Es war ein kurzes Gastspiel im Restaurant Bären in Veltheim: In der ersten Jahreshälfte 2017 stand das Lokal zuerst knapp 6 Monate leer, bis die «Genossenschaft zur Erhaltung des Gasthofs Bären», die Besitzerin der Liegenschaft, mitteilen konnte, einen neuen Wirt gefunden zu haben. Bei diesem seien auch die Vereine willkommen, so die Ankündigung. Nun wurde aber das Mietverhältnis mit dem Pächter bereits nach eineinhalb Jahren auf Ende 2018 aufgelöst, da die Umsatzzahlen nicht befriedigen konnten.

Nach einer kurzen Neujahrspause steht der «Bären» seit Montag wieder offen und wird neu vom Vorstand geführt. «Um die Gäste kümmert sich das bewährte Team», sagt Genossenschaftspräsident Alfred Schaffner. Die Köchin sowie zwei Serviceangestellte wurden vom früheren Pächter übernommen. Auch die Öffnungszeiten sind laut dem 74-jährigen Präsidenten noch gleich. Ruhetag ist weiterhin der Sonntag. Doch «für spezielle Anlässe öffnen wir gerne», heisst es im jüngsten Brief an die Genossenschafter.

Auf der Speisekarte angeboten wird gutbürgerliche Küche, da der Vorstand von der Arbeit der bisherigen Köchin begeistert ist. Da gibt es beispielsweise hausgemachte Rindshacktätschli, verschiedene Varianten Cordon bleu, Fitnessteller und Spätzlipfanne. «Geplant sind Spezialangebote an Wochenenden», ergänzt Alfred Schaffner. Die neu gestaltete Homepage werde nächste Woche aufgeschaltet. Das Ziel des Vorstands ist es, das einzige Dorfrestaurant zu erhalten. Tatkräftig unterstützt wird der Vorstand dabei von Vizepräsident Lukas Suter, der das Restaurant Max & Moritz in Hausen betreibt.

Widerstand gegen Asylunterkunft

«Der Vorstand ist im Hintergrund tätig und macht vor allem das Administrative, die Werbung und ist in Kontakt mit den 140 Genossenschaftern», fasst Schaffner seine Aufgaben zusammen. Um die Zukunft des Dorfrestaurants zu sichern, ruft der Vorstand im Brief an die Genossenschafter auf, das Lokal zu besuchen und sich ein feines Essen zu gönnen. Zusammen mit den Angestellten setze der Vorstand alles daran, dass sich die Gäste im «Bären» wohlfühlen.

Gegründet wurde die Genossenschaft mit 100 Mitgliedern im Februar 1999 als Widerstandsbewegung gegen die Absichten des Kantons, in der «Bären»-Liegenschaft ein Durchgangszentrum für maximal 40 Asylbewerber zu realisieren. Initiiert wurde damals die Aktion von Werner Däster und Engelbert Konecek. So wurde der Weg frei, den damals verwaisten «Bären» mit Eigenmitteln und einer Bankhypothek von der Waadt-Versicherung zu kaufen. Auch die Ortsbürgergemeinde Veltheim zeichnete ein grösseres Darlehen.

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