Aargau-Solothurn

Engpässe bei den Blutspenden: Aktion soll locken - gewinnen kann man eine Ferienreise

Im Sommer kommt es regelmässig zu Engpässen bei den Blutvorräten. Die Produktion in Aarau, aufgenommen am 19. März 2020.

Im Sommer kommt es regelmässig zu Engpässen bei den Blutvorräten. Die Produktion in Aarau, aufgenommen am 19. März 2020.

Blut spenden und Kurzferien gewinnen: Hinter der Aktion der Stiftung Blutspende Aargau-Solothurn steckt ein ernster Bedarf an Blutkonserven.

Steigende Temperaturen, sinkende Blutreserven. Mit diesem Slogan wirbt die Stiftung Blutspende SRK Aargau-Solothurn diese Tage für ihre Sommeraktion. Wer vom 1. bis 31. Juli 2020 Blut spendet und vor Ort in den Spendezentren einen Wettbewerbstalon ausfüllt, kann Kurzferien am Vierwaldstättersee gewinnen. Diese werden geponsert. Zu gewinnen gibt es weiter etwa auch UE-Boom-­Lautsprecher oder Kühltaschen. Ausserdem bekommen die Spenderinnen und Spender an den insgesamt neun Blutspendezentren in den Kantonen Aargau und Solothurn nebst der gewohnten Verpflegung wie Kaffee, Sandwiches oder Obst aktuell auch eine Portion Ferienfeeling: Palmen, Blumen, Hängematten – im Blutspendezentrum in Aarau gibt es für Blutspenderinnen und Blutspender sogar Glace.

Im Sommer spenden weniger Menschen ihr Blut

Die sommerliche Aktion hat einen ernsten Hintergrund: Im Sommer kommt es in der Schweiz regelmässig zu Engpässen bei den Blutvorräten. «Zum einen durch die Ferienabwesenheiten der Spender, zum anderen, weil die Spenderinnen nach einem Ferienaufenthalt in Ländern mit Infektionsrisiken zurückgewiesen werden», sagt Barbara Mihm, operative Leiterin der Stiftung Blutspende SRK Aargau-Solothurn. Auch die heissen Temperaturen verleiteten die Spender erfahrungsgemäss nicht zu einem Besuch.

Dadurch, dass viele Menschen diesen Sommer coronabedingt ihre Ferien wohl in der Schweiz verbringen, erhoffe man sich, dass man mit der Sommeraktion mehr Menschen zum Spenden bewegen könne. Im Sommer gebe es zwar weniger Spenderinnen und Spender, der Blutbedarf sinke jedoch nicht im Vergleich zu den übrigen Monaten: «Daher muss der Lagerbestand gesichert werden, um die Versorgung der Patientinnen und Patienten in den Spitälern im Aargau und Solothurn sicherzustellen», so Mihm.

Jedes Jahr verzeichnet die Stiftung Blutspende SRK Aargau-Solothurn 22000 Blutspenden und beliefert alle Spitäler, Gesundheitszentren und teilweise auch Praxen in den Kantonen Aargau und Solothurn. Es ist das erste Mal, dass die Stiftung eine solche Sommeraktion durchführt. Entstanden sei die Idee auch aus der aktuellen Situation heraus: «Unsere Marketingspezialistin hat sich mit dem Thema auseinandergesetzt, und da viele Spenderinnen und Spender keine Ferien im Ausland machen können, ergab sich die Idee des Ferienfeelings in den Entnahmestellen», so Mihm. Mit der Sommeraktion wolle man aber auch einen nachhaltigen Effekt erzielen: Die jüngere Generation soll erreicht und deren Bewusstsein für die Wichtigkeit der Blutspende gestärkt werden.

30 Prozent weniger Spender nach Ausbruch von Corona

Vier von fünf Menschen benötigen laut Blutspende SRK Schweiz mindestens einmal in ihrem Leben Blut. Bereits Ende März, als die Coronapandemie die Schweiz erreicht hatte, vermeldete Blutspende SRK Schweiz 30 Prozent weniger Blutspenderinnen und Blutspender. Dass Menschen auch während der Pandemie spenden, sei unerlässlich, sagte Jörg-Peter Sigle, Hämatologe und Chefarzt der Stiftung Blutspende SRK Aargau-Solothurn, damals zu AZ.

Corona ist kein Hindernis für eine Blutspende

Die regulären Spendetauglichkeitskriterien gelten unverändert (siehe Infobox). Wer gesund ist und keine Erkältungssymptome oder Verlust von Geruchs- und oder Geschmackssinn hat, darf spenden. Wer erkältet ist, muss nach Abklingen der Erkältung 14 Tage bis zur nächsten Spende warten. Wer Kontakt mit Patienten mit bestätigter Coronainfektion hatte, kann ebenfalls nach 14 Tagen wieder spenden. Selbst Menschen, die eine Coronainfektion hatten, dürfen nach einem Monat wieder spenden.

Nach der Spende wird sämtliches Blut im Labor in Aarau getestet, etwa auf HIV und Hepatitis. Einen separaten Test für Coronaviren gibt es nicht. «Die Möglichkeit einer Übertragung von Covid-19 durch Bluttransfusionen asymptomatischer Spender und Spenderinnen ist bis dato nicht bekannt», schreibt die Stiftung Blutspende SRK Aargau-Solothurn auf ihrer Website. Umso wichtiger sei es, dass Blutspenderinnen Eigenverantwortung übernehmen und die Stiftung informieren, sollten sie innerhalb der nächsten 14 Tage nach der Blutspende erkranken. In einem solchen Fall wird die Spende zurückgerufen.

In den Blutspendezentren müssen sowohl Spenderinnen und Spender als auch die Mitarbeitenden eine Schutzmaske tragen. Desinfektionsmittel steht zur Verfügung.

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