Widen
700 zu 699 Stimmen: Gemeinderat wegen einer einzigen Stimme abgewählt

Spannender, umstrittener, umkämpfter kann es gar nicht sein: Urs Leuenberger hier, Alfred Graber dort. Beide wollen sie in den Gemeinderat von Widen. Schliesslich setzt sich Urs Leuenberger mit nur einer Stimme mehr durch.

Lukas Schumacher
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Alfred Graber (links) und Urs Leuenberger lieferten sich einen heissen Kampf

Alfred Graber (links) und Urs Leuenberger lieferten sich einen heissen Kampf

AZ

Bei der Stimmenauszählung am Sonntag im Gemeindehaus Widen ist es eng geworden, ja spannend wie in einem Krimi zugegangen.

Nach der Auszählung der Gemeinderatsstimmen nahm das Wahlbüro eine Zusatzzählung sowie eine weitere Nachzählung vor.

Danach stand fest: Urs Leuenberger ist mit 700 Stimmen und dem fünftbesten Resultat wieder in den Gemeinderat gewählt worden.

Und Gemeinderat Alfred Graber ist mit 699 Stimmen, also mit einer einzigen Stimme weniger als Leuenberger, abgewählt worden.

Kommentar: Eng, unschön und spannend

Eine unschöne Aktion von anonymer Seite gegen Urs Leuenberger hat die Erneuerungswahl in Widen überschattet (siehe Artikel links). Leuenberger vermutet, dass ihn der böswillige Angriff einige Stimmen bei der Gemeinderatswahl gekostet hat. Mag sein.

Beim Auszählen wurde es sehr eng. Ein Zufallsmehr entschied schliesslich für Glückspilz Leuenberger und gegen Pechvogel Alfred Graber.

Spannend ist, ob es am 22. September zu einem Urnenduell um den Vorsitz im Gemeinderat Widen kommt. Inder Gemeindeammannwahl hat gestern CVP-Mitglied Leuenberger dank seiner grösseren politischen Erfahrung mehr punkten können als Herausforderer Peter Spring von der FDP.

Dass Spring die 100 Stimmen Rückstand auf Leuenberger in einem zweiten Ammannwahlgang wettmachen kann, ist fraglich. Andererseits werden die Karten in einer zweiten Runde stets neu gemischt.

Ammann-Amt noch nicht besetzt

Im ersten Umgang der Gemeindeammannwahl fiel keine Entscheidung. Keiner der drei Bewerber hat die Hürde – das absolute Mehr von 526 Stimmen – erreicht.

Die Entscheidung wurde somit vertagt auf die zweite Runde am 22. September.

Am besten schnitt Urs Leuenberger ab. Der CVP-Mann erhielt bei der Ammannwahl 450 Stimmen und damit 107 Stimmen mehr als Peter Spring von der FDP. Mit 343 Stimmen distanzierte Spring den dritten Kandidaten Alfred Graber deutlich. Graber erzielte 195 Stimmen.

Auch Vizeammannsitz noch frei

Auch die Vizeammannkandidaten sind in den zweiten Wahlgang vom 22. September verwiesen worden. Bei einem absoluten Mehr von 517 Stimmen erzielte Hans Gysel (CVP) das beste Ergebnis. Gysel erhielt 437 Stimmen. Gabriel Lüthy (FDP) folgt mit 368 Stimmen auf Platz zwei. Für Alfred Graber (parteilos) resultierte mit 139 Stimmen Rang drei.

Der Gemeinderat ist komplett

Wie eingangs erwähnt, brachte die Gesamterneuerungswahl des Gemeinderats Hochspannung bei der Auszählung. Alle fünf Gemeinderatssitze konnten auf Anhieb besetzt werden, Alfred Graber indes hat den Schwarzen Peter gezogen.

Wie seine fünf Mitbewerber übertraf er zwar das absolute Mehr, schied aber als Überzähliger mit dem schwächsten Resultat aus.

Die Zusammensetzung des Gemeinderats Widen für die Amtszeit 2014 bis 2017 sieht so aus: Hans Gysel (bisher, CVP) 810 Stimmen; Gabriel Lüthy (neu, FDP) 766; Beat Suter (bisher, CVP) 754; Peter Spring (neu, FDP) 725; Urs Leuenberger (bisher, CVP) 700. Nicht gewählt: Alfred Graber (bisher, parteilos) mit 699 Stimmen.

Strafanzeige eingereicht

Im Vorfeld der Wahl in Widen kursierte ein anonymer Brief mit bösen Anschuldigungen und Verleumdungen gegen den Gemeindeammannkandidaten und aktuellen Wider Vizeammann Urs Leuenberger.

Die Person, die den Brief verbreitet hat, ist inzwischen bekannt, nicht aber der Verfasser des ominösen Schreibens. Urs Leuenberger hat eine Strafanzeige gegen unbekannt eingereicht.

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