Brugg

Während anderthalb Jahren: Der Neumarkt wird zu einer grossen Baustelle – für 28 Millionen Franken

Das Café Irion im Neumarkt 3 schliesst Ende Oktober seine Türen für immer. Wann es auf dem Platz wieder ein Gastroangebot geben wird, ist unklar.

Das Café Irion im Neumarkt 3 schliesst Ende Oktober seine Türen für immer. Wann es auf dem Platz wieder ein Gastroangebot geben wird, ist unklar.

Beim Brugger Einkaufszentrum beginnen die Umnutzungsarbeiten für die Liegenschaften 2 und 3 – sie dauern bis im Frühjahr 2022.

Zahlreiche Mieter, unter ihnen das Café Irion und der Textilriese H&M, werden den Brugger Gebäudekomplex beim Bahnhof bis Ende Oktober verlassen: Denn knapp 40 Jahre nach seiner Erstellung erhalten der Neumarkt 2 und 3 in den kommenden 18 Monaten eine neue Innen- und Aussengestaltung. Der Baustart erfolgt nach Vorbereitungsarbeiten am 1. November, teilt das zuständige Brugger Büro Walker Architekten AG in einem Schreiben mit. Ziel der Modernisierung und der teilweisen Umnutzung ist es, die beiden miteinander verbundenen Liegenschaften in Sachen Baukonzept, Kunden- und Benutzerfreundlichkeit sowie Ökologie den heutigen Bedürfnissen anzupassen.

Für insgesamt rund 28 Millionen Franken sind folgende Massnahmen vorgesehen: Revitalisierung des Sockelgeschosses Neumarkt 3, Errichtung einer Passerelle im ersten Obergeschoss zwischen Neumarkt 2 und 3, Ersatz der bisherigen drei Wohnungen und Büroflächen durch 23 neue 1,5- bis 3,5-Zimmer-Wohnungen im vierten bis siebten Obergeschoss sowie Erstellung von Büroflächen mit flexiblen Grundrissen im zweiten und dritten Obergeschoss. Geplant sind zudem ein Lifteinbau, eine energieoptimierte Gebäudehülle für den ganzen Komplex und der Ersatz der Haustechnikanlagen.

Erste Mietinteressenten für Wohnungen meldeten sich

«Die Arbeiten werden in einer Etappe ausgeführt, was bedeutet, dass die bisherigen Mietverhältnisse spätestens per Ende Oktober 2020 enden», teilen die Verantwortlichen mit. Von den Umbauarbeiten nicht betroffen ist der bereits 2012 sanierte Teil des Sockelgeschosses im Neumarkt 2, in dem sich Coop und andere Geschäfte befinden. Coiffeur Gidor, der Schuh- und Schlüsseldienst sowie die Änderungsschneiderei im Untergeschoss werden via Neumarkt-Passage wieder zugänglich sein. Mit der Eröffnung der Lidl-Filiale im Untergeschoss dürften sich zudem die Kundenfrequenzen erhöhen.

Für die zentral gelegenen Wohnungen haben sich bei der Immobiliendienstleisterin Privera bereits erste Mietinteressenten gemeldet. «Sie müssen sich jedoch noch bis zur Ausschreibung der Wohnungen im nächsten Jahr gedulden», heisst es im Schreiben weiter. Die frei werdenden Verkaufsflächen von H&M im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss vom Neumarkt 3 sind seit einiger Zeit zur Vermietung ab Mitte 2021 ausgeschrieben.

Auf die Frage, wann die Leute nach dem Verschwinden des Cafés Irion auf dem Neumarktplatz wieder etwas trinken können, antwortet die Immobilienbewirtschafterin Privera: «Wie beziehungsweise an wen die Fläche des Cafés Irion zukünftig vermietet wird, steht noch nicht fest. Über die Neumietersuche und das Konzept können wir erst zu einem späteren Zeitpunkt Auskunft geben.» Alles in allem soll mit der Realisierung des Projekts die Position des regionalen Zentrums mit Brugg und Windisch weiter gefestigt werden. Läuft alles nach Plan, dürfte der gestaffelte Bezug der modernisierten Mietflächen bis zum Frühjahr 2022 abgeschlossen sein.

Infotafeln dokumentieren den Baufortschritt

Die Bauherrschaft setzt sich zusammen aus der Assetimmo Immobilien-Anlagestiftung in Zürich und der Miteigentümergemeinschaft Neumarkt Brugg; die Bewirtschaftung hat die Privera AG in ihrer Niederlassung Baden-Dättwil inne. Für die Architektur zeichnet die Walker Architekten AG in Brugg verantwortlich, die bereits 2012 die Sanierung des Sockelgeschosses beim Neumarkt 2 realisiert hat.

Die Fachplaner kommen aus den Kantonen Zürich, Bern und Aargau. Als Bauunternehmungen werden regional und überregional tätige Firmen im Einsatz stehen. Im Bereich des Neumarktplatzes sollen Stelen mit Infotafeln periodisch die Baufortschritte dokumentieren.

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