Villnachern
Finanzkommission beantragte, den Steuerfuss von 120 auf 123 Prozent zu erhöhen

Neuer Spielplatz, IT-Ausstattung für Schule und Entschädigung für Grundeigentümer gaben zu reden an Gmeind. Obwohl einige gutgeheissene Kredite von der Gemeinnützigen Genossenschaft Villnachern gesponsert werden, resultiert ein Minus im Budget.

Claudia Meier
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Die Visualisierung zeigt, wie das Mehrzweckgebäude und der Kindgarten künftig daherkommen sollen.

Die Visualisierung zeigt, wie das Mehrzweckgebäude und der Kindgarten künftig daherkommen sollen.

zvg

Es waren deutliche Worte, die Präsident Thomas Schluep von der Finanzkommission (Fiko) an der Wintergmeind nach 23 Uhr am Dienstagabend zur finanziellen Situation in Villnachern wählte. «Eigentlich braucht es eine Steuerfusserhöhung», sagte Schluep in der Turnhalle zum Budget-2022-Traktandum mit einem unveränderten Steuerfuss von 120%. Denn die Verschuldung werde zunehmen, wenn das Minus grösser sei als die Abschreibungen. Besorgniserregend sei das für 2022 budgetierte Gesamtergebnis von –439'600 Franken. Das müsse noch eingehend diskutiert werden.

Denn es könne nicht sein, dass grosse Teile der an diesem Abend beschlossenen Verpflichtungskredite von der Gemeinnützigen Genossenschaft Villnachern (GGV) finanziert würden und das Ergebnis nicht besser ausfalle, so Schluep. Zuvor hatte Gemeindeammann Roland König gesagt, der Gemeinderat sei der Meinung, dass Villnachern das vorliegende Budget 2022 verkraften könne. In der Tendenz zeigten die Steuereinnahmen nach oben. Das genügte der Fiko nicht und sie stellte den Antrag, das Budget mit einem Steuerfuss von 123% zu erstellen. Die gewünschte Diskussion fand – angesichts der fortgeschrittenen Zeit – nicht statt. Mit 29 Ja- zu 62 Nein-Stimmen wurde der Antrag der Fiko abgelehnt und in der Folge das Budget mit einem Steuerfuss von 120% grossmehrheitlich gutgeheissen.

Stimmbürger vermissen gute Gemeindezusammenarbeit

Von den insgesamt 1118 Stimmberechtigten waren 105 an der Gmeind, die bis 23.45 Uhr dauerte, anwesend. Da das Quorum nicht erreicht wurde, unterstehen alle Entscheide dem fakultativen Referendum. Trotz einiger Gegenstimmen gutgeheissen wurden zudem die Verpflichtungskredite für die Gesamtsanierung des Mehrzweckgebäudes und die Erweiterung des Kindergartens inklusive Fotovoltaikanlage für 2,1 Mio. Franken, für den Spielplatz auf dem Schulareal für 180'000 Franken und für die Erneuerung der IT-Infrastruktur an der Schule für 203'000 Franken.

Bei Letzterem wurde aus der Versammlung Kritik laut, warum man nicht mit Brugg eine gemeinsame Lösung gesucht habe. Vizeammann Richard Zickermann liess durchblicken, dass dies nicht so einfach sei und die Schule Villnachern bei der digitalen Transformation der Zeit voraus sein soll. Da die GGV den Grossteil der erwähnten Ausgaben finanziert, fallen für die Einwohnergemeinde nur noch Kosten für das Mehrzweckgebäude in der Höhe von 565'000 Franken an. Darauf erfolgen dann die jährlichen Abschreibungen.

Rückweisungsantrag wurde abgelehnt

Am meisten zu diskutieren gab der Verpflichtungskredit von 82'400 Franken für die Entschädigung der Grundeigentümer im Zusammenhang mit der überarbeiteten Grundwasserschutzzone Stieracker. Kritisiert wurde, dass sogenannte Betriebsbeiträge an die Landbesitzer und nicht die Pächter ausbezahlt würden. Nach der Ablehnung eines Rückweisungsantrags hiess das Stimmvolk den Antrag des Gemeinderats mit 42:34 Stimmen bei 20 Enthaltungen gut.

Unbestritten waren die Anpassung des Stellenplans für die Schulverwaltung von 40 auf 50%, der Betrag in der Höhe von 130'000 Franken für die Sanierung der Wasserleitung und Strasse Vierlinden infolge eines Wasserschadens sowie die unveränderte Jahresentschädigung für die Mitglieder des Gemeinderats für die kommende Amtsperiode.

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