Windisch
Die Schulsozialarbeit benötigt mehr Personal und neue Strukturen – proaktive und präventive Zusammenarbeit bleibt sonst auf der Strecke

Eine Stellenaufstockung um 90 Prozent bei der Schulsozialarbeit Windisch steht zur Diskussion im Einwohnerrat.

Michael Hunziker
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Die Schulsozialarbeit ist seit 2000 ein Bestandteil der Schule Windisch und aktuell für rund 1200 Schülerinnen und Schüler zuständig (Symbolbild).

Die Schulsozialarbeit ist seit 2000 ein Bestandteil der Schule Windisch und aktuell für rund 1200 Schülerinnen und Schüler zuständig (Symbolbild).

Stefan Kaiser

Für eine zeitgemässe, fachlich fundierte Leistung braucht die Schulsozialarbeit Windisch mehr Personal und neue Strukturen. Der Einwohnerrat entscheidet über das Konzept sowie die Stellenaufstockung um 90 Prozent samt Kredit von 111'950 Franken für die wiederkehrenden Kosten und 22'300 Franken für die einmaligen Kosten.

Die Schulsozialarbeit ist seit 2000 ein Bestandteil der Schule Windisch. Momentan ist sie mit einer Jahresarbeitszeit von 80 Prozent bewilligt und für rund 1200 Schülerinnen Schüler zuständig. Allerdings können mit diesem Pensum nur punktuelle Leistungen in begrenzter Anzahl erbracht werden im Rahmen der Einzelfallberatung oder Krisenintervention, stellt der Gemeinderat fest.

Aufgeteilt auf zwei oder drei Sozialarbeitende

Bei der Berechnung des Personalschlüssels soll nun neben der Anzahl Schülerinnen und Schüler auch auf die unterschiedlichen Schulhausstandorte sowie die Schulstufen geachtet werden. Um die Neutralität zu gewährleisten, wird die Schulsozialarbeit neu ab 2022 der Gemeinde Windisch, Soziale Dienste, sowohl personell wie auch fachlich unterstellt. Der Gemeinderat ist überzeugt, dass die Aufgaben mit insgesamt 170 Stellenprozenten in einer guten Qualität umgesetzt werden können. Aufgeteilt werden sollen die Stellen auf zwei oder drei Sozialarbeitende.

Die Schulsozialarbeit hat ein Büro an einem zentralen Schulstandort, in dem Beratungen durchgeführt und administrative Arbeiten erledigt werden können, heisst es in der Botschaft an den Einwohnerrat. In den einzelnen Schulhäusern steht zusätzlich jeweils ein geeigneter Raum für persönliche Beratungen zur Verfügung. Da die Schulsozialarbeit auch einen teilweise aufsuchenden Charakter hat, hält sie sich ebenso auf Pausenplätzen auf und ist anwesend während Schulanlässen.

Schwierige Verhältnisse verursachen Kosten

Bisher sei die Schulsozialarbeit dann aktiv geworden, wenn bereits Probleme vorhanden waren, führt der Gemeinderat aus. Eine proaktive und präventive Zusammenarbeit mit Eltern und Erziehungsberechtigten sei nicht möglich gewesen. Daher sei die Schulsozialarbeit aktuell auf die Oberstufenschülerinnen und Oberstufenschüler ausgerichtet. «Eine Ausweitung auf die Primarstufe ermöglicht es den Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern, herausfordernde Themen im Bereich der persönlichen, familiären und sozialen Entwicklung frühzeitig mit den Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrpersonen aufzugreifen», so die Behörde. Und:

«Damit können alle Beteiligten direkt und unmittelbar von den zusätzlichen Ressourcen der Schulsozialarbeit profitieren.»

Schwierige Familiensituationen können bei der Gemeinde zudem auch grosse finanzielle Kosten verursachen, fügt der Gemeinderat an. Mit der präventiven Arbeit der Schulsozialarbeit sei es möglich, diese in einigen Fällen zu verhindern oder zu verringern.

Kurz: Der Gemeinderat ist sich sicher, dass mit der Umsetzung des neuen Konzepts der Schulsozialarbeit und der damit verbundenen Erhöhung der personellen Ressourcen ein wichtiger Beitrag geleistet werden kann, «um unsere Kinder und Jugendlichen in der nicht immer einfachen Lebensphase auf dem Weg zum Erwachsenwerden optimal begleiten zu können».

Einwohnerrat Mittwoch, 27. Oktober, 19 Uhr, Mehrzweckhalle Dorf; Mittwoch, 3. November, 19 Uhr, Campussaal.

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