Wohltätigkeit

Aettenschwiler Förderverein will in Haiti ein neues Schulhaus bauen

Der Aettenschwiler Wohltätigkeitsverein Maison des Anges hat trotz schwieriger Lage grosse Pläne in Haiti. Denn Medikamente, Krankenhausaufenthalte und Mittel des täglichen Bedarfs können sich viele in Haiti nicht mehr leisten.

Nicht Covid-19 beschäftigte die Menschen in Haiti während der letzten Monate, sondern die steigenden Preise und eine zunehmend unsichere Lage. Der Förderverein Kinderheim Maison des Anges mit dem Sitz in Aettenschwil hat trotz der schwierigen Situation grosse Pläne: Er möchte ein Schulhaus bauen.

Haitis Situation ist schlimmer denn je: Mit einer Inflationsrate von über 22 Prozent können sich viele die täglich benötigten Lebensmittel nicht mehr leisten. Auch Medikamente und Krankenhausaufenthalte werden unbezahlbar. Die Schulen sind seit einem Jahr geschlossen. Wegen der gefährlichen Lage musste die Besuchsreise des Fördervereins abgesagt werden, wie der Verein mitteilt.

Heimunterricht bringt Kindern Lernvorteile

«Dank technischer Möglichkeiten sind wir aber nahe dran am Geschehen», erzählt Miranda Bammert-Zahn, die Präsidentin des Fördervereins Haiti. Den Kopf lässt sie in den düsteren Zeiten nicht hängen, im Gegenteil, sie ist voll neuer Ideen.

«Im Heimunterricht merkten wir, dass die Kinder grosse Fortschritte machten, da sie nicht wie üblich mit 50 anderen Schülern, sondern in kleinen Gruppen unterrichtet wurden.» Das Personal und ältere Schüler, später auch vom Heim angestellte Lehrpersonen, schulten die 50 Heimkinder. Jeden Tag schlüpften die Kinder in ihre Schuluniformen, um draussen, in behelfsmässigen Unterkünften, neuen Schulstoff zu lernen.

Er kennt Land und Leute bestens

In dieser Zeit wurde das angrenzende Grundstück zum Kaufen angeboten. Das Kinderheim mietet seit einigen Jahren diesen Platz, um mehr Spielfläche für die Heimkinder zu haben. Dank grosszügiger Unterstützung von Privatpersonen und Stiftungen wurde der Kauf möglich. Dieufort Wittmer, ein gebürtiger Haitianer, zeichnete die Pläne fürs neue Schulhaus. Der als Kind nach Deutschland adoptierte junge Mann lernte den Beruf des Bauingenieurs.

Während vieler Jahre baute Wittwer Häuser für die Ärmsten der Armen, damit sie ein Dach über dem Kopf haben. Im Sommer kehrten er und seine Familie nach Deutschland zurück. Er kennt Land und Leute bestens und hat sich bereit erklärt, zusammen mit einheimischem Personal die Bauführung zu übernehmen.

Für den Bau sind rund 450'000 Franken nötig

«Das Schulhaus soll für alle Kinder der Umgebung offen sein», erklärt Miranda Bammert-Zahn. «Dadurch erhoffen wir, Einnahmen zu generieren, die dem Heim helfen, zu überleben.»

Vorerst muss aber investiert werden. Für den Bau des Schulhauses wird eine Summe von 450'000 Franken gebraucht, dazu kommen Inventar, Wasserzufuhr und etliche andere Ausgaben. Die Schule soll alle Stufen vom Kindergarten bis zur Sekundarschule abdecken und 15 Schulzimmer beinhalten. Für die Mahlzeiten kann die Küche des Heims benutzt werden, die noch vergrössert werden soll. «Zuerst bauen wir aber das Schulhaus», sagt Miranda Bammert-Zahn lachend. Ein Hoffnungsstein auf den anderen für eine bessere Zukunft. (az)

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