Brugg
«Turbulenzen» heisst das neue Kunstwerk im Brutkasten

Nahe des Bahnhofs in Brugg zieht eine Installation die Blicke auf sich.

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In der kleinen Glasvitrine am Gleis 1ist das Kunstwerk «Turbulenzen» von Miguela Tamo zu bewundern. zvg

In der kleinen Glasvitrine am Gleis 1ist das Kunstwerk «Turbulenzen» von Miguela Tamo zu bewundern. zvg

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Turbulenzen sind einerseits Störungen, andererseits eine Chance, die eigene Reichweite zu erhöhen. Aus diesem Grund haben Golfbälle kleine Dellen, Dimples genannt. Diese vergrössern die Schlagweite eines Golfballs um ein Vielfaches, denn sie sorgen für kleine Luftverwirbelungen − Turbulenzen. Dabei variieren Anzahl und Tiefe der Dimples je nach Marke, denn eine exakte Wissenschaft ist die Turbulenzlehre bis heute nicht.

Die Künstlerin Miguela Tamo nimmt dieses physikalische Geheimnis als Ausgangspunkt: Sie hat für jede «Metronautin» und jeden «Metronauten» elf Kugeln mit unterschiedlichen Oberflächen geschaffen − total 1485 «Turbulenzlinge» aus Porzellan. Im Brutkasten der Firma Metron am Gleis 1, nahe dem Brugger Bahnhof, liegen sie symbolisch bereit.

Von weitem wirkt die Installation wie eine Schneeverwehung − eine Gesamtform, die sich beim Näherkommen in schneeweisse, kugelähnliche Einzelformen auflöst. Sie reflektieren das Licht, bilden Hohlräume, werfen Schatten. Und während das Auge sie abtastet, entsteht der Wunsch, zuzugreifen. Denn da liegt geballte Kraft − eine Aufforderung zum Experiment.

Hervorgegangen aus Wettbewerb

Die kleine Glasvitrine der Firma Metron am Gleis 1 wird jedes halbe Jahr von neuen Kunstschaffenden bespielt. Sie besteht aus einem Betonsockel mit einem Schaukasten von 60 mal 60 Zentimetern Grundfläche sowie einer Höhe von 70 Zentimetern. Hervorgegangen ist der sogenannte Brutkasten aus einem Wettbewerb. Gesucht war ein visionäres Projekt, das die tägliche Arbeit sowohl anregt und inspiriert als auch hinterfragt.

Seit 2007 legen die Metron-Mitarbeitenden zweimal jährlich ein Wort fest, das durch eine Künstlerin oder einen Künstler in eine räumliche Installation umgesetzt wird. Die Kunstschaffenden werden honoriert. Die Arbeit geht nach der Ausstellungszeit an sie zurück. (az)