Fernweh
Wo die Aargauer Regierungsräte Ferien machen

Die fünf Aargauer Regierungsräte sind geimpft oder stehen zeitnah davor. Gleichwohl bleiben sie in den Sommerferien mehrheitlich im Land. Hier erfahren Sie, wo sie Ferien machen, und wo sie 1.-August-Ansprachen halten.

Mathias Küng
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Landammann Stephan Attiger beim Biken in den Ferien.

Landammann Stephan Attiger beim Biken in den Ferien.

Zvg / Aargauer Zeitung

Die Kantonsregierung hat am Mittwoch ein letztes Mal vor den Ferien getagt. Jetzt kann sie einen Gang zurückschalten. Wie viel Musse die fünf Regierungsräte tatsächlich haben, hängt aber auch von der weiteren Entwicklung der Coronapandemie ab. Seit einiger Zeit zeigen die Parameter erfreulich nach unten. Unklar ist aber, ob und wie sehr die Deltavariante trotz rasch voranschreitender Impfkampagne die Situation wieder verschlechtern könnte. Der Koordinations- und Steuerungsausschuss mit Landammann Stephan Attiger und Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati führt seine Sitzungen zum Corona-Krisenmanagement auch während den Ferien durch.

Doch wohin entschwinden die Regierungsräte in die Ferien? Im Jahr vor Corona (also 2019) visierten sie auch Ziele im Ausland an. Die Familie von Stephan Attiger beispielsweise zog es nach Spanien, die damalige Staatsschreiberin Vincenza Trivigno war für Wander- und Tauchferien in Australien, Bildungsdirektor Alex Hürzeler und seine Frau fuhren mit dem Mini-Cooper durch die Sächsische Schweiz.

Alle schon geimpft oder kurz vor der Impfung

Letzten Sommer blieben die Regierungsräte coronabedingt wie alle anderen auch meist in der Nähe. Dieses Jahr wagen sie wieder etwas mehr. Das geht auch, da alle Regierungsmitglieder mittlerweile geimpft sind beziehungsweise zeitnahe Impftermine wahrnehmen werden. Die schon Geimpften haben dies nach ihren Angaben gut überstanden. Letztes Jahr sind bekanntlich der damalige Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann, Markus Dieth und Stephan Attiger an Corona erkrankt. Laut Regierungssprecher Peter Buri (der letztes Jahr selbst schwer an Corona erkrankt war) hat es seither kein Regierungsmitglied mehr «erwischt».

Ferienziele sind Schweiz, Deutschland und Spanien

Landammann Stephan Attiger etwa nimmt sich zwei bis drei Wochen Ferien. Da zieht es ihn und seine Familie dann wieder an Reiseziele in Spanien und in der Schweiz. Er nimmt auch Arbeit mit und ist für allfällige Präsidialentscheide oder ausserordentliche Regierungssitzungen erreichbar.

Letztes Jahr beherzigten Bildungsdirektor Alex Hürzeler und seine Ehefrau den Aufruf von Bundesrat Ueli Maurer, Ferien in der Schweiz zu machen. Das hält er diesmal genauso. Der jetzige Landstatthalter nimmt sich zwei Wochen Ferien. Für eine Woche geht’s ins Berner Oberland, die zweite Woche ist für Tagesausflüge reserviert. Geplant sind Familienferien. Ziel: Wandern, Land, Leute und Natur geniessen. Arbeit nimmt Hürzeler dazu nicht mit.

Wie letztes Jahr noch nicht entschieden, wo und wie lange er Ferien macht, hat Regierungsrat Jean-Pierre Gallati. Er dürfte aber dank dem jüngsten starken Rückgang der Corona-Ansteckungszahlen und der damit einhergehenden Entspannung auf den Intensivstationen der Kantonsspitäler als Gesundheitsdirektor einen ruhigeren Sommer erleben.

Im Finanzdepartement läuft im Sommer einiges

Wiederum in der Nähe bleiben auch Finanzdirektor Markus Dieth und seine Frau. Dieth will zehn Ferientage beziehen. Die verbringen die beiden Zeit einerseits daheim in Wettingen, anderseits zieht es den Heimwehbündner Dieth auch wieder einige Tage nach Davos. Auf dem Programm stehen Wandern und Geniessen. Ob Arbeit da reinpasst, lässt Dieth im Moment noch offen.

Desirée und Markus Dieth mit Hund beim Wandern im Klöntal.

Desirée und Markus Dieth mit Hund beim Wandern im Klöntal.

zvg/Archivbild 2019

In seinem Departement läuft jedenfalls einiges. So soll nach den Sommerferien das Budget für 2022 vorliegen. Dieses wird schwierig, sind doch die Auswirkungen auf die Kantonsfinanzen, insbesondere die steuerlichen Folgen von Corona schwer einzuschätzen. Darüber hinaus erarbeitet sein Departement im Auftrag des Grossen Rates etliche Zusatzinformationen zur neusten Steuervorlage (sukzessive Steuersenkung für Firmen auf 15,1 Prozent, 50prozentige Erhöhung des steuerlichen Versicherungsabzugs).

Und wohin zieht es den neuen Volkswirtschaftsdirektor Dieter Egli? Er hat für einige Tage Berlin und Umgebung auf dem Programm, und für ein paar zusätzliche Tage geht es wahrscheinlich ins Engadin. Arbeit wird er zwar mitnehmen, will in dieser Zeit aber auch wandern und ausspannen.

Wieviel Ferien haben Regierungsräte eigentlich?

Eine gesetzliche Ferienregelung für Regierungsräte gibt es übrigens nicht. Sie sind grundsätzlich 365 Tage im Jahr im Amt. Ferien beziehen können sie laut Regierungssprecher Peter Buri unter Berücksichtigung der anfallenden Arbeit und der Regierungssitzungen. Für den Fall, dass in der Ferienzeit ein wichtiger Entscheid nötig werden sollte, sei man gewappnet, versichert Buri: «Es ist sichergestellt, dass auch während der Ferienzeit jederzeit Regierungsentscheide gefällt werden können, wenn dies notwendig ist.»

Noch nicht alles klar am 1. August

Üblicherweise sind die Regierungsräte an 1.-August-Feiern anzutreffen.  Wegen der Corona-Ungewissheit ist die Durchführung allerdings noch nicht überall definitiv bestätigt. Es empfiehlt sich also, unmittelbar vor den Feiern diese Zeitung in der Printfassung oder online zu konsultieren, um zu erfahren, ob die Feiern wie geplant stattfinden.

Stephan Attiger hat am 1. August für eine Rede in Mellingen zugesagt (ab 11 Uhr). Alex Hürzeler hat gleich drei Auftritte: am 31. Juli um 18 Uhr in Widen (inklusive Eröffnung des Hasenbergturms), am 1. August in Staffelbach (9 Uhr) und abends um 19 Uhr in Leuggern. Jean-Pierre Gallati spricht am 31. Juli in Dintikon (20 Uhr) sowie am 1. August in Waltenschwil (11 Uhr). Markus Dieth hat drei Auftritte: Am 31. Juli um 18 Uhr in Zeiningen, am 1. August um 10 Uhr in Stetten und um 19 Uhr in Rietheim. Dieter Egli schliesslich spricht am 1. August in Oftringen (10 Uhr) und abends in Wohlen.

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