Brugg-Windisch

Zertifizierung mit dem Umweltlabel: Die Römisch-Katholische Kirche im Aargau wird grün

Das Team Pastoralraum Brugg-Windisch.

Zertifizierungsprozess abgeschlossen

Das Team Pastoralraum Brugg-Windisch.

Vier kirchliche Organisationen haben sich intensiv mit dem Umweltmanagementsystem «Grüner Güggel» auseinandergesetzt und Massnahmen zur Verbesserung ihrer Umweltleistung definiert. Mit einer Feier in der Kirche St. Marien in Windisch sind der Zertifizierungsprozess abgeschlossen und die Urkunde überreicht worden.

Nicht automatisch werden die Kirchen mit einem Engagement für den Umweltschutz in Verbindung gebracht. Dass aber genau dies eine der Kernaufgaben der christlichen Botschaft ist, wurde bei einer Feier in der katholischen Kirche St. Marien in Windisch deutlich. Vier Organisationen wurden im Rahmen eines Gottesdiensts mit dem kirchlichen Umweltlabel «Grüner Güggel» zertifiziert.

Nach einem längeren Validierungsprozess, dem Erstellen eines Umweltberichts und vielen konkreten Massnahmen erreichen der Pastoralraum Region Brugg-Windisch, der Pastoralraum Region Lenzburg, die katholische Pfarrei Heilige Familie Schöftland sowie der Verwaltungs- und Fachstellenstandort in Aarau der Römisch-Katholischen Kirche im Aargau das vorläufige Ziel: die Überreichung der Urkunde mit Plakette.

Es handelt sich um eine Frage der Glaubwürdigkeit

In seinen einführenden Worten beschrieb Luc Humbel, Präsident der Römisch-Katholischen Kirche im Aargau, dass es letztlich um die Glaubwürdigkeit der Kirche gehe – gerade in allen Glaubwürdigkeitskrisen der letzten Monate und Jahre.

Ein nachhaltiger Umgang mit den Ressourcen und eine umfassende Bewusstseinsänderung seien spätestens seit der Umweltenzyklika «Laudato Si» von Papst Franziskus von 2015 aus einem christlichen Leben nicht mehr wegzudenken. Auch wenn die Römisch-Katholische Kirche im Aargau nun mit dem ersten «Konvoi» zum Grünen Güggel den Anfang gemacht habe – es sei letztlich ein ökumenisches Anliegen, dass sicher weitere Kreise ziehen werde.

Die Feier war ansprechend für alle Sinne gestaltet

Im Zentrum des Gottesdiensts in der coronabedingt mit Abstand gefüllten Marienkirche stand der berühmte Sonnengesang des Heiligen Franziskus von Assisi. Mit farbigen Symbolen, einem kräftig klingenden Bläserensemble und zarten Klängen der Orgel wurde die Feier ansprechend für alle Sinne gestaltet.

Ausserdem hatte der Pastoralraum Region Brugg-Windisch die Kinder im Religionsunterricht zu einem kreativen Projektwettbewerb aufgerufen. So zierten viele Dutzend farbige Güggel auf Papier oder als Skulptur den Kirchenraum und machten sichtbar, wie viele sich bereits mit dem Anliegen auseinandergesetzt haben.

Es braucht das Engagement der Einzelnen

In der Schweiz ist die Fachstelle oeku – Kirche und Umwelt für den Zertifizierungsprozess zuständig. Deren Präsidentin Vroni Peterhans zeigte sich in ihrer Laudatio hoch erfreut über die vier ersten kirchlichen Organisationen im Aargau, welche die Zertifizierung erreicht haben. «Wir alle wissen, dass gesellschaftliche Veränderungen nicht durch die Massen ausgelöst werden, sondern immer vom Engagement einzelner angestossen wurden», betonte sie.

Mit den Grussworten von zwei Vertreterinnen aus der Politik bekam der Anlass zusätzliches Gewicht. Heidi Ammon, Gemeindepräsidentin von Windisch, zeigte sich sehr erfreut, die katholische Kirche in den Bemühungen ihrer Gemeinde als Energiestadt nun als Partnerin zu haben. Die Kirchgemeinden würden somit einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten.

Stadtammann Barbara Horlacher von Brugg erwähnte den ökologischen Fussabdruck, den wir durch Umdenken und bewusstes Handeln verringern müssten. Dass dies nicht einfach sei, beschrieb sie mit dem Stichwort «Knochenarbeit».

Das intensive weitere Bemühen an der Basis wurde auch von weiteren Rednern erwähnt. Nun sei der erste wichtige Schritt getan. Aber es werde immer anspruchsvoller, das Label auch nach aussen zu tragen und die Idee zu verbreiten, so Hans Schilling, Kirchenpflegepräsident der Kirchgemeinde Brugg-Windisch.

Beim anschliessenden Apéro auf dem Kirchplatz war die Freude über die Zertifizierung nach sehr arbeitsintensiven Monaten auf vielen Gesichtern abzulesen. Zur Verabschiedung bekamen alle Gäste ein selbst gezogenes Pflänzchen überreicht – schönes Symbol dafür, dass die «grüne Kirche» sorgsam weiter gehütet, weiterentwickelt und stark gemacht werden muss. (az)

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