Windisch

Wenn Fische zügeln: Geduldsprobe im Minigolfteich

Wenn Fische zügeln: Geduldsprobe im Windischer Minigolfteich (24.4.2018)

Die Helfer hatten eine Stunde, um sieben Störfische zu fangen und in den provisorischen Teich in der Minigolfanlage zu verlegen. Um den grössten unter ihnen, Igor, zu tragen brauchte es vier Männer (ab Minute 3.26).

Das Crowdfunding hat sich für die Betreiber der Minigolfanlage im Dägerli gelohnt. Nun kann der Teich, in dem Störe und Schildkröten leben, saniert werden – doch zuerst mussten die Tiere in ihr Provisorium ziehen.

Im letzten Sommer entschieden sich die beiden Brüder Marcel (37) und Patrick (35) Huber – Betreiber der Minigolfanlage im Dägerli in Windisch – für die Sanierung des Teichs auf der Anlage.

Darum führten sie auf der Plattform lokalhelden.ch während knapp dreier Monate ein Crowdfunding durch. Die Betreiber der familienfreundlichen Minigolfanlage waren mit dem Resultat sehr zufrieden. Das Finanzierungsziel für den Ersatz der Folie im Teich, der immer wieder Wasser verliert, betrug 14 500 Franken. Insgesamt kamen 13 446 Franken sowie die Zusage von neun Helfern über das Crowdfunding zusammen.

Gestern Dienstagmorgen war es nach intensiven Vorbereitungsarbeiten endlich soweit. Dank tatkräftiger Unterstützung von bis zu zehn Helfern wurde am Vortag das provisorische Wasserbecken für die sieben Störe, eine Karpfe und einen Egli aufgestellt und an die Wasserversorgung angeschlossen. Daneben wurde ein Bassin für die sieben Wasserschildkröten – darunter die über 90-jährige Gitta – vorbereitet.

Bilder vom Umzug ins Provisorium:

Jetzt bestand die Aufgabe darin, im 13 Meter langen und 8 Meter breiten Teich den Wasserspiegel zu senken, die grossen Störe möglichst schonend zu fangen und so schnell wie möglich zum Provisorium zu bringen. Kein einfaches Unterfangen, wie sich zeigte. Es dauerte einige Minuten, bis der erste Stör behutsam in Badetücher gehüllt werden konnte.

Marcel Huber beruhigte den grossen Fisch und zusammen verliessen sie den Teich. Einen ganz besonderen Kraftakt erforderte der Transport des mit 30 Jahren ältesten Störs – genannt Igor. Er wiegt rund 60 Kilogramm und musste von mindestens vier Männern in einer Militärblache zum wenige Meter entfernten Becken getragen werden.

Keine Nahrung im Provisorium

Hier unter einem Zelt werden die Störe zirka einen Monat leben. «Sie bekommen in dieser Zeit keine Nahrung. Das ist für die Tiere, die sich in einem Ruhemodus befinden, kein Problem», erklärt Marcel Huber. Er habe ihnen in den letzten Tagen noch genug zu essen gegeben, meint Huber mit einem Augenzwinkern.

Anders ist es bei den Wasserschildkröten. Sie werden normal gefüttert und werden sich sowohl im Sonnen- wie im Schattenbereich des provisorischen Teichs aufhalten – sehr zu Freude der neugierigen Besucher der Minigolfanlage Dägerli.

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