Die Pläne haben da und dort für Kopfschütteln gesorgt in Hausen: Die Büntefeldstrasse, die heute als Veloweg dient, soll für den motorisierten Verkehr geöffnet werden. Mit dieser Massnahme können laut Gemeinderat das Dorfzentrum – also der Bereich Holzgasse – entlastet und die Verkehrssicherheit insgesamt erhöht werden. Vorgesehen ist die Öffnung in Fahrtrichtung Windisch ab der Höhe der Gärtnerei Winkenbach bis zur Einmündung in die Umfahrungsstrasse – für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen und zeitlich beschränkt von Montag bis Freitag, 6 bis 18 Uhr. Gleichzeitig wird Tempo 30 signalisiert.

Die Publikation im Amtsblatt ist am 18. Juli erfolgt. Der AZ ist bekannt, dass mehrere Einsprachen eingereicht werden gegen das Vorhaben, auch von Pro Velo Brugg-Windisch. Der Verein setzt sich ein für die Interessen der Velofahrerinnen und Velofahrer sowie für ein flächendeckendes und sicheres Radwegnetz.

Für Präsident Hörby Künzi bleiben bei diesem Vorhaben viele Unklarheiten. Eine Interessenabwägung habe nicht stattgefunden. «Der Gemeinderat hat aber die Aufgabe, die Anliegen aller Bewohner zu berücksichtigen», steht für Künzi fest. Er spricht von einem schweren Eingriff für den Fuss- und Veloverkehr. Statt den Langsamverkehr zu fördern, bleibe dieser auf der Strecke.

Etablierte Verbindung wird dem Autoverkehr geopfert

Das bestehende und bewährte Verkehrsregime auf der Büntefeldstrasse sei beizubehalten, lautet der Antrag von Pro Velo. Denn durch die geplante neue Verkehrsanordnung entstehe auf der Büntefeldstrasse motorisierter Verkehr, der die Sicherheit für Fussgänger und Velofahrer stark beeinträchtige. Es werde zu vielen Konfliktsituationen und sogar Unfällen kommen.

Verloren gehen würde eine attraktive Veloroute für Familien, Schüler und Pendler genauso wie eine wichtige und direkte Fussverbindung nach Windisch: für Kinder, für Hundebesitzer, für Personen mit eingeschränkter Mobilität oder für Personen mit Behinderung. Kurz: Eine etablierte Verbindung für den Langsamverkehr würde dem Autoverkehr geopfert, stellt Pro Velo fest.

In der ausführlichen, mehrseitigen Begründung zur Einsprache verweist Pro Velo auf die widersprüchlichen Angaben des Gemeinderats bezüglich Verkehrsaufkommen, das gefährliche Einbiegen in die Umfahrungsstrasse, die unzureichenden Massnahmen zur Durchsetzung der Tempo-30-Beschränkung oder die zeitliche Limitierung des Verkehrsregimes. Eine solche führe erfahrungsgemäss zu Irrtümern und Missverständnissen.

Sowieso sei die Strasse im aktuellen Ausbauzustand klar zu schmal für das vorgesehene Verkehrsregime, steht für Pro Velo fest. Da die Büntefeldstrasse heute nicht über eine angemessene Mindestbreite für Fuss- und Radverkehr im Zweirichtungsregime plus Motorwagen im Einrichtungs-Regime verfüge, würde es regelmässig zu kritischen Begegnungsfällen kommen. Auch der Benutzungskomfort für den Langsamverkehr würde durch das schwierige Kreuzen in einem inakzeptablen Masse reduziert.

«Die Unterlagen lassen viele Fragen offen»

«Die verfügbaren Unterlagen lassen bei uns und anderen Betroffenen viele Fragen offen und der gewählte Publikationszeitpunkt in den Sommerferien erschwerte die Klärung dieser erheblich», lautet das Fazit von Pro Velo.

Erst wenn die Vorbehalte sauber analysiert und die sich daraus ergebenden Fragen beantwortet seien, werde eine korrekte Beurteilung der Auswirkungen möglich. «Für Pro Velo Brugg-Windisch ist schon heute klar, dass diese Verkehrsanordnung nicht den gängigen Normen entspricht und das Unfallrisiko auf der Büntefeldstrasse erheblich erhöht, während der Sicherheitsgewinn bei der Holzgasse nur minimal sein dürfte.» Die Einsprachefrist läuft bis zum 18. August.