Hausen
Unfallprävention: Die Primarschüler lernen Verkehrssicherheit

Die Regionalpolizei, der TCS Sektion Aargau und die Feuerwehr Windisch-Habsburg-Hausen schulen die Husemer Kinder in Verkehrsfragen.

Pascal Bruhin
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Die Kinder freuen sich auf den Einstieg in die Fahrerkabine.

Die Kinder freuen sich auf den Einstieg in die Fahrerkabine.

Pascal Bruhin

Es ist nicht zu übersehen, das Feuerwehrauto auf dem Platz vor der neuen Mehrzweckhalle in Hausen gestern. «16 Tonnen schwer», wie Adrian Stüssi von der Feuerwehr Windisch-Habsburg-Hausen verrät. Das imposante Gefährt steht indes nicht ohne Grund vor der Turnhalle.

Nach drei Jahren spannten die Regionalpolizei Brugg und der TCS Sektion Aargau wieder zusammen, um die jüngsten Verkehrsteilnehmer für zwei wichtige Aspekte der Verkehrssicherheit zu sensibilisieren: 136 Husemer Primarschüler von der dritten bis zur sechsten Klasse wurden zu den Themen «Toter Winkel» und «Korrekt sitzender Velohelm» geschult.

Mit dabei ist zum ersten Mal auch die Feuerwehr Windisch-Habsburg-Hausen. Initiiert wurde diese Zusammenarbeit von Gemeinderätin Sabine Rickli. «Da sich das Feuerwehrmagazin direkt neben der Schule und der Mehrzweckhalle befindet, bot es sich an, die Feuerwehr zu fragen, ob sie uns ein Fahrzeug zu Demonstrationszwecken zur Verfügung stellt», sagt Rickli. Ihr Mann war selber 17 Jahre lang LKW-Fahrer, und musste auch den einen oder anderen Unfall miterleben. Die Thematik des «Toten Winkels» ist Rickli insofern ein Anliegen.

«Ein falsch eingestellter Velohelm kann dich töten»

Im Inneren des Gebäudes geht es unterdessen um einen anderen Sicherheitsaspekt. Der TCS lädt zum Helm-Check. «Richtig eingestellt kann er Leben retten», sagt Walter Wolf, ehemaliger Helm-Importeur und jetzt freiwilliger Helfer beim TCS. «Ein falsch eingestellter Velohelm kann dich töten», warnt er. Dies zeigt er eindrücklich, indem er einem Schüler den zu locker angepassten Helm nach hinten schiebt.

Das Kinnband kommt auf dem Kehlkopf zu liegen. Bei der Wucht eines Unfalls würde das Band auf den Kehlkopf drücken und im schlimmsten Fall zu einer Erstickung führen. «Die meisten Menschen sterben bei einem Velounfall nicht an ihren Verletzungen, sondern werden von ihrem falsch sitzenden Helm regelrecht erwürgt», fügt Wolf an.

Der korrekt sitzende Helm jedoch bietet einen optimalen Schutz. Die Wucht eines Aufpralls von rund 900 Kilogramm wird durch die Verteilung auf den ganzen Helm auf 200 Kilogramm reduziert. «900 Kilogramm töten dich. 200 Kilogramm können allenfalls eine leichte Hirnerschütterung zur Folge haben», erläutert Wolf. Vielen Kindern und deren Eltern ist diese Tatsache offenbar noch nicht bewusst.

Erschreckend sind die Zahlen: «Von den rund 1000 Schulkindern, deren Helm wir 2019 im Kanton Aargau überprüft haben, waren lediglich elf richtig eingestellt», meint Wolf. Der Handlungsbedarf ist entsprechend gross. Der nächste Anlass dieser Art in Hausen findet voraussichtlich in drei Jahren wieder statt. «Unser Ziel ist es, dass jedes Kind einmal in seiner Schulkarriere diesen Tag miterleben kann», sagt Sabine Rickli. (pbr)

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