Hägglingen
«Alphörner sind ideal, um den nötigen Abstand einzuhalten»: Ein etwas anderer Neujahrsanlass

Am Neujahrsmorgen liessen die Mitglieder der Ländlerfrönde Freiamt ihre Alphörner in Hägglingen ertönen.

Verena Schmidtke
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In Hägglingen wurde das neue Jahr stimmungsvoll begrüsst.
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Vier Mitglieder der Ländlerfrönde Freiamt liessen ihre Alphörner ertönen. Von links nach rechts: Roman Schuler, Elke Mähler, Sandra Coray, Stefan Grüninger.
Alphörner mit der Kirche im Hintergrund.
Die Musiker wollen an mehreren Standorten auftreten.

In Hägglingen wurde das neue Jahr stimmungsvoll begrüsst.

Verena Schmidtke

Gut gelaunt bereiteten sich vier Alphornbläser auf dem Parkplatz am Gemeindehaus auf ihren etwas anderen Auftritt vor. Aufgeteilt in zwei Gruppen, mit jeweils vier Personen, wollten die Ländlerfrönde Freiamt am Neujahrsmorgen den Einwohnern Hägglingens ein gutes neues Jahr wünschen.

Dafür traten sie an verschiedenen Standorten auf, damit das gesamte Dorf in den Genuss des musikalischen Neujahrsgrusses kam.

Der Gemeinderat fragte an

„Die Idee zu diesem etwas anderen Neujahrsanlass hatte der Gemeinderat von Hägglingen", informierte Sandra Coray, die Aktuarin der Ländlerfrönde. Wegen Corona habe der übliche Anlass zum Jahreswechsel nicht stattfinden können. Doch ganz ohne besondere Einstimmung auf 2021 habe der Gemeinderat den Tag nicht vorübergehen lassen wollen. Während sie ihre Instrumente vorbereiteten, führten die Musiker aus: „Den Einwohnern sollte ein Lachen ins Gesicht gezaubert werden.“

Als Ende November die Anfrage von der Gemeinde kam, ob die Ländlerfrönde sich an diesem Vorhaben beteiligen wollten, stimmten diese sofort zu. „Das war eine Megafreude“, erzählte Sandra Coray, „denn im letzten Jahr hatten wir nur wenige Möglichkeiten, öffentlich zu spielen.“ Der Musikalische Leiter Stefan Grüninger vermutete, dass es zwischen zehn und 15 waren. „Wir waren eher an kleinen Anlässen, als es noch möglich war“, erinnerten sich die Ländlerfrönde. „Dabei waren wir so motiviert mit vielen Plänen ins Jahr 2020 gestartet, aber dann kam wegen Corona alles anders.“ Ein grosser Erfolg sei jedes Mal der Risottoplausch der Gruppe. 2020 habe er coronabdingt ausfallen müssen. „Wir können noch nicht sagen wie es in diesem Jahr sein wird. Falls er stattfinden kann, wäre das Datum der 29. Mai. Hoffen wir einfach das Beste.“

Geheime Plätze

Umso mehr freuten sie sich auf diesen besonderen Neujahrsanlass: „Es ist wirklich schön, dass es klappt. Ausserdem sind Alphörner ideal, um den nötigen Abstand einzuhalten.“ Geprobt wurde auch anders als üblich. „Jeder übte für sich zu Hause“, teilte Coray mit. Glücklicherweise habe die Gruppe im Sommer gemeinsam musizieren können, deswegen sei man nun recht gut aufgestellt. Die Musiker teilen zudem mit: „Wir sind sehr froh, dass wir vor den strengeren Massnahmen noch einige Videoaufnahmen für die Vorweihnachtszeit machen konnten.“ Diese seien an den Adventssonntagen auf den Accounts der Ländlerfrönde in den sozialen Medien veröffentlicht worden.

Mittlerweile hatten die vier Musiker ihre Instrumente parat und schultern sie lässig. Los ging es zum ersten Auftrittsort. „Die Alphörner sind nicht sehr schwer", erklärte die Aktuarin lachend, „im Sommer haben wir sie auf diese Weise mit auf eine Wanderung genommen.“ Geplant sei nun, dass die zwei Gruppen an verschiedenen Plätzen im Ort Musik machen. Die Ländlerfrönde dazu: „Die Standorte blieben geheim, damit sich keine Ansammlungen von Zuhörern bildeten.“ Das sei aber durchweg positiv aufgenommen worden, die Leute liessen sich überraschen.

Der Auftakt für diese vier Alphornbläser war um 11 Uhr ein Platz vor der Kirche. Pünktlich ertönten die harmonischen Alphornklänge. „Das ist sehr stimmungsvoll“, stellte ein Spaziergänger fest, der auf Abstand eine Weile stehen blieb und zuschaute. Nach den ersten Stücken wies Sandra Coray auf einige Häuser. „Dort sind sogar einige Fenster geöffnet worden“, freute sie sich. Dieser Auftritt sollte nicht der letzte am Neujahrsmorgen sein. Nach einem Blick auf ihre Liste nahmen die vier Musiker ihre Alphörner erneut auf ihre Schultern, weiter ging es zum nächsten Standort.