Windisch/Brugg

«Zustand in der Unterführung ist unhaltbar»: Vorstoss von SP-Einwohnerrat sorgt für Irritation

Laut Interpellant Fredy Bolt ist die Campus-Unterführung wichtig für den Fachhochschulstandort Brugg-Windisch.

Laut Interpellant Fredy Bolt ist die Campus-Unterführung wichtig für den Fachhochschulstandort Brugg-Windisch.

An der zweiten Einwohnerratssitzung in Windisch hat der Gemeinderat eine Flut von Vorstössen beantwortet – zwei Politiker wurden geehrt.

Nach der dreistündigen Sitzung von letzter Woche (die AZ berichtete) ging die Sitzung für das Gemeindeparlament Windisch diesen Mittwochabend im Campussaal weiter. Von den 40 Einwohnerräten waren 32 anwesend. Diese hiessen die Revision des Reglements über die Wasserversorgung einstimmig gut. Ebenso einen Zusatzantrag der FDP-Fraktion, der die Kostentragung für die Verlegung der Leitung präziser regelt.

Bei der Beantwortung diverser Vorstösse durch den Gemeinderat sorgte die Interpellation von Fredy Bolt (SP) zur Campus-Unterführung für Irritation. Vizepräsidentin Rosi Magon (SP) ging davon aus, dass SVP-Gemeindepräsidentin Heidi Ammon die Fragen beantwortet, weil diese die Gemeinde im Projekt «Stadtraum Bahnhof Brugg Windisch» vertritt.

Neue Passage dürfte 15 bis 35 Mio. Franken kosten

Verwaltungsleiter Marco Wächter half Rosi Magon, die für die Verkehrsplanung zuständig ist, schliesslich mit den erarbeiteten Antworten aus. Einwohnerrat Bolt hielt fest, dass aus dem Agglomerationsprogramm 1 seit vielen Jahren 4,1 Mio. Franken bereit lägen, «um die absolut unbefriedigende Situation für den Langsamverkehr in der Campus-Unterführung zu verbessern». Der jetzige Zustand sei unhaltbar, so der SPler.

Die Campuspassage liege auf dem Stadtgebiet Brugg, betonte Magon. Hier könne die Gemeinde Windisch nicht das Lead übernehmen. Dieser sei bei den SBB, die ihrerseits den Handlungsbedarf auch erkannt hätten und gewillt seien, dieses Nadelöhr zu verbessern. In der Fortsetzung müsse das Projekt zur Umgestaltung der Aarauerstrasse/des Bahnhofplatzes und des Neumarkts integriert werden. Bei diesen beiden Vorhaben liege das Lead ebenfalls bei der Stadt Brugg zusammen mit dem Kanton, hielt Magon fest. Aus den Zielformulierungen im Kommunalen Gesamtplan Verkehr zur Campuspassage könne allerdings nicht geschlossen werden, dass die Passage für den Veloverkehr durchfahrbar gemacht werden soll.

«Eine neue Passage verursacht Kosten in den Grössenordnungen von 15 bis 35 Mio. Franken», sagte die Vizepräsidentin und erwähnte die beiden Beispiele Langenthal und Winterthur. Die SBB hätten seit einem Jahr signalisiert, dass sie bereit seien, einen grossen Beitrag im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu leisten. «Solange dies im Rahmen der Leistungsvereinbarung zwischen Bund und den SBB stattfindet, stehen die Mittel mittelfristig zur Verfügung», sagte Magon. Sollte dieser Betrag nicht ausreichen, müsste eine Finanzierung über den nächsten Ausbauschritt zum Bahnhof erfolgen (2040 und später).

Die Geometrie einer neuen Passage sei abhängig von der Gleisgeometrie eines ausgebauten Bahnhofs ab 2060. Die SBB seien daran, einen Masterplan zum Ausbau des Bahnhofs Brugg zu erarbeiten – Ergebnisse würden Anfang 2021 erwartet. Schnittstellen bestünden zum Projekt «Stadtraum Bahnhof Brugg Windisch». Gemäss den Richtlinien zum Agglomerationsprogramm muss bis 2027 eine Finanzierungsvereinbarung mit dem Bund getroffen worden sein, um das bereitgestellte Geld abzuholen. Fredy Bolt sagte, dass man sich nicht von Partnern abhängig machen dürfe, denen das Thema nicht so wichtig sei. Es brauche Aktivität, damit sich etwas verändere.

Flügeli und warme Socken für neuen Regierungsrat

Einwohnerratspräsident Pascal Schlegel (SVP) stellte bei der Überleitung zur Gratulation des neu gewählten SP-Regierungsrats fest, dass Dieter Egli am Hallwilerseelauf eine Viertelstunde schneller war als er. Gemeindepräsidentin Ammon freute sich, dass Windisch wieder einen Regierungsrat hat, und beschenkte ihn mit warmen Socken, Flügeli, falls er ins Schwimmen gerät, Wachs, damit’s gut läuft, und Licht. Egli versprach, man werde in seiner Politik immer spüren, dass er aus dem Bezirk Brugg komme und ein Windischer sei.

Mit Martin Schibli (EVP) wurde der dienstälteste Einwohnerrat verabschiedet. Er tritt nach 23 Jahren zurück.

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