Hägglingen

Ängeli und Bängeli an der Hägglinger Fasnachtseröffnung

Bängeli-Gemeinderat mit Ängeli-Partnerinnen und -Kanzlerinnen bei der Amtsübergabe an Zunftmeister Sacha Doyon.

Bängeli-Gemeinderat mit Ängeli-Partnerinnen und -Kanzlerinnen bei der Amtsübergabe an Zunftmeister Sacha Doyon.

Der Gemeinderat war an der traditionellen Inthronisation der Hächle-Zunft erstmals seit Urzeiten in Vollbesetzung vertreten.

Das Jahr 2019 war ein gutes Jahr für die konservativen Kräfte in Hägglingen: Die Wahl des neuen Zunftmeisters Sacha Doyon am 23. Februar liess die Männerwelt jubeln. Nachdem schon der Gemeinderat, der seine Macht an der traditionellen Inthronisation jeweils für rund zwei Wochen an die Hächle-Zunft abgeben muss, war schon bisher ein reines Männergremium gewesen. Mit dem Abgang von Zunftmeisterin Susanne Spycher waren die Frauen jetzt auch an der Fasnacht endlich wieder lediglich in der zweiten Reihe.

Die Freude hat nur kurz gedauert. Die Machtverhältnisse haben sich zwar zwischenzeitlich nicht verändert: Im Gemeinderat sitzen nach wie vor fünf Männer und Zunftmeister Sacha Doyen darf noch eine weitere Saison die Fasnacht dominieren. Doch an der Inthronisation vom Freitag haben die Häggliger Frauen eindrücklich Präsenz markiert. Nicht nur, weil die erstmals seit Urzeiten vollzählig an diesem Anlass vertretene Behörde auch ihre Partnerinnen mitgebracht hat. Sondern, weil sich auch die beiden Kanzlerinnen Monika Gloor und Celina Lusser ins Getümmel gestürzt hatten und mit Susanne Spycher in der Mehrzweckhalle eine Dame gekonnt das (Regie-)Zepter führte.

Blauer Reis mit Konfetti zum Nachtessen

Alles andere als konservativ war bereits das Nachtessen für die gegen 100 versammelten Gäste im Festlokal: Es gab Fleisch, es gab Fisch und es gab Vegi. Doch nicht nur die für einen Fasnachtsanlass doch eher «neuzeitliche» Auswahl hat beeindruckt. Die Küchencrew beschritt mit farbigem Reis und (Käse-)Konfetti-Beilage auch bei der Präsentation innovative Wege. Dafür hatten sogar die beiden anwesenden Dottiker Rüebli-Gruftis (die sich auch dieses Jahr noch ohne Rollator in der Halle bewegen konnten) ein Lob übrig.

Der Gemeinderat überzeugte an der Feier nicht nur mit seinem vollzähligen Erscheinen, sondern auch mit seinem Outfit. Angelehnt an das diesjährige, von Kinderzunftmeister Silvan kreierten Häggliger Fasnachtsmotto «Wunderwält i de Unterwält», präsentierten sich Kanzlerinnen und Partnerinnen als adrette Ängeli (Wunderwält) und die Gemeinderäte als Bängeli (Unterwält).

Sacha Doyon war sehr zufrieden und zeigte sich beeindruckt von dem, was die Behörde für den Nachtumzug vom Samstag geplant hatte. Zur Teilnahme an diesem Spektakel (siehe Bericht oben) war die Behörde bereits an der Fasnachtseröffnung vor einem Jahr verpflichtet worden. Und sie, beziehungsweise eine Delegation des Gremiums, soll noch an weiteren Umzügen teilnehmen. Dazu wurde der Gemeinderat bei der Übergabe des Regierungs-Zepters am Freitagabend verpflichtet. Die Hächle-Zunft erhielt ebenfalls einen Auftrag. Sie hat sich am 29. April, um 18 Uhr am tiefsten Punkt der Gemeinde einzufinden. Was der Gemeinderat dannzumal mit der Clique vor hat, liess Ammann Urs Bosisio vorderhand noch offen.

Der Hägglinger Nachtumzug 2020

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