Windisch

Warum Home-Office bei den Psychiatrischen Diensten Aargau schwierig ist – CEO Andrey nimmt Stellung

«Bei Schlüsselfunktionen ist es wichtig, dass diese vor Ort agieren können.» Jean-François Andrey, PDAG

«Bei Schlüsselfunktionen ist es wichtig, dass diese vor Ort agieren können.» Jean-François Andrey, PDAG

Auf Nachfrage der AZ erklärt Jean-François Andrey warum nicht alle Berufsgruppen der PDAG im Home-Office arbeiten können. Aktuell sei man im Krisenmodus.

Bei den Psychiatrischen Diensten Aargau (PDAG) mit Hauptsitz in Windisch soll Home-Office nicht erlaubt sein, erfährt diese Zeitung von mehreren Personen. Auf Anfrage nimmt CEO Jean-François Andrey Stellung und erklärt, wie die PDAG mit den Vorschriften des Bundesrats umgeht. In der Coronakrise gelten die PDAG als ein systemrelevantes akutpsychiatrisches Spital für die Aargauer Bevölkerung. «Die PDAG sind als Zentrumsspital und als einzige Psychiatrie im Kanton verpflichtet, Patientinnen und Patienten mit dem Coronavirus zu behandeln», führt der CEO aus. Um die Versorgungskapazitäten sicherzustellen, sind die PDAG von einzelnen Massnahmen des Bundes und Kantons ausgenommen worden.

Heisst: Logischerweise können nicht alle Berufsgruppen der PDAG im Home-Office arbeiten, wie es bei anderen Dienstleistungsbetrieben möglich ist. Aber: Die Angestellten können via ihrer Organisationseinheit einen Antrag stellen. Dieser muss vom CEO bewilligt werden. «Es gilt abzuwägen und zu priorisieren, welche Arbeiten problemlos von zu Hause aus erledigt werden können und welche nicht oder welche Ressourcen zum Beispiel trotz Isolation oder Risikogruppenzugehörigkeit mit Home-Office genutzt werden können», erklärt Andrey. «Aktuell sind wir im Krisenmodus mit zusätzlicher enormer Arbeitslast für das Management und für das Personal.» Dafür benötige man möglichst viele Personen vor Ort, um diese Herausforderungen gemeinsam zu stemmen.

Von den rund 1200 Personen in über 50 Berufen sind bis anhin 35 Gesuche eingereicht worden, 3 konnten nicht bewilligt werden. Wer administrativ arbeite und keine Management-­Aufgabe habe, könne dezentral arbeiten, sagt Andrey. «Bei Schlüsselfunktionen ist es jedoch wichtig, dass diese vor Ort agieren können.»

Im Zusammenhang mit dem Coronavirus besteht bei den PDAG seit Ende Februar ein interner Krisenstab. «In diesem wird regelmässig die Lage beurteilt und es werden die Massnahmen für Mitarbeitende sowie Patientinnen und Patienten überprüft und gegebenenfalls angepasst», so Andrey. «Die Massnahmen basieren auf den Anordnungen von Bund und Kanton und gehen teils auch weiter.» So tragen seit dem 20.März alle Mitarbeitenden mit Patientenkontakt einen Mund-Nasen-Schutz. Das Social Distancing werde bestmöglich umgesetzt, sei aber beispielsweise in der Pflege oft nicht möglich.

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