Berikon
Anekdoten von Alt-Bundesrat Adolf Ogi: Als Bill Clinton nur "Cola" trank

Anekdoten des ehemaligen Bundesrats Adolf Ogi, erzählt beim Lions Club Mutschellen-Kelleramt in Berikon.

Walter Christen
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Für diese Aufnahme trifft das geflügelte Wort zu: «Freude herrscht» bei Matthias Hüppi, alt Bundesrat Adolf Ogi, dem ehemaligen Skirennfahrer Bernhard Russi und Stefan Bossard, dem Gemeindeammann von Berikon.

Für diese Aufnahme trifft das geflügelte Wort zu: «Freude herrscht» bei Matthias Hüppi, alt Bundesrat Adolf Ogi, dem ehemaligen Skirennfahrer Bernhard Russi und Stefan Bossard, dem Gemeindeammann von Berikon.

Walter Christen

«‹Komm rein und schau dich um›, sagte Bill Clinton zu mir. Für mich standen die Türen im Weissen Haus somit offen. Und wo sie geschlossen waren, klopfte ich an und trat ein. . .» Für ihn, den Schweizer Magistraten, sei die Einladung des amerikanischen Präsidenten eine grosse Ehre gewesen, erinnert sich der frühere SVP-Bundesrat Adolf Ogi (75) an einem Treffen in Berikon, das vom Lions Club Mutschellen-Kelleramt organisiert wurde und zu dem auch die Mitglieder weiterer Freiämter Service-Clubs eingeladen waren.

«Freude herrscht»

So lauschten in der Aula der Kreisschule Mutschellen rund 150 Personen den Ausführungen Ogis, der von Matthias Hüppi willkommen geheissen wurde. «Freude herrscht», wie Adolf Ogi 1992 zum Schweizer Astronauten Claude Nicollier über eine Direktverbindung zum Space Shuttle «Atlantis» gesagt hatte, diesmal auch bei Hüppi, dem aktuellen Präsidenten des Lions Club Mutschellen-Kelleramt.

Grund war erstens der Besuch von Ogi und zweitens die Spende der Lions im Betrag von 15'000 Franken an die Organisation «Right To Play». Der in Berikon wohnhafte Matthias Hüppi, auch bekannt als Reporter und Moderator von Sportsendungen des Schweizer Fernsehens, erwähnte in seinen Ausführungen, dass Kinder an vielen Orten nicht spielen dürfen, nicht einmal das Recht zum Spielen hätten. «Right To Play» habe die Mission, mit der Kraft von Spiel und Sport das Leben von Kindern in benachteiligten Regionen zu verbessern.

Er, der Bergler aus Kandersteg, zeitlebens eng mit dem Sport verbunden, einer mit Ecken und Kanten, habe sich nie unterkriegen lassen, immer einen Weg nach vorne gesucht und ihn auch gefunden. Hüppi bestätigte Ogis Worte und meinte: «Dölf Ogi ist ein Mensch, der spricht, der mit allen spricht. Das tat er auch als Bundesrat. Dabei hat er nicht nur gesprochen, er hatte auch etwas zu sagen. Und schon als Technischer Direktor des Schweizerischen Skiverbandes hat er den Burschen ordentlich Gas gegeben.» Und wie wenn es abgemacht gewesen wäre, betrat exakt in diesem Augenblick der ehemalige, erfolgreiche Schweizer Skirennfahrer Bernhard Russi unter grossem Applaus den Saal. «Einer von ihnen kommt soeben herein», stellte der Lions-Präsident mit herzhaftem Lachen fest.

In dieser Funktion durfte er nicht nur das Jahresprogramm gestalten, sondern auch das Motto aussuchen, so Hüppi. Und das lautete: «Rede mitenand», was auch hervorragend zum Referenten passe.

Betrunken für die Schweiz

Und Ogi kam ordentlich in Fahrt. Er habe den Auftrag erhalten, in Berikon von seinem Weg von Kandersteg über Bern nach New York und zurück zu berichten. Dabei schilderte er ein Erlebnis, eine Episode und eine Anekdote nach der anderen. Er rief immer wieder in Erinnerung, dass er offen auf sein Gegenüber zugehe und so auch dessen Befinden spüre. Das sei auch damals so gewesen, beim Besuch im Weissen Haus in Washington.

«Ich war zu jener Zeit Vizepräsident des Bundesrats und am Empfang des amerikanischen Präsidenten der Rangniedrigste unter lauter Staatspräsidenten. Also stand ich, genau nach Vorgabe des Protokolls, auch als Letzter auf der Liste, als es darum ging, zurück ins Hotel gefahren zu werden. Als ich gehen wollte, sagte Bill Clinton zu mir: ‹Dolfi, stay here.› Da bin ich geblieben und habe mich in dieser Nacht betrunken im Interesse der Schweiz. Und Bill Clinton trank während der ganzen Zeit nur Coca-Cola. Aber ich habe dann schon gemerkt, dass da etwas ganz anderes als Cola in der Flasche war. . .»

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