Zusammenschluss

Vor der Fusion mit Brugg: Schinznach-Bad erledigt letzte Aufgaben

Angela Lunginovic ist der letzte Gemeindeammann der Kommune, die ab 1. Januar ein Ortsteil der Stadt Brugg wird.

Angela Lunginovic ist der letzte Gemeindeammann der Kommune, die ab 1. Januar ein Ortsteil der Stadt Brugg wird.

Sie übernahm das Amt des zurückgetretenen Gemeindeammann Oliver Gerlinger. Nun schliesst Angela Lunginovic nicht aus, nach der Fusion für den Einwohnerrat zu kandidieren.

Als am 19. März 2015 die Gemeindevertreter von Brugg und Schinznach-Bad bekannt gaben, dass sie eine Fusion prüfen wollen, war Angela Lunginovic (SVP) gerade als Gemeinderätin in Schinznach-Bad frisch gewählt. Kurz nach der Wahl – noch vor der öffentlichen Bekanntgabe – wurde sie vom damaligen Gemeindeammann Oliver Gerlinger über die noch geheimen Fusionspläne informiert. «Das hat mich gefreut, denn für mich war klar, dass Schinznach-Bad fusionieren muss», sagt sie rückblickend. Mitten im Fusionsprozess trat dann Gerlinger zurück. Angela Lunginovic sprang in die Bresche, wurde Gemeindeammann.

Inzwischen ist die Fusion beschlossene Sache, am 8. November findet in Schinznach-Bad die letzte Gemeindeversammlung statt. Ab 1. Januar ist die Gemeinde ein Ortsteil der Stadt Brugg. Die letzten administrativen Arbeiten sind im Gang. Dank der guten Vorbereitungen sei alles reibungslos verlaufen, sagt Angela Lunginovic am langen Holztisch im Sitzungszimmer im Gemeindehaus Schinznach-Bad. Am letzten Mittwoch haben die Schinznach-Bader zudem einen Flyer erhalten – inklusive schokoladigem Gruss – mit allen notwendigen Infos über die Stadt Brugg. Zum Beispiel, wann der Abfall abgeholt wird oder dass der Steuerfuss 97% beträgt.

Die Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde Schinznach-Bad haben diese Informationsbroschüre über die Stadt Brugg inklusive schokoladigem Gruss erhalten.

Informationsbroschüre Stadt Brugg

Die Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde Schinznach-Bad haben diese Informationsbroschüre über die Stadt Brugg inklusive schokoladigem Gruss erhalten. 

Sie schliesst Kandidatur für Einwohnerrat nicht aus

Für Angela Lunginovic, die als Bankerin arbeitet, sind es die letzten Wochen als Frau Gemeindeammann. Am Freitagabend fand das Essen für alle Kommissionsmitglieder der Gemeinde Schinznach-Bad statt. Zurzeit ist sie noch mit der Organisation der Gemeindeversammlung und des Weihnachtsessens für das Personal beschäftigt.

«Das Personal soll in einem würdigen Rahmen verabschiedet werden, denn wir alle hören auf», sagt sie. Von den ursprünglich acht Personen im Dienst der Gemeinde Schinznach-Bad sind zurzeit noch fünf vor Ort. Zwei werden nach Brugg wechseln, Gemeindeschreiberin Nicole Seiler hat eine neue Stelle gefunden. Zwei weitere Personen suchen noch eine Anschlusslösung.

Politisch sei es das für sie vorläufig gewesen, konstatiert die 49-Jährige. «Eventuell wird eine Kandidatur für den Einwohnerrat Brugg in zwei Jahren ein Thema sein», fügt Lunginovic an. Je nachdem, ob es beruflich und privat passt. Persönlich freut sie sich, dass sie mit der Fusion Anschluss an eine Ortspartei gewinnt.

«Die SVP-Mitglieder aus Schinznach-Bad wurden von der Brugger Ortspartei bereits einmal eingeladen, das ist hilfreich», so Lunginovic. Wenn es die Zeit zulasse, werde sie sich gerne für die Ortspartei engagieren. Mit den Gspänli von der SVP-Ortspartei sei sie übrigens bezüglich Fusion nie auf einen gemeinsamen Nenner gekommen, sagt sie und lächelt.

Die Frau Gemeindeammann hofft, dass sich die Bürgerinnen und Bürger von Schinznach-Bad künftig in der Stadt politisch engagieren werden. Sie ermutigt die Schinznach-Bader, sich für den derzeit freien Sitz in der Brugger Schulpflege zu bewerben. Denn bis zum nächsten Legislaturbeginn im Jahr 2022 können sich die Schinznach-Bader vorläufig nur mit Initiativen, Referenden und Motionen in die politischen Geschehnisse einbringen.

Tritt im Stadtrat jemand zurück, können sie kandidieren, anders sieht es im Einwohnerrat aus, wo zuerst jene nachrutschen, die bei den letzten Wahlen kandidiert haben. «Selbstverständlich bleiben aber alle anderen demokratischen Mittel erhalten», betont Lunginovic.

Ein Integrationsprogramm ist nicht nötig

Nicht nur politisch, sondern auch gesellschaftlich sollen sich die neuen Bürgerinnen und Bürger der Stadt Brugg engagieren, findet Lunginovic. «Es braucht kein spezifisches Integrationsprogramm, schliesslich fahren die Leute aus Schinznach-Bad regelmässig nach Brugg für Arztbesuche oder zum Einkaufen.» Aber es wäre doch zu wünschen, dass sie sich den Vereinen anschliessen oder beispielsweise in der Feuerwehr mitmachen würden. Eine erste Rekrutierung war bereits erfolgreich.

Eine spezielle Fusionsfeier wird es im Übrigen nicht geben. An der Gemeindeversammlung vom 8. November in Schinznach-Bad wird der Brugger Stadtrat anwesend sein, im Anschluss gibt es einen Apéro riche. «Wir wollen das in einem gemütlichen Rahmen feiern», sagt Lunginovic.

Am 1. Januar findet im Salzhaus in Brugg der traditionelle Neujahrsempfang statt, an dem die Bevölkerung von Schinznach-Bad – wie auch die restlichen Bürger von Brugg – teilnehmen dürfen. Am 5. Januar dann organisiert der neue Quartierverein Schinznach-Bad einen Neujahrsapéro im eigenen Stadtteil.

Sowieso setzt Lunginovic viel Hoffnung in diesen Verein, der regen Zuspruch erfährt. «Ich denke, dass die Verantwortlichen Anlässe organisieren, die das gesellschaftliche Leben von Brugg und Schinznach-Bad zusammenführen werden», sagt sie.

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