Hilfikon

Alte Technik und frischer Most: Feuerwehrverein Rietenberg lud zum Mosten ein

Der Feuerwehrverein Rietenberg lud am Samstag zum «Mosten wie früher» ein. Zur Freude der Gäste konnte der feine Most sofort degustiert werden.

Der ratternde Traktormotor ist nicht zu überhören, er weist den Weg zum «Gschichte Huus» in Hilfikon. Ausserdem duftet es verlockend nach leckeren Öpfelchüechli. Der Blick fällt aber zuerst auf die grosse Mostpresse, die mithilfe des Traktors mittels eines Riemens angetrieben wird. Gespannt schauen die Besucher Lars Meier über die Schulter, der darauf achtet, dass alles wie am Schnürchen funktioniert. Schäumend läuft der frische Most von dem Bottich in einen bereitgestellten Eimer. Danach kann er in Glasballone und Flaschen umgefüllt werden.

Der Feuerwehrverein Rietenberg lud am Samstag zum «Mosten wie früher» ein. Der kleine Platz vorm «Gschichte Huus» füllte sich am Nachmittag zusehends. Die Mostpresse stand natürlich im Zentrum des Geschehens. Oben wurden Äpfel in einen Trichter hineingefüllt, maschinell gehäckselt und schliesslich in einem Bottich ausgepresst. Zur Freude der Gäste konnte der feine Most sofort degustiert werden.

Zu bestaunen gab es nicht nur die grosse maschinelle Presse, sondern auch zwei kleine «Kindermoschtis», an denen sich eifrig die jüngeren Besucher versuchten. Fabian (9) stellte dabei fest: «Das macht richtig Spass. Anstrengend ist es nicht.» Sein Vater berichtete schmunzelnd, seine Söhne seien erst gar nicht so gern mitgekommen, nun aber sehr begeistert bei der Sache.

«Wenn schon historisch, dann richtig»

«Unser Verein hat das Ziel, alte Maschinen im Betrieb zu zeigen», erklärten Bruno Nübling und Theo Hagenbuch vom Vorstand. Die besagte Mostpresse erstand Hagenbuch in Schongau. «Das war vor zwei Jahren», teilte er mit, «sie ist aus dem Jahr 1925 und wir mussten sie etwas anpassen. Wir waren auch gespannt, ob wir das Mosten so hinbekommen wie früher.»

Die Äpfel zum Mosten durften die Vereinsmitglieder bei Landwirten aus der Umgebung gratis auflesen. Zum Anlass passend wurde eine Fuhre des Obstes stilecht mit Pferd und Wagen zum «Gschichte Huus» gebracht. Die Vereinsmitglieder hatten sich dem Anlass entsprechend gekleidet. «Wenn schon historisch, dann richtig», befand der Vorstand.

Augenzwinkernd führte Theo Hagenbuch aus: «Der Feuerwehrverein ist quasi dem Altertum verpflichtet.» So lassen sich in dem liebevoll eingerichteten «Gschichte Huus» einige spannende Schätze aus der Vergangenheit entdecken. «Die Maschinen, die wir hier zeigen, funktionieren alle.» Regelmässig gebe es Arbeitsabende, an denen an den Ausstellungsstücken gewerkelt werde. Mittlerweile war der Platz voller Besucher. Bruno Nübling freute sich: «Wir machen das hier ja nicht aus kommerziellen Gründen, sondern um mit Freude zu zeigen, wie es früher einmal war.»

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