Brugg

Wohlfühloase in Olivgrün und Weinrot – grosses Interesse an Alterswohnungen

Livio Plüss, Verwaltungsratspräsident der Schönegg Brugg AG, zeigt die schmucke Parkanlage in der neuen Alterswohnsiedlung.

Livio Plüss, Verwaltungsratspräsident der Schönegg Brugg AG, zeigt die schmucke Parkanlage in der neuen Alterswohnsiedlung.

Bei einem Augenschein ist zu sehen, wo der neuen Überbauung an der Fröhlichstrasse in Brugg noch der letzte Schliff verpasst wird. Das offizielle Einweihungsfest soll im kommenden Mai stattfinden.

Kein Wunder, sind die Wohnungen begehrt: mit dieser Architektur, an dieser Lage. Die Freude über die neue Alterswohnsiedlung an der Fröhlichstrasse in Brugg ist Livio Plüss denn auch anzusehen, dem Verwaltungsratspräsidenten der zuständigen Schönegg Brugg AG.

Entstanden ist, zeigt sich beim kurzweiligen Augenschein an diesem strahlend sonnigen Herbstnachmittag, eine veritable, zentral gelegene Wohlfühloase mit 109 Alterswohnungen mit 11/2 bis 31/2 Zimmern. Seit August sind diese bezugsbereit, 90 Einheiten konnten bereits vermietet werden. Das Interesse sei sehr gross und steige – mit der nahenden Fertigstellung der Umgebung – kontinuierlich an, stellt Plüss fest. Ebenfalls vermietet sind die rund 650 Quadratmeter Gewerbeflächen.

Die modernen, hellen Wohnungen mit den hohen Räumen sind erstellt im Minergie-Standard, hindernisfrei ausgebaut, verfügen über Waschmaschine/Tumbler und Komfortlüftung genauso wie über grosszügige Aussenräume mit Balkonen oder Sitzplätzen. Wert gelegt worden sei auf hochwertige Materialien, sagt Plüss und zeigt als Beispiel auf die edlen Parkett­böden oder die dunkle Naturstein-Abdeckung in der offenen Küche.

Wegen Corona schmolz der Vorsprung dahin

Die Mieterinnen und Mieter – angesprochen sind Personen ab 55 Jahren – erhalten zudem zu Vorzugskonditionen einen einfachen Zugang zu einem breit angelegten Dienstleistungsangebot im Bereich Verpflegung und Therapien. «Sonare» nennt sich das Konzept. «Jeder kann das beziehen, was er persönlich nutzt oder braucht», hebt Plüss hervor. Die Menschen müssten also keinerlei Zusatzverpflichtungen eingehen, sondern könnten selbstständig leben und ihre Bewegungsfreiheit geniessen. «Das fördert die Zufriedenheit und das Selbstwertgefühl», ist sich der Verwaltungsratspräsident sicher.

Ein weiteres Ziel von «Sonare» sei die Festigung der Gemeinschaft, die Förderung des Austausches und der Aktivitäten für Körper und Geist. Einen Beitrag leisten wird dazu ebenfalls der Gemeinschaftsraum samt dem dazugehörenden Aussenbereich, der – auf die Bedürfnisse der Bewohner ausgerichtet – eingerichtet wird im Erdgeschoss in einem der vier Neubauten. Auf allen Gebäuden sind Fotovoltaikanlagen installiert, mit denen ein Grossteil des eigenen Strombedarfs gedeckt werden kann. Ins Auge sticht bei den Mehrfamilienhäusern nicht zuletzt das sorgfältig umgesetzte Farbkonzept mit den Tönen Olivgrün und Weinrot.

Sie haben den Vorsprung wieder eingebüsst

Die Bauarbeiten an der neuen Alterswohnsiedlung konnten gemäss Programm abgewickelt werden, antwortet Plüss auf die entsprechende Frage. Der Vorsprung von rund vier Wochen, der einst bestand, habe die Bauherrschaft allerdings wieder eingebüsst während der Coronakrise. Die Anzahl der Handwerker beispielsweise habe reduziert werden müssen in den Gebäuden, um die Schutzmassnahmen einhalten zu können, nennt Plüss einen Grund. «Zwar knapp, aber auf den geplanten Zeitpunkt sind wir fertig geworden.» Gemäss Prognose bewegen sich auch die Anlagekosten im Budgetrahmen von 47,5 Mio. Franken.

Im Innenhof lädt die Wolke zum Verweilen ein

Derzeit laufen die Tätigkeiten im Aussenbereich. Noch fehlen Teile der Bepflanzung, zu der auch grosse Obstbäume gehören sowie Teile der Bodenbeläge. Ebenfalls realisiert wird in der schmucken Parkanlage von Metallkünstler Patrick Thür ein Wolken-Pavillon, der begehbar ist und zum Verweilen einlädt. «Wir investieren in nutzbare Kunst», fasst Plüss zusammen.

Bereits vorhanden sind Brunnen und Hochbeete, installiert sind die Bewegungsgeräte für das Krafttraining im Freien oder ein Wegstück mit speziellem Untergrund, um die Koordination zu schulen. Im Boden eingelassen ist ein Tank, in dem das Regenwasser zu Bewässerung gesammelt wird. Noch angebracht werden Signalisationen und Markierungen, auch in der neuen Begegnungszone mit der Tempo-20-Beschränkung auf der Fröhlichstrasse. Er sei sehr froh, dass es mit dieser geklappt habe, die Bewohner sicher und ohne störende Absätze zirkulieren können, sagt Plüss. «Hier gilt der grosse Dank der Stadt.» Geschaffen werde eine Verbindung zum Pflegezentrum Süssbach und zum Gesundheitszentrum sowie zu den verschiedenen Angeboten wie Restaurant, Arzt und Apotheke oder auch zur nahen Bushaltestelle.

Künftig gibt es sogar einen eigenen Stadthonig

Ein Anliegen ist Plüss bei der Umgebungsgestaltung die biologische Vielfalt. Derzeit liegt das Baugesuch auf für einen Naturgarten im Bereich der bisherigen Parkplätze auf dem Areal des ehemaligen Alterszentrums. Der Verwaltungsratspräsident spricht von einer Aufwertung, nicht nur für die Überbauung, sondern die ganze Stadt.

Vorgesehen sind eine artenreiche Trockenwiese, Scheiterbeigen und Sandhügel, Trockenmauern, Aargauer Rosen, verschiedene Bäume, ein Igelpalast sowie ein Bienenhotel für vier Völker, die von einem Imker betreut werden. «Wir werden künftig also Stadthonig haben», freut sich Plüss. Die Idee sei es, fügt er an, den Naturgarten zusammen mit den Bewohnern und einer Schulklasse aus Brugg zu erstellen, um das Bewusstsein für die Natur zu schärfen. «Interessierte können sich bei mir melden.»

Bewohner sollen sich wohlfühlen

62 öffentlich zugängliche Parkplätze stehen im Gegenzug zur Verfügung im zweiten Unterschoss der neuen Tiefgarage. «Die abgestellten Autos verschwinden von der Oberfläche», sagt Plüss. Die Verbundsteine der alten Parkplätze, ergänzt er, werden palettweise gratis abgegeben.

Kurz: Das Areal ist kaum wiederzuerkennen, seit das Grossprojekt unter dem Namen «Akkord» in Angriff genommen wurde im 2009 mit einem Projektwettbewerb. 2017 begann die erste Etappe mit dem Umbau und der Erweiterung des Alters und Pflegeheims Süssbach, danach folgte die Sanierung des zehngeschossigen Hochhauses. Verwaltungsratspräsident Plüss äussert sich zufrieden darüber, dass ein Umfeld geschaffen werden konnte, das die Menschen – so zeigen die positiven Rückmeldungen – anspricht. «Das Wichtigste ist, dass sich die Bewohner wohlfühlen.» Das geplante offizielle Einweihungsfest musste coronabedingt verschoben werden und soll im kommenden Mai stattfinden.

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