Diese Woche hat der Regierungsrat die Spitalliste publiziert, die ab 2020 gültig ist. Festgelegt wird mit dieser, welches Spital welche Leistungsaufträge bekommt, will heissen: welches Spital welche Leistungen über die obligatorische Krankenversicherung abrechnen kann. Bei den stationären Kosten übernimmt der Kanton einen Anteil von 55 Prozent, die Krankenkasse 45 Prozent.

Im Medizinischen Zentrum Brugg (MZB) wird der Fokus seit je auf die ambulanten Behandlungen gelegt. Direkte Auswirkungen auf den Betrieb – und auf die Anzahl der Eingriffe – erwartet Geschäftsleiter Jürg Meier deshalb nicht durch die neue Spitalliste. Das Angebot werde künftig das gleiche bleiben. Kurz: Die Spitalliste sei keine Überraschung, stellt Meier fest. «Sie ist wie erwartet herausgekommen. Wir nehmen sie zur Kenntnis.»

In der langjährigen Strategie bestätigt

Als erfreulich wertet der Geschäftsleiter grundsätzlich, dass der ambulante Bereich gestärkt werden soll. «Das ist bestätigt uns darin, dass unsere langjährige Strategie richtig ist.» Ob sich die Entwicklung «ambulant vor stationär» künftig in den Zahlen niederschlagen werde, eine Verschiebung Richtung MZB stattfinde, werde sich zeigen müssen. «Wir werden uns auch künftig starkmachen für kostendeckende Tarife», versichert er. Der Druck im Gesundheitswesen werde hoch bleiben.

Das MZB – «wir sind klein, schlank und agil» – stelle sich den Herausforderungen und werde weiterhin die ambulante, chirurgische Versorgung sicherstellen der Bevölkerung, sagt der Geschäftsleiter. «Diesen Auftrag wollen wir bestmöglich erfüllen.»

Insgesamt 28 Spitäler und Kliniken bewarben sich

Im Bewerbungsverfahren für die Spitalliste 2020 haben sich insgesamt 28 Spitäler und Kliniken aus dem Aargau sowie anderen Kantonen für Leistungsaufträge beworben: 16 nur für den Bereich Akutsomatik, 7 nur für den Bereich Psychiatrie sowie 5 für beide Bereiche.

Bei der Erstellung der Spitalliste sei die Rolle der komplex-spezialisierten Versorgung klarer von derjenigen der Grundversorgung abgegrenzt worden, so wie es die strategischen Vorgaben aus der Gesundheitspolitischen Gesamtplanung 2010 vorsehen, hält der Regierungsrat in einer Medienmitteilung fest. Gleichzeitig seien regionale Gegebenheiten berücksichtigt worden.

Michael Hunziker