Hägglingen
Afrika liegt ihr am Herzen: Freiämterin sammelt mit Legosteinen für Kindergärten im Senegal

Weil Marielle Furter derzeit nicht in den Senegal reisen kann, organisiert die Hägglingerin eine Spendenaktion. Sie verkauft an diversen Ständen Legosteine, die man einem bereits begonnen Legohaus hinzufügen kann.

Ilir Pinto
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Marielle Furter sammelt in Villmergen Spenden im Rahmen ihres Projekts «kindergardens4senegal».

Marielle Furter sammelt in Villmergen Spenden im Rahmen ihres Projekts «kindergardens4senegal».

Ilir Pinto

Es liegt frischer Schnee, das Legohaus nimmt langsam Form an. So hätte sich Marielle Furter, die hinter dem kleinen Häuschen steht, den Advent nicht vorgestellt. In den letzten Jahren hat sie den Winter regelmässig im Senegal verbracht, wo die 56-jährige Kindergärtnerin aus Hägglingen lebt. Corona hat ihr einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Doch sie hat einen starken Charakter. So gelingt es ihr, trotzdem Gutes zu tun: Sie verkauft an diversen Ständen Legosteine, die man einem bereits begonnen Legohaus hinzufügen kann. Diese Aktion soll den Bau eines Kindergartens verbildlichen. Denn Furter leitet den gemeinnützigen Verein «kindergardens4senegal». Dieser baut und setzt seit 2014 erfolgreich Kindergärten im Senegal in Betrieb. Das Geld dafür erhält sie durch Spenden und Veranstaltungen. Da Letztere derzeit nicht stattfinden können, kam sie auf die kreative Idee mit den Legosteinen.

Sie hilft Kindergärten in Afrika, sich selbst zu helfen

Die Einnahmen kommen dem Bau neuer Kindergartengebäude sowie -zimmer zugute. Am vergangenen Samstag traf die «Aargauer Zeitung» sie am Stand in Villmergen. Furter erzählt: «Ich bin nun schon den ganzen Tag hier. Leider läuft nicht so viel – sicherlich wegen Corona. Doch jede grosszügige Spende freut mich.»

Sie lebt seit Januar 2017 in Sédhiou, in der benachteiligten Region Casamance, im Süden Senegals, wo sie sich für die Chancengleichheit der ärmeren Bevölkerung einsetzt. Dort werde sie dringend benötigt. Der Bau eines komplett neuen Kindergartens ist im Gang. Gleichzeitig betreut Furter ihre Kindergärten pädagogisch und mit der Bereitstellung von Spielmaterial. Zudem hilft sie bereits bestehenden Kindergärten – dies auf Anfrage der staatlichen In­spektoren hin, denn ihre Arbeit dort werde als sehr wertvoll betrachtet und anerkannt. All dies leiste sie nach dem Motto «Hilfe zur Selbsthilfe».

Sie möchte so schnell wie möglich zurück nach Afrika

Auf die Frage hin, wie sie das vergangene Jahr vor Ort erlebt habe, erzählt sie: «Alles lief rund, doch dann kam Corona. Zack! Die Kindergärten und Schulen im ganzen Land gingen zu. Normalerweise komme ich im Juni in die Schweiz, da dann die langen Ferien während der Regenzeit beginnen. Dieses Jahr kam ich später zurück.» Grund dafür war, dass das Land in dieser Zeit sehr schwer zu verlassen gewesen sei aufgrund von Reisebeschränkungen und Ausgangssperren. «Ich hoffe, dass ich mit einiger Verspätung im Januar, spätestens aber im Februar, wieder zurückreisen kann.»

Trotz der Pandemie, so Furter, habe dieses Jahr viel gebaut werden können. Dies habe sie nicht zuletzt ihrem lokalen Projektpartner Elhadji Mamadou Dieme zu verdanken, der die Organisation «ndimbal xale yi» leitet und damit einen entscheidenden Beitrag zum Funktionieren des Baus der Kindergärten leistet, hält sie fest.

Hinweis

Weitere Stände

12. Dezember: Wohlen (beim Manor), 19. Dezember: Lenzburg (vor dem Vicolo, je 9 bis 17 Uhr) und 20. Dezember: Bremgarten am Mini-Christchindlimärt.

Weitere Infos gibt es hier.