Bremgarten

Arsène Perroud 1.-Mai-Rede: Wie Politiker ihren letzten Platz loswerden sollen

Der Wohler Gemeindeammann und SP-Nationalratskandidat Arsène Perroud spricht zu den Genossen und Genossinen in Bremgarten.

Der Wohler Gemeindeammann und SP-Nationalratskandidat Arsène Perroud spricht zu den Genossen und Genossinen in Bremgarten.

Politikern wird nicht vertraut, sagt eine Studie. Weniger als Fussballern. Das müsse sich ändern, so Arsène Perroud in seiner 1.-Mai-Rede.

Es ist nicht immer leicht, ein Genosse zu sein. Dies der Fall an der 1.-Mai-Feier in Bremgarten. Die SP-Anhänger sassen draussen auf den Festbänken in der Sonne und assen köstliche syrische Spezialitäten, die eine Flüchtlingsfamilie für sie gekocht hatte, als der SP-Präsident des Bezirks Bremgarten sie ins Innere, in den Zeughaussaal, scheuchte.

Keine leichte Aufgabe für Stefan Dietrich, und so begann der offizielle Teil der 1.-Mai-Feier rund eine Stunde später als geplant. Und dort, fern der Sonne, mussten die Genossen und Genossinnen Vertretern der offenbar vertrauensunwürdigsten Berufsgruppe zuhören. Politikern.

Perroud: Vertrauen gewinnen

Darauf aufmerksam machte sie Arsène Perroud. Der Wohler Gemeindeammann und SP-Nationalratskandidat sprach in seiner Rede davon, dass Menschen in der Schweiz helfenden Berufen am meisten vertrauen.

Die Studie, auf die er sich bezog, hatte festgestellt, dass Feuerwehrleuten, Krankenschwestern und Sanitätern am meisten vertraut wird. «Und wir Politiker?», fragte Perroud anschliessend rhetorisch. «Sie werden es vermuten, wir liegen abgeschlagen auf dem letzten Platz der Tabelle.» Lacher im Publikum. Perroud grinst.

«Unmittelbar hinter den Versicherungsvertretern und den Fussballern.» Lauteres Gelächter.
Eigentlich findet Perroud das Ergebnis nicht zum Lachen. Es stimme ihn nachdenklich. «Nicht weil ich deswegen aufgrund meiner Funktionen eine persönliche Sinnkrise hätte.»

Es stimme ihn nachdenklich, weil es die Politik sei, «die Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft aufzeigen muss». Und so forderte Perroud, dass die Politik sich das Vertrauen der Bevölkerung wieder verdienen müsse. Indem sie dem Wohl der gesamten Gesellschaft diene.

Und für Perroud ist klar, wem dies gelingen wird — sozialdemokratisch denkenden Menschen, zusammen mit den Gewerkschaften. Und zwar indem Probleme gelöst werden, statt bewirtschaftet. Indem die Bedürfnisse der Bevölkerung abgeholt und berücksichtigt werden.

Dietrich: Welt in Bewegung

Nachdem Stefan Dietrich mit seiner Motivationsrede die Genossen in den Saal gelotst hatte, hielt er noch eine zweite, offizielle Rede. Darin sprach er davon, dass sich die Welt in Bewegung befinde. Und zwar nicht im Sinne der Sozialdemokraten. «In anderen Ländern werden Nationalisten und Populisten gewählt, ohne zuvor einen Leistungsnachweis erbracht zu haben.»

Doch Ergebnisse wie jene in Spanien würden ihn hoffnungsvoll machen. «Sozialdemokraten können Wahlen wieder gewinnen.» Nebst Dietrich und Perroud hielt in Bremgarten auch Cédric Wermuth eine Rede.

Autor

Fabio Vonarburg

Fabio Vonarburg

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