Letztes Jahr bissen die Bar-Betreiber in Windisch und Brugg auf Granit beim Versuch, für Öffnungszeiten an christlichen Feiertagen eine Verlängerung zu erwirken. Zur Erinnerung: Früher war für die Aargauer Gastrobetriebe an christlichen Feiertagen wie Karfreitag, Ostern, Pfingsten oder Weihnachten jeweils um 0.15 Uhr Schluss. Doch seit dem Inkrafttreten der Änderungen im Gastgewerbegesetz per 1. März 2018 ist dieser Grundsatz nicht mehr in Stein gemeisselt. Den Gemeinden steht nun frei, Bars oder Klubs auf Gesuch hin längere Öffnungszeiten bis 4 Uhr früh zu bewilligen.

Was für die Bar-Betreiber in Baden (40 Gesuche) und Aarau (39 Gesuche) letztes Jahr über Ostern unkompliziert bewilligt wurde und auch zu keinerlei Problemen geführt hat, stiess in Brugg und Windisch auf Ablehnung. In der Antwort der Gemeinde Windisch an Geschäftsleiter Hasan Us von der EG-Bar hiess es damals: «Die Osterfeiertage haben einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft und die Bevölkerung ist diesbezüglich sehr sensibilisiert.» Zudem liege die Bar in einem Wohngebiet und das betroffene Campus-Areal grenze direkt an die Brugger Stadtkernzone. Aus dem Schreiben ging auch hervor, dass die Gemeinde hier kein Präjudiz schaffen wolle.

Ganz anders dieses Jahr: Auf Facebook verkündet die EG-Bar, dass sie als einzige Bar der Region an Karfreitag und Ostersamstag bis 4 Uhr offen stehen werde. Der Gemeinderat sei letztes Jahr unsicher gewesen und habe nach dem erneuten Gesuch entschieden, einen Versuch zuzulassen, sagt Gemeindeschreiber Stefan Wagner auf Anfrage der AZ. Die Gemeinde stehe mit Us aufgrund anderer Feste in engem Kontakt. In der Stadt Brugg ist die Regionalpolizei (Repol) für Gesuche für längere Öffnungszeiten zuständig. Laut dem stellvertretenden Repol-Chef Patrik Lehmann ist ein Gesuch für Karfreitag eingegangen. Dieses wurde mit den Argumenten vom Vorjahr abgelehnt. (CM)