Für 6,4 Millionen Franken will die Gemeinde Schinznach einen Ersatzneubau für die Aula und das Realschulhaus realisieren. Im neuen Bau sollen künftig die Primarschüler, der Mittagstisch und eben auch die Aula untergebracht werden.

An einer Infoveranstaltung wurde das Projekt genauer vorgestellt (die az berichtete). Nun hat sich gemäss der Regionalzeitung «Regional» Widerstand gegen den Ersatzneubau formiert. Eine Gruppe von rund 30 Personen will sich dafür einsetzen, dass der Kredit von 6,4 Millionen Franken an der heutigen Gemeindeversammlung in Schinznach nicht genehmigt wird.

Viele Unsicherheiten

Die Gruppe bemängelt beispielsweise, dass die Aula 3,5 Meter im Untergeschoss projektiert ist und die seitlichen Rampen das Gebäude vom Feldschenplatz trennen würden. Zudem seien beim Vorhaben keine tauglichen Räume für Tagesstrukturen vorgesehen. Auch die geplante Fusion von Brugg und Schinznach-Bad spielt in die Überlegungen der Schulhausneubau-Gegner eine Rolle. So gäbe es zu viele Unsicherheiten, was die Zukunft des Schulstandorts respektive der wirklich benötigten Schulräume betrifft.

Zur Gruppe der Gegner gehört unter anderem Sandra Wiederkehr von der Kulturvereinigung Grund, die gemäss «Regional» auch die Trachtengruppe und den Chor Schenkenberg vertritt. Zur Aula-Rampe sagt sie: «Dieser Graben zerreisst die Verbindung zum Feldschenplatz.» Sie bemängelt zudem, dass es keinen gedeckten Aussenbereich gebe, was für öffentliche Veranstaltungen ungünstig sei. Sie ist der Meinung, dass eine Pinselrenovation des bestehenden Gebäudes ausreichen würde.

Ein weiterer Kritiker des Schulhausneubaus ist Andreas Zulauf. Er sagt gegenüber «Regional», dass die Vereine zu wenig einbezogen worden seien. Diesen sei zum einen der hindernisfreie Zugang zu den Toiletten wichtig, zum anderen auch, dass diese vom Schulbetrieb getrennt genutzt werden können. Das sei beim Neubau nicht geplant.

Primarschule braucht mehr Platz

Felix Naef äussert sich zum geplanten Mittagstisch im Foyer. Dies würde den feuerpolizeilichen Fluchtweganforderungen widersprechen. Speziell störe er sich daran, dass die Ergebnisse des Architektur-Wettbewerbs nie öffentlich präsentiert wurden. Er bezeichnet das vorliegende Projekt als unausgereift, zumal auch der massive Anstieg der Verschuldung angesichts der unsicheren Schulzukunft nicht zu vertreten sei.

Der Gemeinderat hingegen argumentiert damit, dass das ehemalige Realschulhaus in Schinznach-Dorf, in dem auch die Aula untergebracht ist, veraltet ist. Zudem brauche die Primarschule mehr Platz für Gruppenräume und die Tagesstrukturen – unabhängig davon, wie es mit den anderen Schulstandorten – Stichwort Bezirksschulhaus – weitergeht. «Es geht um viel Geld, aber es geht auch um unsere Zukunft», sagte Gemeindeammann Urs Leuthard am Informationsabend.