Lupfig

Zuerst Entlassungen, jetzt Norovirus – Altersheim kommt nicht zur Ruhe

Keine Ruhe im Altersheim: Seit den Entlassungen brodelt es im Haus Eigenamt in Lupfig.

Keine Ruhe im Altersheim: Seit den Entlassungen brodelt es im Haus Eigenamt in Lupfig.

Die Verunsicherung nach der Freistellung von acht Mitarbeitenden im Haus Eigenamt ist bei den Beteiligten gross. Hinzu kommt der Norovirus. Breitet sich die Epidemie aus, könnte das Pflegepersonal eines anderen Heims aus der Region zum Einsatz kommen

Die Verunsicherung nach der Freistellung von acht Mitarbeitenden vor zwei Wochen im Haus Eigenamt in Lupfig ist bei Bewohnern, Angehörigen und Angestellten gross.

Die Ausbreitung einer Magen-Darm-Epidemie – festgestellt wurde nun der Norovirus – macht die ganze Situation noch schwieriger.

Acht Entlassungen im Altersheim Eigenamt: Eine Mitarbeiterin erzählt.

Acht Entlassungen im Altersheim Eigenamt: Eine Mitarbeiterin erzählt.

Betroffen sind Bewohner wie Angestellte. Wer sich auf der Website des Pflegeheims Eigenamt über den Stand der Dinge informieren will, findet abgesehen von der Stellungnahme des Vorstands auf einen offenen Brief vom 2. März keine weiteren Angaben. Auch auf die restriktiven Besuchsregeln wird nicht hingewiesen.

Der Kanton inspizierte das Haus Eigenamt letzte Woche zweimal und wies die Verantwortlichen unter anderem an, sich einen Plan B zurechtzulegen, falls aufgrund der Epidemie die Pflegedienstleistungen mit dem eigenen Personal nicht mehr sichergestellt werden können. Mit anderen Worten: Es geht darum, Pflegepersonal von anderen Heimen nach Lupfig zu delegieren, wenn vom eigenen Personal zu viele ausfallen.

Entscheid bei Kantonsärztin

«Die Situation ist momentan stabil», sagt Tobias Kull, Vorstandspräsident des Altersheimvereins Eigenamt. Noch gelten im Altersheim ein Aufnahmestopp und die Reduktion von Besuchen unter Einhaltung der Hygieneregeln auf ein absolutes Minimum. «Wir sind aber zuversichtlich, dass uns die Kantonsärztin bald das Okay geben wird, damit wir das Haus Eigenamt wieder öffnen können», sagt Kull.

Um auf Nummer sicher zu gehen, habe die interimistische Heimleitung mit einer anderen Institution in der Umgebung, die Kull nicht mit Namen nennen will, gemäss der hausinternen Notfallliste Kontakt aufgenommen und eine Zusage bekommen, im Notfall mit Pflegepersonal auszuhelfen.

Altersheim-Streit in Lupfig: Darum hatte Fredi Bärtschi hat genug vom Vorstand (Tele-M1-Bericht vom März 2015).

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Der Vorstandspräsident erklärt sich das so: «Wir sind sehr dankbar für diese solidarische Bereitschaft. Es verfolgen ja alle das gleiche Ziel, für die pflegebedürftigen Bewohner da zu sein. Ausserdem stehen wir unter anderem dank der längerfristigen Pflegebettplanung in der Region Brugg schon seit einiger Zeit in engem Kontakt miteinander.»

Der Kanton stehe in seiner Funktion als Aufsichtsbehörde mit dem Haus Eigenamt in intensiver Verbindung und unterstütze die Verantwortlichen in diesem dynamischen Prozess mit dem Ziel, dass die zu treffenden Massnahmen situationsgerecht umgesetzt werden, sagt Balz Bruder, Kommunikationsleiter des kantonalen Departements Gesundheit und Soziales (DGS). «Die Magen-Darm-Erkrankungen haben gemäss Meldung nicht zugenommen, sind jedoch weiterhin in hoher Anzahl vorhanden», so Bruder weiter.

Der Entscheid zum Einsatz der geeigneten Massnahmen betreffend Plan B liegt gemäss DGS in der Verantwortung der Institutionsleitung und der Trägerschaft.

Aus Sicht des Kantons gelte es, die Sicherheit der Bewohnerinnen und Bewohner als wichtigstes Gut zu gewährleisten und folglich auch dem Pflegepersonal grösste Sorge zu tragen, damit die ergriffenen Massnahmen gut umgesetzt werden können und wieder Ruhe und Vertrauen in das Haus Eigenamt einkehren, sagt Bruder.

Das DGS ist durch die Heimaufsicht dafür verantwortlich, dass die Institutionen die gesetzlichen Vorgaben einhalten und dass die Bewohnersicherheit gewährleistet ist. Für die Kommunikation, die Personalführung und das Krisenmanagement seien die Führungspersonen im Heim sowie die Trägerschaft verantwortlich, sagt Balz Bruder.

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