Barbara Bamberger
Vor zwei Jahren war sie noch Kindergärtnerin: Nun stellt die Birrharderin an der PhotoSchweiz aus

Barbara Bamberger machte vor kurzem ihr Hobby zum Beruf. Nun darf die Fotografin eine Serie von 10 Bildern bei PhotoSchweiz ausstellen. Dabei erlaubte sie sich eine neue Projektidee.

Janine Walthert
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Das Bild stammt aus dem Projekt «Borrowed Planet» (geliehner Planet) aus der ersten Serie für die Werkausstellung in Zürich – wird dort aber nicht ausgestellt.

Das Bild stammt aus dem Projekt «Borrowed Planet» (geliehner Planet) aus der ersten Serie für die Werkausstellung in Zürich – wird dort aber nicht ausgestellt.

Bild: zvg /
Barbara Bamberger

Das Fotografieren liegt ihr im Blut. Es wurde ihr regelrecht in die Wiege gelegt. Barbara Bambergers Vater, ein leidenschaftlicher Hobby-Fotograf mit eigenem Fotolabor, steckte seine Tochter mit dem Fotografie-Virus an.

Fotografin Barbara Bamberger.

Fotografin Barbara Bamberger.

Bild: zvg / Barbara Bamberger

Viele Jahre hielt Barbara Bamberger das Leben ihrer sechs Kinder in Familienalben fest und arbeitete als Kindergärtnerin. Während Reisen in touristenferne Länder verspürte sie den Drang, die Eindrücke, Begegnungen und das Erlebte fotografisch festzuhalten und diese Bilder anderen zugänglich zu machen.

Sie ist langjährige Zirkusfotografin und hin und wieder international als Jurymitglied im Einsatz. Das Fotografieren im Zirkus weckte das Bedürfnis nach technischer Perfektion. Bamberger sagt:

«Neben meinem Beruf habe ich für mein Hobby, die Fotografie, nicht genug Zeit für die Kreativität gefunden.»

Deshalb beschloss die 54-Jährige vor zwei Jahren, ihr Hobby zum Beruf zu machen und startete den Lehrgang Digitale Fotografie bei Martin Zurmühle. Diesen schloss sie im November 2020 mit der Bestnote 5,8 ab.

Auch mit diesem Bild der U-Bahn-Station Abbesses in Paris holte Barbara Bamberger eine Auszeichnung.

Auch mit diesem Bild der U-Bahn-Station Abbesses in Paris holte Barbara Bamberger eine Auszeichnung.

Bild: zvg /
Barbara Bamberger

Sie setzt auf die Vielseitigkeit

Im Frühling 2020 wagte sie einen wichtigen Schritt und mietete in Bremgarten ein Fotostudio. Zwei Wochen später erfolgte der erste coronabedingte Lockdown. Trotz fehlender Aufträge fotografierte sie weiter, nahm eine Stellvertretung in einem Kindergarten an. Im Sommer fotografierte sie kostenlos Artistinnen und Artisten – die Bilder wurden für deren Bewerbungen gebraucht. «So arbeitete ich fast ein Jahr unentgeltlich», sagt Bamberger. «Doch nun zieht das Geschäft wieder an.»

Bamberger setzt auf Vielseitigkeit. «Es gibt kaum ein Gebiet, das mich nicht begeistert», sagt die Fotografin und Illustratorin. Deshalb ist ihr Angebot breit gefächert: Neben Porträts von Familien, Einzelpersonen, Paaren, Kindern und Künstlerinnen und Künstlern fotografiert Bamberger private und öffentliche Anlässe, ästhetische Akte, Architektur und für Reportagen. Die 54-Jährige fügt an:

«Ich bin überall, wo es um Menschen geht. Ich liebe die Vielseitigkeit, die dieser Beruf in mein Leben bringt.»

Dank ihrer zurückhaltenden, empathischen Art würden die Fotomodelle die Kamera vergessen – es entstehen echte, authentische Bilder. Bilder, die Geschichten erzählen.

Das Nacktfoto, welches Bamberger in der Halle 550 ausstellt.

Das Nacktfoto, welches Bamberger in der Halle 550 ausstellt.

Bild: zvg / Barbara Bamberger

Das Aktfoto, das gar kein Richtiges ist

PhotoSchweiz ist eine der grössten Werkschauen für Fotografie der Schweiz. Jährlich stellen laut Website über 250 nationale und internationale Fotografinnen und Fotografen ihre Arbeiten aus. Die Werkschau erfreute sich grosser Beliebtheit: Im Jahr 2020 besuchten gmäss Website gut 27'000 Fotografieinteressierte den Anlass.

Barbara Bamberger stellt an der Werkschau eine Serie von 10 Bildern aus dem Projekt «Artistic Nudes» – künstlerische Akte – aus. Die Ausstellung geht vom 2. Juli bis am 11. Juli. Die Bilder werden in der Halle 550 in Zürich-Oerlikon gezeigt.

Bamberger schickte ihre Abschlussarbeit, ein Bild des Projekts «Borrowed Planet» – geliehener Planet – ein und wurde angenommen. Doch dann erlaubte sich Bamberger, eine neue Projektidee einzuschicken: Denn Aktbilder sind am Wettbewerb nicht zugelassen. Doch sie wollte nicht auf eine ihrer liebsten Bereiche verzichten und fotografierte kurzerhand eine nackte Artistin und einen nackten Artist. Auf den Fotos sind die intimen Zonen verdeckt. Bamberger sagt:

«Dass auch meine zweite Serie das Aktbild angenommen wurde, hat mich gefreut. Das ist ein Kompliment für mich.»
Mit diesem Bild eines Sternenkindes mit seiner trauernden Mutter gewann die Fotografin Barbara Bamberger eine Goldmedaille am Trierenberg Super Circuit.

Mit diesem Bild eines Sternenkindes mit seiner trauernden Mutter gewann die Fotografin Barbara Bamberger eine Goldmedaille am Trierenberg Super Circuit.

Bild: zvg /
Barbara Bamberger

Sie sei auf dem richtigen Weg, bereut hat sie ihre Entscheidung noch nie. Dies bekräftigen auch die zahlreichen Auszeichnungen, die sie für ihre Kunst erhalten hat. «Am meisten bedeutet mir die Goldmedaille, die ich mit einem Bild eines Sternenkindes mit seiner Mutter am Trierenberg Super Circuit, einem wichtigen internationalen Wettbewerb, gewonnen habe», sagt die 54-Jährige. Nun hofft sie das Beste und wünscht sich eine gute Werkschau in der Zürcher Halle 550.

Bei der Werkschau PhotoSchweiz werden am 2. bis 11. Juli in der Halle 550 in Zürich-Oerlikon Bilder von 250 Fotografinnen und Fotografen ausgestellt.

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