Seine erste Gewerbeausstellung erlebte Christian Füglistaller 1984 als Säugling. Er lag damals, gerade mal drei Monate alt, in einer Wiege, die sein Vater, Leonhard Füglistaller, als Beispiel für professionelles Schreinerhandwerk den Ausstellungsbesuchern präsentierte. Vater Füglistaller, der spätere Gross- und Nationalrat, hatte 1978 den Gewerbeverein Mutschellen als Gründerpräsident mit aus der Taufe gehoben. 1981 gab es dann schon die erste Mutscheller Gewerbeausstellung, kurz Muga geheissen. Heute nennt sich die grosse Gewerbeschau nicht mehr Muga, sondern Mega: Mutscheller Exklusive Gewerbeausstellung. Aus dem Wiegenkind von 1984 ist zwar kein Schreiner, dafür aber ein Architekt geworden, und der plant seine Bauvorhaben heute da, wo sein Grossvater seinerzeit die Schreinerei Füglistaller gegründet hat.

Vom 25. bis 28. April geht nun schon die achte Ausgabe der Mega über die Bühne. Als Bauchef amtet dabei, wen wundert’s, Christian Füglistaller. Er hat das vor fünf Jahren schon sehr erfolgreich gemacht. «Damals habe ich aber vor der Eröffnung nicht sehr gut geschlafen», erinnert sich der 34-Jährige mit einem Lächeln. Dieses Mal raubt ihm seine Aufgabe den Schlaf aber nicht, im Gegenteil: «Wir könnten morgen schon mit dem Bau beginnen.»

Profi für jedes Ressort

OK-Präsident Peter Spring, Gemeindeammann von Widen, teilt Füglistallers Vorfreude und Zuversicht: «Wir hatten gerade unsere 14. und letzte OK-Sitzung. Es ist alles gut vorbereitet. Jetzt kann es losgehen.» Die Organisation dieses Grossanlasses ist auf 13 Personen verteilt, die offenbar sehr gut zusammenarbeiten. Dazu Füglistaller: «Wir haben eben gezielt Leute für Ressorts gesucht und nicht Ressorts für Leute. So haben wir auf allen Posten Vollprofis eingesetzt. Das macht viel aus.» Die professionelle Einstellung der Macher hat auch die Aussteller überzeugt. Wenn man auf www.mega19.ch die Ausstellerliste anklickt, findet man unter den mehr als 140 Einträgen wirklich alles, was lokal, regional und bis über die Kantonsgrenzen hinaus in Sachen Handwerk, Gewerbe und Dienstleistungen einen Namen hat. Für Spring ist die Zahl der Aussteller das eigentliche Highlight der Mega19: «Wenn man bedenkt, dass grosse Messen wie die Züspa oder die Muba nicht mehr stattfinden, weil die Aussteller nicht mehr mitmachen, dann ist es doch einfach grossartig, dass wir hier voll ausverkauft sind.» Tatsächlich bestätigt Bauchef Füglistaller, dass er höchstens noch 15 Quadratmeter Ausstellerfläche anzubieten hätte, «allerdings nicht an einem Stück.»

Vielfältiges Rahmenprogramm

Zum breiten Spektrum der diversen Aussteller gesellt sich ein nicht minder vielfältiges im Hinblick auf das Rahmenprogramm. Eine von verschiedenen Neuerungen bei der Mega19 sind die fünf Podiumsgespräche zu ganz unterschiedlichen Themen (siehe Box unten). Dazu kommen Fachvorträge von Firmen und Organisationen. Dabei gehe es, im Gegensatz zu früheren Jahren, bei jeder Veranstaltung um ein konkretes Thema und nicht um reine Produktwerbung, wie die Organisatoren versichern.

Auf die Idee der Lehrlings-Roadshow sind die Mega-Macher besonders stolz. Da zeigen Lehrlinge aus unterschiedlichsten Berufen ihre Arbeit an praktischen Beispielen. Interessierte Schüler, die vor der Berufswahl stehen, haben so die Möglichkeit, einen ersten Einblick in verschiedene Metiers zu gewinnen. Dabei können sie auch gleich selber Hand anlegen und die jungen Berufsleute, zum Beispiel beim Ausbeulen eines Kotflügels oder beim Verkabeln einer ganzen Lämpchenwand, nach ihren Erfahrungen befragen. Neue Einblicke vermittelt auch die Sonderausstellung «Holzschiitli». Darin erhalten Natur-Berufe und Non-Profit-Organisationen im Bereich Naturschutz sowie erneuerbare Energien eine Plattform.

Das Mega-Gelände umfasst das ganze Schulareal der Kreisschule Mutschellen in Berikon. Wer alles sehen und erleben will, marschiert da weit. Wem das aber nicht genügt, der kann am Samstag noch zum Megalauf antreten. Dieser führt via Rudolfstetten auf den Hasenberg und über Widen zurück nach Berikon mit Zieleinlauf auf dem Ausstellungsgelände. Zwölf Kilometer sind zu bewältigen, im Einzel- oder Staffelwettbewerb. Für die Kinder gibt es eine eigene Rennstrecke, einen Kilometer rund um das Gelände.

Erholen können sich Läufer und Messebesucher in einer der zehn Festwirtschaften oder an einem der acht Verpflegungsstände. Ein bunter Mix aus Comedy und Musik für jeden Geschmack erwartet das Publikum im grossen Festzelt. Über die Website www.mega19.ch kann man sich jetzt schon Tische reservieren. Bezahlen braucht man an der Mega19 übrigens nur den Parkplatz, wenn man nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, sowie Essen und Getränke.