«Die Mitte»
Die BDP Aargau gibt es nicht mehr – Parteipräsident: «Man muss abschliessen und nach vorne schauen»

Die BDP Aargau hat den Zusammenschluss mit der CVP beschlossen. Zu diesem kommt es aber nur, wenn die CVP dem Namenswechsel zu «Die Mitte» zustimmt.

Eva Berger
Merken
Drucken
Teilen
An Versammlung hat die BDP formal den Weg geebnet für eine Fusionierung mit der CVP.

An Versammlung hat die BDP formal den Weg geebnet für eine Fusionierung mit der CVP.

Keystone

Einstimmig haben die Mitglieder der BDP Aargau am Dienstagabend Ja gesagt zur Fusion mit der CVP Aargau. Wobei es sich dabei faktisch um eine Übernahme handelt: Die CVP soll alle Rechte und Pflichten der bisherigen BDP übernehmen und auch deren bisherigen Mitglieder. Lediglich «eine Hand voll» BDPlern trete nicht zur neuen Partei über, sagt der bisherige Parteipräsident Roland Basler. Einige kehrten der Politik ganz den Rücken. Wenige, wie beispielsweise Alt-Grossrat Marcel Bruggisser, der zur FDP übertrete, fänden eine andere politische Heimat.

CVP entscheidet am Dienstag

Doch noch ist die Fusion nicht unter Dach. Am kommenden Dienstag, dem 19. Januar, werden auch die Delegierten der CVP darüber befinden, ob sie diese eingehen wollen. Zweitens werden sie über den Namenswechsel zu «Die Mitte Aargau» abstimmen. «Vorbehaltlich diesen Entscheiden, werden wir in Zukunft eine Partei sein», so Roland Basler. Unter dem Namen «CVP» werde dies jedoch nicht geschehen.

Im November 2020 beschlossen die nationalen CVP und BDP die Fusion zu «Die Mitte», seit dem 1. Januar 2021 mischt diese in der nationalen Politik mit. Die Kantonalparteien haben bis 2025 Zeit, um sich zu entscheiden, ob sie den neuen Namen und das neue Logo übernehmen wollen.

Nicht mehr zur Wahl angetreten

Im Aargau dürfte das auch für die CVP eine Formsache sein, aufgegleist ist die Fusion längst. Im vergangenen Frühling sind mit Maya Bally und Michael Notter zwei Grossratsmitglieder der BDP zur CVP über- und im Herbst unter deren Parteifarben zu den Wahlen angetreten. Die BDP verzichtete auf eigene Kandidaturen, Bally und Notter wurden für die CVP wiedergewählt, die BDP ist in dieser Legislatur aber nicht mehr im Grossen Rat vertreten.

Ganz einfach ist für den bisherigen BDP-Präsidenten die Fusion emotional dennoch nicht. «Es ist schmerzhaft. Wir haben 13 Jahre lang sehr viel in diese Partei investiert und auch einiges erreicht», so Basler. Seine BDP war gar von 2011 bis 2019 mit Bernhard Guhl im Nationalrat vertreten.

Schliesslich aber konnte sich die Partei jedoch auch im Aargau nicht mehr halten. Bei den Grossratswahlen 2016 erreichte sie nur noch 2,7 Wählerprozent (gegenüber 4,4 im Jahr 2012) und Bernhard Guhl schaffte die Wiederwahl 2019 nicht. «Man muss abschliessen und nach vorne schauen. Es gibt für uns eine neue politische Heimat mit der CVP in "Die Mitte Aargau", in die wir sehr gut eingebettet werden», so Basler.

Initiative wird von "Die Mitte" vertreten

Doch die BDP hat noch etwas hängig, ihre «Amtsenthebungs-Initiative» kommt demnächst in den Grossen Rat – und werde dort von der «Die Mitte» vertreten, wie Basler sagt. Und was macht der Präsident? Voraussichtlich präsidiert Roland Basler in Zukunft die Bezirkspartei Zofingen. Darauf freut er sich: «Ich habe überhaupt keine Zweifel, dass diese neue Partei erfolgreich sein wird.»