Werner-Siemens-Stiftung

«Anerkennung für die Arbeit»: Zufiker Student erhält ein Top-Stipendium

Der Zufiker Lukas Glaus studiert Maschinenbau und Humanmedizin.

Der Zufiker Lukas Glaus studiert Maschinenbau und Humanmedizin.

Der Student Lukas Glaus bekommt ein Exzellenzstipendium der Werner-Siemens-Stiftung – nicht zum ersten Mal. Nach seinem Maschinenbaustudium wendete sich der 28-Jährige der Humanmedizin zu.

Begeisterung und Leidenschaft für seine Studien sind dem 28-Jährigen im Gespräch mit der AZ deutlich anzumerken. Anschaulich erklärt er, wie die Herzpumpe funktioniert, an der er für seine Masterarbeit im Fach Maschinenbau mitgearbeitet hat. «Falls es bei einer Operation mit geöffnetem Brustkorb zu Komplikationen kommen sollte, könnte damit das Herz massiert werden», erklärt der Zufiker Lukas Glaus, «jetzt muss das der Chirurg übernehmen. Der könnte sich beim Einsatz der Pumpe besser um das Problem des Herzstillstandes kümmern». Das Vorhaben sei ein interdisziplinäres Projekt zwischen Ärzten und Ingenieuren, aktuell befinde es sich in der Vorbereitungsphase, die Pumpe werde an Silikonherzen ausprobiert.

Mit dem Abschluss des Maschinenbaustudiums an der ETH Zürich ist Glaus’ Studienzeit noch nicht beendet. Ebenfalls in diesem Sommer beendete er sein Bachelorstudium der Humanmedizin, das er demnächst als Masterstudent fortsetzen wird. Sein Vorhaben wird von der Werner-Siemens-Stiftung mit einem Exzellenzstipendium unterstützt.

«Das ist nun das vierte Mal, dass ich von der Stiftung gefördert werde», berichtet er. Während des Maschinenbau-Bachelorstudiums habe er bei der Schweizerischen Studienstiftung von dem Stipendium erfahren, sich mit Motivationsschreiben sowie Lebenslauf beworben und Erfolg gehabt.

Förderung schon zum vierten Mal

Voraussetzungen für ein Stipendium sind sehr gute Leistungen, breite Interessen und gesellschaftliches Engagement. Offensichtlich erfüllte Lukas Glaus diese Kriterien, insgesamt werden zehn Studierende aus dem Bereich der Naturwissenschaften sowie der Humanmedizin von der Stiftung mit 19'800 Franken unterstützt. Das Stipendium werde für eine maximale Dauer von vier Jahren vergeben, informiert die Schweizerische Studienstiftung. Ausser ihm kommt aus dem Aargau auch ein Zofinger in den Genuss.

Glaus dazu: «Das ist schon cool, denn es ist eine Anerkennung für die Arbeit.» Die Förderung sei zudem hilfreich, um an unterschiedlichen Projekten mitarbeiten zu können. Sehr interessant seien zudem die Anlässe, zu denen die Stiftung regelmässig einlade. Diese seien eine gute Gelegenheit, sich mit anderen Stipendiaten auszutauschen. «Da sind ganz unterschiedliche Leute dabei mit sehr spannenden Projekten, das ist sehr inspirierend», erzählt er.

Glaus möchte seine Interessengebiete vereinen

Zu seinem Maschinenbaustudium sei er aufgrund seines grossen Interesses für Physik gekommen, da sei dieser Studiengang naheliegend gewesen. Nach dem Bachelor habe er ein Zwischenjahr eingelegt und Praktika absolviert. «Dabei habe ich festgestellt, dass es sehr viel Büroarbeit ist», erzählt der Stipendiat, «dabei hätte ich gern etwas mehr Kontakt zu Menschen gehabt.»

Während dieser Zeit ereigneten sich innerhalb seiner Familie einige medizinische Vorfälle, die dazu führten, dass er sich zunehmend mit diesem Bereich befasste. «Da ist auch Neugier dabei, ich möchte verstehen, wieso etwas passiert.» Deshalb schrieb er sich 2017 an der Universität Zürich für das Studium der Humanmedizin ein.

In Zukunft vielleicht in der Kardiologie tätig

Natürlich sei es herausfordernd, zwei Studiengänge miteinander zu vereinbaren, die einen grossen Teil seiner Zeit vereinnahmen würden. «Aber es ist sehr spannend», stellt Lukas Glaus fest. Als er an seinem Masterabschluss arbeitete, habe er die Möglichkeit gehabt, aus verschiedenen Perspektiven auf ein Themengebiet zu schauen.

In der Zukunft könne er sich vorstellen, in den Bereichen Herzchirurgie oder der Kardiologie zu arbeiten: «Da wären eine Tätigkeit an einer Schnittstelle wie Entwicklung und Medizintechnik durchaus vorstellbar. Aber da ist noch keine Entscheidung gefallen.»

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