Sins
Ärzte wollen eigene Praxis – Zentrum muss geschlossen werden

Das Ärztezentrum Sins wird Ende Juli den Betrieb einstellen. Es ist dem Spital Muri nicht gelungen, die durch den Weggang verschiedener Ärzte entstandenen Vakanzen neu zu besetzen.

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In Sins wird das Stethoskop niedergelegt: Mangels Ärzten schliesst das Ärztezentrum. Archiv/Hanspeter Bärtschi

In Sins wird das Stethoskop niedergelegt: Mangels Ärzten schliesst das Ärztezentrum. Archiv/Hanspeter Bärtschi

Hanspeter Baertschi

Das Spital Muri hat auf Anfang 2016 die Hausarztpraxis des Sinser Arztes Rolf Glauser übernommen in der Absicht, die hausärztliche Grundversorgung im oberen Freiamt weiterhin sicherzustellen. Doch was hoffnungsvoll begann, endet nun in der Schliessung der Praxis. Mehrere Ärzte haben das Zentrum verlassen «wegen beruflicher Neuorientierung oder der Eröffnung einer eigenen Praxis als selbstständiger Hausarzt», halten Sabina Rüttimann, Präsidentin des Stiftungsrates des Spitals Muri, und CEO Daniel Strub fest. «Mit den Kündigungen der ärztlichen Mitarbeitenden sind die personellen Voraussetzungen für einen Sprechstundenbetrieb nicht mehr gegeben.»

Keine Nachfolger gefunden

Anders als erwartet sei es offenbar so, dass die hausärztliche Tätigkeit im Anstellungsverhältnis für junge Ärzte wie im Zentrum Sins weniger attraktiv ist als das Betreiben einer eigenen Praxis. Trotz intensiver Suche und Beizug von professioneller externer Unterstützung sei es nicht gelungen, die durch den Weggang dieser Ärzte entstandenen Vakanzen neu zu besetzen. Es seien verschiedene Betriebsvarianten und Kooperationen mit Dritten geprüft worden, ohne dass eine nachhaltige Lösung gefunden werden konnte, wird weiter ausgeführt.

Patienten werden kontaktiert

Die Patientinnen und Patienten werden in den nächsten Wochen kontaktiert und über das weitere Vorgehen informiert. Die Mitarbeitenden des Zentrums sowie der Gemeinderat von Sins wurden über diesen Entscheid persönlich in Kenntnis gesetzt. «Der sich in vielen Regionen der Schweiz abzeichnende Hausärztemangel ist in Sins traurige Realität geworden», stellen Rüttimann und Strub fest.

Noch Ende 2015 waren die Aussichten für das Ärztezentrum Sins optimistisch. Für einen späteren Zeitpunkt denkbar und anvisiert wurden ein Ausbau der jetzigen Praxisräumlichkeiten oder der Umzug in einen Neubau, wie an einer Medienorientierung erklärt wurde. Als Optionen für die Zukunft wurden der Ausbau des ärztlichen Angebots, zum Teil in Zusammenarbeit auch mit den Spezialisten des Kreisspitals in Muri, und die weitere Beschäftigung von Assistenzärzten und -ärztinnen in Aussicht gestellt.

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