Brugg

«Überdimensioniert und unpassend»: Das Projekt «Alte Post» spaltet die Gemüter

Die Zukunft der Liegenschaft «Alte Post» und des dahinter liegenden Areals sind derzeit ein grosses Gesprächsthema in der Stadt – und Gegenstand einer Petition.

Die Zukunft der Liegenschaft «Alte Post» und des dahinter liegenden Areals sind derzeit ein grosses Gesprächsthema in der Stadt – und Gegenstand einer Petition.

Die Petition für eine massvolle bauliche Entwicklung der Brugger Innenstadt findet viele Befürworter – stösst aber auch auf Kritik.

Was auf dem Areal zwischen Annerstrasse und Schulthess-Allee passieren soll, darüber wird derzeit lebhaft diskutiert in Brugg. Geht es nach dem Stadtrat, werden in der Liegenschaft «Alte Post» sowie in einem Neubau eine zentrale Verwaltung mit Stadtbüro eingerichtet. Überdies vorgesehen sind Verkaufsflächen, Büros sowie rund 55 Wohnungen.

Eine Gruppierung hat eine «Petition für eine massvolle bauliche Entwicklung der Brugger Innenstadt» lanciert. Diese ist nun auch online aufgeschaltet auf petitio.ch und wird – Stand Mittwochabend – schon von 67 Personen unterstützt. Nötig sind 200 Unterschriften, damit der Stadt ein Brief geschickt und um eine Antwort gebeten wird.

«Massiv überdimensioniert»

Die Initianten setzen sich dafür ein, dass die Gebäude «Müller-Haus» und «Alte Schmitte» erhalten bleiben und ins kommunale Inventar der schützenswerten Bauten aufgenommen werden. Beim Gestaltungsplan «Alte Post» und bei der Teiländerung des Gestaltungsplans «Annerstrasse» fordern sie, die Bebauungsdichte und die Höhen der einzelnen Gebäude seien «auf ein erträgliches Mass» zu reduzieren.

Denn für die Gruppierung steht fest: «Die geplante Überbauung ist massiv überdimensioniert und für das Ortsbild und die Identität des Quartiers unpassend.» Die «Alte Schmitte», das «Müller-Haus» sowie das «Kupper-Haus» bilden laut Initianten zusammen mit der «Alten Post» ein bauhistorisch hochkarätiges Ensemble mit direktem Bezug zur geschützten Altstadt. Als Häuserzeile an der Südseite der Schulthess-Allee seien die Bauten das Bindeglied zwischen der Alt- und Neustadt. «Sie sind ein für Brugg einmaliger Zeitzeuge der Siedlungsgeschichte der Stadt.»

Abriss ja oder nein?

In der Facebook-Gruppe «Du bisch vo Brugg wenn . . .» gehen die Meinungen weit auseinander zum Projekt «Alte Post» und zum Neubau. Er sei für den Erhalt der bestehenden Gebäude, man müsse nicht alles Alte abreissen und neue Betonklötze hinstellen, schreibt ein Mann. Einem anderen fehlt es beim Projekt «einfach an der Ästhetik», die geplanten Bauten seien fantasielos. «Wann endlich merkt Brugg, dass die ganze Stadtplanung überdenkt werden sollte?», fragt eine Frau und ergänzt: «Diese alten Häuser dürfen auf keinen Fall abgerissen werden.»

Eine andere hält dagegen. Brugg könne nicht immer stehen bleiben und müsse auch einmal für die Zukunft planen, stellt sie fest. Sie werde den Häusern nicht nachweinen und sage Ja zu diesem Vorhaben. Vielleicht sei es genau die Verbindung, die es brauche zwischen Neumarkt und Altstadt, meinte eine weitere Frau.

Ein anderes Gruppenmitglied spricht sich ebenfalls aus für eine gute Verbindung und macht ein Fragezeichen zum grossen Widerstand. Er wolle kein Museum, sondern eine belebte Altstadt. Einem weiteren ist die Petition zu radikal. Es stehen, so seine Meinung, schon genügend Häuser in Brugg unter Denkmalschutz.

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