Mönthal/Brugg

Ultraläufer ist bei Rekordlauf schneller als geplant unterwegs

Simon Schmid aus Mönthal will nonstop 370 Kilometer quer durch die Schweiz rennen. Am Freitagabend kommt er in Brugg vorbei – wo Freunde und Begleiter auf ihn warten.

Just nach dem Glockenschlag um 19.30 Uhr am Freitagabend kommt Ultraläufer Simon Schmid von der Annerstrasse her angerannt. Er nimmt die Kurve beim Parkhaus Eisi mitten in Brugg, lacht, hebt die Hände und streckt seinen Daumen in die Höhe. Dass er schon rund 130 Kilometer in den Beinen hat, ist ihm nicht anzusehen.

Auch nach 130 Kilometern kann Simon Schmid noch Lachen.

Auch nach 130 Kilometern kann Simon Schmid noch Lachen.

Auf dem Platz beim Storchenturm warten seine Freunde und Begleiter auf ihn. Schmid legt eine kurze Pause ein, kühlt sich mit Wasser ab und nimmt ein paar Becher Flüssigkeit zu sich. «Schaffst Du es?», will einer vom Ausdauerathleten wissen. «Sicher!», antwortet dieser ohne zu zögern. Im gleichen Atemzug räumt er ein, dass er schon mit den hohen Temperaturen zu kämpfen habe.

Es sei fast nicht möglich, genügend zu trinken. «Weiter gehts!», sagt er nur ein paar Minuten später, steht auf, biegt im Laufschritt auf die Museumstrasse ab und ist schon wieder verschwunden.

Der Ultraläufer Simon Schmid läuft in Brugg ein. Dort gönnt er sich eine Abkühlung und wird mit erfrischenden Getränken versorgt.

Der Ultraläufer Simon Schmid läuft in Brugg ein. Dort gönnt er sich eine Abkühlung und wird mit erfrischenden Getränken versorgt.

Start um 4 Uhr in der Früh

Als erster Ultraläufer will der 45-jährige Mönthaler die Schweiz vom Bodensee zum Genfersee nonstop laufend durchqueren. Eine extreme Belastung für den Körper: Die Strecke führt durch acht Kantone und über 370 Kilometer, was fast neun Marathonläufen entspricht – am Stück wohlverstanden.

Der Startschuss zum SwissUltraRun fiel gestern Freitag um 4 Uhr in der Früh bei 16 Grad Lufttemperatur in Romanshorn. Der Ausdauerathlet war deutlich schneller unterwegs als geplant, um 7 Uhr war er bereits kurz vor Wil. Das Tempo blieb trotz Hitze hoch. Nach dem Mittag passierte er den Flughafen in Kloten, vor 15 Uhr den Katzensee. In Regensdorf hatte Schmid die ersten 100 Kilometer hinter sich.

Stets zwei Velofahrer an der Seite

Beim Posten in Würenlos steckte er zur Abkühlung kurzerhand den Kopf in den Brunnen am Wegrand. Auf die Frage am Verpflegungsposten in Baden-Dättwil, ob es ihm gut gehe, antwortete er nur mit «ja, ja . . .» – was seine Begleiter als «zumindest den Umständen entsprechend» interpretierten.

Verläuft alles nach Plan, wird Schmid das Ziel in Lausanne am Sonntagabend erreichen.

Der Mönthaler ist in der Ultralauf-Szene kein Unbekannter. In seiner Alterskategorie ist er Weltrekordhalter im 48-Stunden-Lauf sowie Schweizer Meister im 12-Stunden- und im 24-Stunden-Lauf. Der SwissUltraRun ist aber selbst für ihn eine ganz neue Herausforderung, ein einmaliges und einzigartiges Erlebnis. Die Vorbereitungen waren intensiv und komplex.

14 Personen umfasst das Betreuerteam. Während dem ganzen Lauf sind ununterbrochen zwei Velofahrer an seiner Seite. Der vordere sichert die Strecke, der hintere kümmert sich um die Verpflegung. Alle 10 Kilometer wartet zudem ein Begleitbus auf die Gruppe. Etwas vom Wichtigsten und Schönsten sei die professionelle Unterstützung, sagt Schmid. Bei seinen Betreuern handle es sich um tolle, sportbegeisterte Menschen und zum Teil langjährige Bekannte. Ihr Engagement sei unbezahlbar.

Hier können Sie den Lauf per Live-Tracker mitverfolgen.

Meistgesehen

Artboard 1