Ernteeinbusse bedeuten. Allerdings erholten sich die meisten Reben erstaunlich gut von diesem Temperaturschock.

Grund dafür waren die Erfahrungen aus dem Frost des Vorjahres. Dank vermehrt geschnittener Frostreserven hielt sich der Schaden in Grenzen und «man kam mit zwei blauen Augen davon». Die Nerven von Simmen blieben dennoch bis in den Sommer angespannt. Nach den Frostnächten im April waren die Schäden zwar schnell ersichtlich, allerdings war erst ab Juni klar, dass sich die Reben dennoch gut erholt hatten.

Vom Hagel verschont

Das Wetterglück oder -pech ist sehr regional. 2016 wurde das Schenkenbergertal stark getroffen, während 2017 das Baselbiet zu leiden hatte. Dennoch bleibt der unberechenbare Frost eine grosse Schwierigkeit. Anders als andere Weinbauregionen ist das Schenkenbergertal durch den Schutz des Bözbergmassivs von Hagelzügen selten gefährdet.

Stolz auf die Jahrgangsweine

Die Ernte hat 2017 bereits Anfang September begonnen, was zwei bis drei Wochen früher als in Vorjahren war. «Qualitativ und quantitativ sind wir zufrieden», sagt Geschäftsführer Hans Peter Kuhn stolz. Durch das veränderte Klima wird es jedoch immer schwieriger.

Das bekam die Weinbaugenossenschaft vor allem im März 2016 zu spüren: Die Natur war im März bereits weit fortgeschritten, als der Frost kam und grosse Teile der Ernte damit unbrauchbar machte. 2017 war die Natur bei den Frostnächten weniger stark ausgereift, ein Mitgrund für den geringen Schaden.

Die Weinbaugenossenschaft nimmt jedes Jahr an zwei bis drei Prämierungen teil und konnte erwartungsgemäss reüssieren: Bei der Selektion «Goldener Weingenuss» des Branchenverbandes erreichte der Oberflachser Pinot Noir Barrique 2015 die Höchstnote. Am «Grand Prix du Vin Suisse» wurde der Schinznacher Sauvignon Blanc 2016 mit dem Silberdiplom ausgezeichnet.

Die Tradition des jährlichen Kellerverkaufs findet am 27. und 28. April sowie am 1. Mai statt.

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