Brugg

Wegen Abfall und Spritzen: Die WC-Anlage in der Neumarkt-Unterführung wird teuer für die Stadt

Zusatzreinigungen und Überwachungsdienste sind für die WC-Anlage und die Unterführung geplant.

Zusatzreinigungen und Überwachungsdienste sind für die WC-Anlage und die Unterführung geplant.

2020 budgetiert Brugg für den WC-Unterhalt in der Unterführung voraussichtlich mehr als 56'500 Franken. Das ist siebenmal mehr als dieses Jahr.

Sie mag zwischenzeitlich ein stilles Örtchen sein, doch die WC-Anlage in der Neumarkt-Unterführung wird auch für andere Zwecke missbraucht. Der Unterhalt wird dadurch immer teurer: 2019 budgetierte Brugg für diesen Posten 8000 Franken, 2020 werden es 56'500 Franken sein. Für die Stadt erhöhen sich die Kosten um ein Siebenfaches.

Als Gründe für diesen massiven Anstieg werden «Zusatzreinigungen und zusätzliche Überwachungsdienste für je 20'000 Franken» aufgeführt. Bisher wurden laut Stadtschreiber Yvonne Brescianini alle öffentlichen WC-Anlagen täglich gereinigt, auch am Wochenende.

8000 Franken werden zum Beispiel für Putzmaterialien verwendet. «Aber selbst wenn wir die Neumarkt-WCs gerade gereinigt haben, sehen sie ungeputzt aus», sagt Roger Brogli, Abteilungsleiter Werkdienst.

Die Reinigung des WCs kann gefährlich sein

Er fände eine Totalsanierung notwendig. «Von der Offerte her gäbe das fast ein neues Haus», sagt Brogli. Soweit will man aber noch nicht gehen. Für den minimalen baulichen Unterhalt, etwa für die Revision der Lüftung, sind daher 8500 Franken vorgesehen. «Dieser Betrag ist vorerst ein Pflaster», sagt Brogli.

Ab 2020 findet nachmittags eine zusätzliche zweite Reinigung statt. Ausgeführt wird diese durch eine externe Firma. Werden die dafür budgetierten 20'000 Franken aufs Jahr verteilt, ergibt sich ein täglicher Mehraufwand von knapp 55 Franken.

Zudem wird für weitere 20'000 Franken ein externes Unternehmen mit der Überwachung der allgemeinen Ordnung und Sicherheit betraut. Diese Kontrolle «soll die Zweckentfremdung der öffentlichen WC-Anlage und der Unterführung minimieren», so Stadtschreiber Brescianini. Das ganze Umgelände werde miteinbezogen.

«Immer wieder wird in der Unterführung gepicknickt und trotz Verbot geraucht», sagt Brogli. «Gerade im Winter, wenn es zu kalt ist draussen, kennen wir das Problem. Das Essen wäre nicht so schlimm, wenn die Leute hinter sich aufräumen würden.»

Das Abfall-Problem bestehe auch in den WCs. Hier ist der zurückgelassene Müll sogar gefährlich, denn die Anlage wird regelmässig zum Drogenkonsum benutzt. Drogen wurden bisher zwar keine gefunden, «sie sind zu teuer zum Liegenlassen», so Brogli.

Aber zwei- bis dreimal wöchentlich kommt es zu Zwischenfällen mit Spritzen. «Wir finden jeweils Silberpapier am Boden und Fixerutensilien. Das ginge ja, aber leider landen einige Spritzen auch im WC.» Dort verstopfen sie den Abfluss und müssen von den Mitarbeitern entfernt werden. «Es gab zum Glück erst eine Verletzung,» sagt Brogli. «Wir benutzen Zangen und Handschuhe, müssen aber sehr vorsichtig sein.»

Aus diesem Grund hat sich die Stadt in Zusammenhang mit der Arbeitssicherheit die Verhütung von durch Blut übertragbaren Infektionen zum Ziel gesetzt. Das Bewusstsein im Umgang mit gebrauchten Spritzen soll geschärft werden, so Brescianini. Die Anlage zu schliessen fände Brogli keine gute Idee. «Die WCs werden regelmässig benutzt, daher ist die Anlage schon sinnvoll.»

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