Analyse

Andere Sportstätten, ähnliche Probleme

Der Effretiker Stadtrat André Bättig (Bildmitte) mit den Wohler Besuchern im Untergrund des Sportzentrums. Ganz rechts Rainer Gilg von BMP Sports, der Firma, die Wohlen bei der Sanierung von Badi und Eisbahn beratend zur Seite steht.

Der Effretiker Stadtrat André Bättig (Bildmitte) mit den Wohler Besuchern im Untergrund des Sportzentrums. Ganz rechts Rainer Gilg von BMP Sports, der Firma, die Wohlen bei der Sanierung von Badi und Eisbahn beratend zur Seite steht.

Die Wohler Politikerinnen und Politiker haben eine Bildungsreise ins zürcherische Effretikon gemacht. Eine Analyse.

Hier die Freiämter Metropole Wohlen, dort die Zürcher Kleinstadt Illnau-Effretikon – wie ein Augenschein im dortigen Sportzentrum Eselriet gezeigt hat, sind nicht nur die Einwohnerzahlen praktisch identisch, sondern auch die Probleme. In Illnau-Effretikon wurde ein Sanierungs- und Ausbauprojekt für Badi, Eisbahn und andere Sportstätten vom Parlament im ersten Anlauf abgelehnt, in Wohlen hofft man, dass die neue, deutlich abgespeckte Sanierungsvariante am 23. Februar im Einwohnerrat eine Chance hat und der Projektierungskredit von 2 Mio. Franken bewilligt wird.

Vor zwei Jahren war dem Wohler Einwohnerrat ein Projekt vorgelegt worden, bei dem mit Sanierungs- und Ausbaukosten von gegen 30 Mio. Franken gerechnet wurde. Es war chancenlos. Jetzt sollen neue Eisbahn und sanierte Badi «nur» noch knapp 20 Mio. Franken kosten. Nun haben die Planer in den letzten zwei Jahren allerdings keineswegs ein Wunder vollbracht. Für 10 Mio. Franken weniger gibt es auch bei grösstmöglichen Anstrengungen nicht gleich viel Badi und gleich viel Eisbahn.

Und so findet man denn beim vorliegenden Projekt auch umgehend ein paar Sachen, die man (noch) besser machen könnte. Und deshalb ein kurzer Abstecher nach Illnau-Effretikon: «Was wir jetzt haben, ist eine Anlage, die ihren Zweck sehr gut erfüllt, aber sie ist halt nicht in allen Teilen perfekt», sagte Stadtrat André Bättig, als er die Wohler Politikerinnen und Politiker durch «seine» 2013 sanierte und ausgebaute Anlage führte.

Weil die Eisbahn zwar gedeckt aber nicht rundum geschlossen ist, tropft in Effretikon gelegentlich Kondenswasser auf die Köpfe der Hockey-Match-Besucher. Weiter ist die Akustik in der offenen Halle so schlecht, dass die Durchsagen des Speakers kaum von jemandem verstanden werden, und als die Lücken von der seitlichen Verglasung bis zum Dach noch offen waren, versuchten sich auch verschiedentlich Vögel als Eisläufer. «Diese Mängel sind technisch leicht zu lösen. Doch das kostet ziemlich viel Geld», kommentierte Bättig und gab sich davon überzeugt, dass die Stadt trotz der kleinen Mängel für das investierte Geld einen reellen Gegenwert bekommen habe.

Auch in Wohlen, das dürfte den Parlamentarierinnen und Parlamentariern beim Rundgang im Zürcher Nachbarland klar geworden sein, sind bei einem abgespeckten Projekt nicht der Batzen, das Weggli und die Bäckersfrau zu haben. So gibt es für die veranschlagten 20 Mio. Franken keine geschlossene Halle für die Eisbahn, sondern «nur» ein Dach, und die Wasserflächen der Badi werden nicht erweitert. Man hat sich bei der Planung der Vorlage auf das Wesentliche konzentriert und viel Wünschbares weggelassen. So, wie das im Einwohnerrat seit Jahren immer und immer wieder gefordert wird.

Insgesamt vermag das Konzept eines Sportzentrums mit zentralem Eingangsbereich, Garderobengebäude und Restaurant dennoch zu überzeugen. Auch in Effretikon hat sich vor allem die Zentralisierung von Eingangs-, Kassa-, Garderoben- und Gastronomiebereich bestens bewährt. Stimmt der Einwohnerrat dem Planungskredit am 23. Februar zu, ist auch das Rezept für die in zwei Jahren anstehende Volksabstimmung klar. Denn wie sagte doch der Effretiker Stadtrat André Bättig: «Wir haben die Vereine für unser Projekt gewinnen können.»

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