Kommentar

Am Beispiel Oberwil-Lieli zeigt sich: Corona kann auch Krallen hervorbringen

Andrea Weibel
In der Gemeinde Oberwil-Lieli dürfen 12'700 Quadratmeter Landwirtschaftsland in eine Einfamilienhauszone umgezont werden. (Symbolbild)

In der Gemeinde Oberwil-Lieli dürfen 12'700 Quadratmeter Landwirtschaftsland in eine Einfamilienhauszone umgezont werden. (Symbolbild)

Statt an der Gemeindeversammlung wurde am heutigen Abstimmungssonntag über die Überarbeitung der Nutzungsplanung entschieden. Das Vorhaben erhielt dadurch viel mehr Aufmerksamkeit.

Am Beispiel von Oberwil-Lieli lässt sich sehr gut aufzeigen, wie die Coronapandemie sich auch auf die politischen Vorgänge in den Dörfern auswirken kann. Die Überarbeitung der Nutzungsplanung brachte einen speziellen Landabtausch mit sich.

Dieser hätte vermutlich viel weniger Aufsehen erregt, wäre er einfach, wie geplant, an der Gemeindeversammlung besprochen worden. Doch das ging diesmal nicht. Wegen Corona.

Stattdessen führten die verschiedenen Lager vor der Urnenabstimmung Kleinkriege. Gemeindeammann Ilias Läber sagt, es seien viele Unwahrheiten verbreitet worden. Dazu hat nicht zuletzt der Kanton beigetragen, der mit veralteten Plänen gearbeitet und so ein wichtiges Detail falsch eingeschätzt hat.

Eine externe Analyse brachte hervor, dass durch die Umzonung statt Landverlust sogar sehr gutes Landwirtschaftsland dazugewonnen werden kann.

So hat Oberwil-Lieli einmal mehr nationale Schlagzeilen gemacht. Dabei geht es einzig um Sichtweisen. Obwohl das Zauberwort verdichtetes Bauen heisst, darf der Gemeinderat auch neue Einfamilienhäuser zulassen, solange die kantonalen Vorgaben eingehalten werden.

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