Brugg/Baden

Was die Fusion für das KV Brugg bedeutet – die Bilanz der Schulleiter ist positiv

Sie freuen sich über die gute Zusammenarbeit: Gesamtschulleiter des Zentrums Bildung Jörg Pfister (l.) und Leiter des Standorts Brugg Ivan Jecic.

Sie freuen sich über die gute Zusammenarbeit: Gesamtschulleiter des Zentrums Bildung Jörg Pfister (l.) und Leiter des Standorts Brugg Ivan Jecic.

Mit dem Schuljahr 2020/21 übernahm das Badener Zentrum Bildung den Standort Brugg – laut Gesamtschulleiter profitieren alle.

Es ist eine Win-win-Situation, sind sich Jörg Pfister und Ivan Jecic einig. Der Gesamtschulleiter des Zentrums Bildung mit Hauptsitz in Baden und der Leiter des Standorts Brugg ziehen eine positive Bilanz nach dem ersten Quartal des Schulbetriebs unter neuer Organisation. Offiziell gehört die ehemalige kaufmännische Abteilung des Berufs- und Weiterbildungszentrums Brugg (BWZ) an der Industriestrasse 19 seit dem 1. Januar zum Zentrum Bildung. Im Rahmen der Reform der Aargauer Berufsfachschulen hatte der Regierungsrat entschieden, dass auf das Schuljahr 2020/21 hin die KV-Schule in Brugg als Aussenstandort des Zen­trums Bildung geführt wird. Die fusionierte Schule mit den drei Standorten in Baden, Brugg und Bad Zurzach wurde zum «Zentrum Bildung – Wirtschaftsschule KV Aargau Ost».

Das prominente «zB»-Logo thront erst seit wenigen Wochen an der Fassade des Bürogebäudes auf der Campusseite des Brugger Bahnhofs. «Alles ist neu», sagt Jecic und meint damit nicht nur die neu in Grüntönen gehaltenen Innenwände. Tatsächlich war die Fusion für viele Brugger Lehrpersonen eine Herausforderung, auch für Jecic.

30 Prozent mehr Lehrpersonen als vor der Fusion

Die ehemalige KV-Abteilung des BWZ in Brugg war klein. Rund 20 Lehrpersonen waren dort tätig, die meisten über viele Jahre hinweg. Fluktuationen gab es wenige. Am neuen Zentrum Bildung arbeiten nun 100 Lehrpersonen, rund 30 Prozent mehr als vor der Fusion. «Es ist noch immer ein gegenseitiges Kennenlernen», sagt Jecic. Die meisten Lehrpersonen der KV-Abteilung des BWZ wurden übernommen. Für einige wenige konnten Anschlusslösungen gefunden werden.

Dass Brugg als KV-Standort überhaupt erhalten bleibt, war vor der Reform lange nicht klar. Daher war die Erleichterung gross, dass dank der Fusion mit Baden der Standort gerettet werden konnte. «Es war ein Glücksfall für Brugg und ein klares Bekenntnis zur Region», sagt Jörg Pfister, der bis 2009 Schulleiter des im Zuge der Reform nun geschlossenen KV-Standorts Lenzburg war, bevor er zum Schulleiter und Rektor Grundbildung am Zentrum Bildung in Baden wurde. Mit dem Zusammenschluss ist er neu Gesamtschulleiter der drei Standorte und damit Gesamtverantwortlicher für die Grund- und Weiterbildung.

Die Coronapandemie und der Lockdown hätten den Findungsprozess der unterschiedlichen Schulkulturen deutlich erschwert. Gemeinsame Aktivitäten, wie etwa ein geplantes dreitägiges Kennenlernseminar über Auffahrt, konnten nicht stattfinden. Dennoch hätten im ersten Quartal viele Ängste bei den Lehrpersonen abgebaut werden können. Neu sind sie nicht mehr nur in Brugg tätig, sondern geben auch Lektionen in Baden und Bad Zurzach. «Diese Durchmischung ist bewusst gewählt», sagt Pfister. Die flexible Einteilung ermögliche es, den Austausch zu fördern und Kosten zu sparen.

Der Lockdown war die erste Prüfung für die Kooperation

Profitieren konnte der Standort Brugg im Lockdown, wo sämtliche Unterrichtseinheiten online durchgeführt wurden, vom digitalen Know-how des Zentrum Bildung, das bereits seit dem Schuljahr 19/20 sämtliche Schüler mit Notebooks ausrüstet und eine eigene Informatikabteilung hat.

Für die Schüler am Standort Brugg hat die Fusion indes wenige Auswirkungen. «Es war nie die Absicht, dass die Lernenden zwischen Brugg und Baden pendeln müssen», sagt Pfister. So werden sämtliche Angebote in der Grundbildung nach wie vor in Brugg angeboten. Die Lernenden im zweiten und dritten Lehrjahr werden dabei weiterhin nach dem Brugger Modell unterrichtet. Das grössere Volumen an Lernenden erlaubt zudem einen Ausbau des Freifachangebots an den Stand­orten. Waren es im letzten Jahr 270, sind es im aktuellen Schuljahr 225 der insgesamt 1500 KV-Lernenden am Zen­trum Bildung, die den Standort Brugg besuchen.

Diese Abnahme liegt jedoch daran, dass neu auch in Rheinfelden das M-Profil angeboten wird, wodurch drei Klassen in Brugg wegfallen. Obwohl die Coronasituation sowie die geplante Reform der kaufmännischen Ausbildung per 2022 sich auf die Lehrlingszahlen auswirken könnten, sehen sowohl Pfister als auch Jecic die Zukunft optimistisch: «Wir stossen auf sehr viel Goodwill und glauben an den Standort Brugg.»

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