Veltheim

Widerstand gegen Asylunterkunft hat sich gelohnt: Genossenschafter konnten «Bären» retten

Vorübergehend führt der Genossenschaftsvorstand das Gasthaus Bären. MHU/Archiv AZ

Vorübergehend führt der Genossenschaftsvorstand das Gasthaus Bären. MHU/Archiv AZ

Nicht nur die «Bären»-Liegenschaft mitten im Dorfzentrum von Veltheim hat eine bewegte Vergangenheit, sondern auch die Genossenschaft, die «zur Erhaltung des Gasthofs Bären» vor genau 20 Jahren gegründet wurde. Nach einem schwierigen Jahr mit tiefen Umsatzzahlen hat sich der Genossenschaftsvorstand Ende 2018 entschieden, das Mietverhältnis mit dem Pächter bereits nach eineinhalb Jahren aufzulösen. Seit Anfang Januar hat der Vorstand vorübergehend die Führung des Traditionslokals übernommen und mit Marlies Müller eine Betriebsleiterin eingestellt.

In einem nächsten Schritt möchte die Genossenschaft die spezielle Trägerinstitution bekannter machen. Sie lädt deshalb alle Interessierten, insbesondere die Bevölkerung von Veltheim, am Donnerstag, 21. März, um 19 Uhr zu einem Informationsabend in den «Bären» ein. Dabei gibt es Ausführungen zur Zukunft der Liegenschaft.

Zur Sicherung des Eigenkapitals

In den letzten Jahren mussten immer wieder grössere Renovationen durchgeführt sowie der Dachstuhl und die Fassade saniert werden. Ausserdem wurde die Gartenterrasse erneuert. Und die fünf Wohnungen im ersten und zweiten Obergeschoss wurden auch renoviert.

Dank den Einnahmen aus den Mietzinsen (Restaurant und Wohnungen), ist es der Genossenschaft möglich, die Anteilscheine und Darlehen zu verzinsen (aktuell mit 1,3%).

«Für die Sicherung des Eigenkapitals müssen wir die Abgänge von älteren Genossenschaftern kompensieren», heisst es im Einladungs-Flyer. Nun werden Einwohnerinnen und Einwohner von Veltheim und Umgebung gesucht, die Interesse haben, den Begegnungsort zu erhalten und die Idee einer nicht gewinnorientierten Genossenschaft als Gasthaus-Eigentümerin zu unterstützen.

Am Anfang 75 Mitglieder

Gegründet wurde die Genossenschaft mit 75 Mitgliedern am 13. Februar 1999 als Widerstandsbewegung gegen die Absichten des Kantons, in der «Bären»- Liegenschaft ein Durchgangszentrum für maximal 40 Asylbewerber zu realisieren. Initiiert wurde die Aktion damals von Werner Däster und Engelbert Konecek. Sie alle waren bereit, Anteilscheine à 500 Franken und Darlehen in beliebiger Höhe zu zeichnen. Mit dieser finanziellen Grundlage war es möglich, das Gebäude zu kaufen sowie die Räumlichkeiten sanft zu renovieren und eine neue Küche einzubauen.

Seither konnte das Gasthaus Bären als einziges Restaurant im Dorf am Leben erhalten werden. Die Anzahl der Genossenschaftmitglieder stieg in dieser Zeit auf über 130. Dem fünfköpfigen Vorstand liegt nun viel daran, mit dem neuen Gastrokonzept nicht nur die Gäste zu verwöhnen, sondern sich mit einer starken Trägerinstitution nachhaltig für die Zukunft abzusichern.

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