Brugg

Zu Fuss in den Velokeller: Das neue Fahrverbot am Bahnhof wirft Fragen auf

Die frischen Bodenmarkierungen der SBB am Brugger Bahnhof irritieren Velofahrer und erstaunen Passanten.

«Was soll das?», fragte ein Aarauer, nachdem er gestern Donnerstagmittag am Bahnhof Brugg aus dem Zug gestiegen war. «Diese grossen Fahrverbote, die in der Personenunterführung auf dem Boden aufgemalt sind, wirken total abschreckend. Diese Massnahme ist doch völlig übertrieben. Ist das alles, was Brugg zu bieten hat?»

Die neue Bodenmarkierung ist seit einigen Wochen zu finden an den beiden Enden des sogenannten Mauslochs, der Personenunterführung zwischen Neumarkt und Campus, sowie auf der Windischer Seite am oberen Ende der geraden Rampe, die zum Velokeller führt. In den grossen Markierungen sind Fahrverbote für Velos, Skateboards und Trottinette dargestellt.

Direkt unter den Bahngleisen hat am Bahnhof Brugg allerdings schon lange ein allgemeines Fahrverbot bestanden, was auch auf beiden Seiten des Mauslochs mit einem entsprechenden Schild an der Wand signalisiert ist.

«Umgesetzt, um die Sicherheit beim Bahnzugang zu erhöhen»

Wer hat veranlasst, dass es diese neuen Bodenmarkierungen am Bahnhof Brugg gibt? «Die SBB», teilt Mediensprecher Martin Meier knapp mit. Die SBB zeigen sich bei diesem aus ihrer Sicht «banalen» Thema alles andere als auskunftsfreudig. Einzelne Fragen werden erst beim Nachhaken beantwortet.

Die Massnahme sei umgesetzt worden, um die Sicherheit beim Bahnzugang zu erhöhen, gibt Martin Meier als Begründung an. Im Bezirk Brugg wurde die neue Bodenmarkierung nur am Bahnhof Brugg angebracht. Und dies, obwohl den SBB in den letzten drei Jahren keine Unfälle mit Velo-, Skateboard- oder Trottinettfahrern am Bahnhof Brugg bekannt sind. Die Kosten für die Bodenmarkierungen tragen die SBB, zum genauen Betrag geben sie hingegen keine Auskunft.

Für die Kontrolle des Fahrverbots sind die SBB zuständig

Besonders stossend ist die neue Bodenmarkierung beim Coop auf der Windischer Seite. Dort ist es jetzt nicht mal mehr erlaubt, mit dem Velo das kurze Stück auf der geraden Rampe runter in den Velokeller zu fahren. Warum ist das so?

«Mit der Grösse des Fahrverbots soll eine klare Botschaft ausgesprochen werden: Das Signal soll nicht übersehen werden», teilt SBB-Mediensprecher Martin Meier mit. Der Standort der Signalisation sei gemäss den SBB-Erfahrungswerten festgelegt worden.

In der Praxis ist es schwer vorstellbar, dass Velofahrer nun ihr Zweirad die Rampe runter in den Velokeller schieben werden. Da sich das Fahrverbot auf dem SBB-Areal befindet, liegt auch dessen Kontrolle in der Zuständigkeit der SBB. Welche Strafe droht den Leuten, die sich nicht an die Vorgaben halten? «Es werden keine Kosten erhoben», sagt Martin Meier.

Sollte das Fahrverbot missachtet werden, mache das SBB-Personal die Betroffenen höflich darauf aufmerksam. Wer sich zu Stosszeiten im Mausloch aufhält, weiss, dass dann nicht ans Velo- oder Skateboardfahren zu denken ist. Die Markierungen scheinen den Passanten suspekt zu sein. Viele wagen es nicht einmal, darüber zu laufen.

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