Die Bauern von Merenschwand sind nicht gut auf ihn zu sprechen, den Biber, der im Unterrütikanal einen eindrücklichen Damm gebaut hat. Durch das Bauwerk wurden 71 Hektaren Land überflutet und die Ernte der Bauern ist in Gefahr. Der Damm muss weg, fordern folglich die Bauern.

Das entsprechende Gesuch liegt seit dem 6. August für einen Monat auf. Für Ralf Bucher, Geschäftsführer des Bauernverbandes Aargau, dauert dies zu lange. Er sagte in der AZ vom Mittwoch: «Sollten die Regenfälle anhalten und das Gebiet überschwemmt werden, so wäre eine vorgezogene Dammentfernung dringendst zu prüfen.»

«Wäre eigentlich ein Feuchtgebiet»

Dem Biber eilt nun Pro Natura Aargau zu Hilfe. «Das Hauptproblem in Merenschwand liegt nicht beim Biber, sondern in der nicht mehr angemessenen Bewirtschaftung eines Gebiets, das eigentlich ein Feuchtgebiet wäre», schreibt die Naturschutzorganisation in einer Medienmitteilung. Der Biber gehöre zum Wasserkanton Aargau und erfülle für den Erhalt der Wasser-Lebensräume eine zentrale Rolle.

Der Präsident von Pro Natura Aargau, Matthias Betsche, lässt sich wie folgt zitieren: «Ob Wasserbüffel, Reis oder andere landwirtschaftliche Nutzung: Es geht jetzt darum, dass in Merenschwand eine Lösung gefunden wird, die auf den Wasser-Lebensraum und den Biber Rücksicht nimmt.» Die Organisation bietet im Biber-Fall ihre Hilfe an, wie Betsche weiter ausführt: «Gerne würde Pro Natura Aargau zusammen mit den Aargauer Landwirten Projekte mit statt gegen das Wasser realisieren.»

Wie die Organisation ausführt, wurden in der Schweiz seit 1850 mehr als 200 000 Hektaren Feucht- und Riedwiesen, Quellen, Moore und Bruchwälder durch Drainagen der landwirtschaftlichen Produktion geopfert. Dadurch hat der Kanton 90 Prozent seiner Feuchtgebiete verloren. So seien Wasserlebensäume und die Biodiversität zunehmend gefährdet.