Windisch
Für die herausragende Architektur ist die ARA Wasserschloss ausgezeichnet worden

Das Brugger Architekturbüro Liechti Graf Zumsteg Architekten ETH SIA BSA AG erhält für die Kläranlage in Windisch den «Best Architects 22 Award». Das ist eine von zwei Auszeichnung für die Gestalterin.

Claudia Meier
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Ein System aus Betonplatten bildet die Raumstruktur des Neubaus, auf dem in Feldern rohe Schwartenbretter angebracht wurden.

Ein System aus Betonplatten bildet die Raumstruktur des Neubaus, auf dem in Feldern rohe Schwartenbretter angebracht wurden.

Zvg / Aargauer Zeitung

Es geht nicht um Geld, sondern vor allem um Ruhm und Ehre. Und um das Bewusstsein, dass es sich lohnt, auch bei nicht besonders prestigeträchtigen Bauten auf eine Architektur zu setzen, die sich harmonisch ins Landschaftsbild einfügt.

So geschehen ab 2014 bei der Erneuerung und Erweiterung der Abwasserreinigungsanlage (ARA) in der Sommerau in Windisch. Dem Spatenstich ging damals eine rund fünfjährige Planungsphase voraus. Die Gemeinde Windisch freut sich laut Website, dass die ARA Wasserschloss mit dem «Best Architects 22 Award» ausgezeichnet worden ist. Dieser zähle zu den renommiertesten Architekturauszeichnungen und gelte in Fachkreisen seit Bestehen «als Gütesiegel für herausragende architektonische Leistung».

Die langen, öffnungslosen Fassaden der ARA Wasserschloss wurden texturiert und fügen sich somit gut in den Auenwald ein..

Die langen, öffnungslosen Fassaden der ARA Wasserschloss wurden texturiert und fügen sich somit gut in den Auenwald ein..

Zvg / Aargauer Zeitung

Die verantwortliche Gestalterin ist die Liechti Graf Zum­steg Architekten ETH SIA BSA AG. Das Brugger Architekturbüro erhielt nicht nur diesen Award in der Kategorie Gewerbe- und Industriebauten, sondern auch einen für das Generationenhaus Bad Zurzach.

Mit Buchpublikation bleibt die Gestalterin im Gespräch

An der direkt an der Bahnlinie Brugg–Baden gelegenen ARA sind zwölf Gemeinden aus der Region Brugg-Birrfeld angeschlossen. Zur gewählten Architektur schreibt die Gestalterin: «Die Anlage bildet eine geometrische Lichtung mitten im Auenwald des Wasserschlosses.» Mit dem Neubau der Biofiltration wurde die Kapazität der Anlage vergrössert und gleichzeitig auf eine umweltgerechte Technologie umgestellt.

Rohe Schwartenbretter wurden als Felder auf die Grossflächenschalung aufgebracht. Es entsteht im Abguss quasi ein Negativabbild des vormaligen Auenwaldes, der für den Neubau gerodet wurde..

Rohe Schwartenbretter wurden als Felder auf die Grossflächenschalung aufgebracht. Es entsteht im Abguss quasi ein Negativabbild des vormaligen Auenwaldes, der für den Neubau gerodet wurde..

Zvg / Aargauer Zeitung

Gemäss der Tradition «Form folgt Funktion» werde der Aufbau des Gebäudes nach aussen gekehrt und bilde sich als Gerippe in den Fassaden ab. Diese erzählten die Funktionsweise der Anlage. Das Gerippe werde durch in die Schalung eingelegte Felder aus Schwartenbrettern erzeugt. Der gerodete Auenwald lebe so in einer Art Versteinerung weiter.

Mit der Buchpublikation der ausgezeichneten Projekte im Herbst erhält das Architekturbüro zusätzliche Beachtung und bleibt im Gespräch.

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